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60 verschiedene Rohstoffe in einem Handy

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- In Elektroschrott stecken millionenfach Kleinstmengen an Rohstoffen - IFAT ENTSORGA in München zeigt neue Technologien zum Recycling von Elektroschrott - Die effizientesten Technologien kommen aus Deutschland Es ist die ergiebigste Goldader der Welt: ...

- In Elektroschrott stecken millionenfach Kleinstmengen an Rohstoffen
- IFAT ENTSORGA in München zeigt neue Technologien zum Recycling von Elektroschrott
- Die effizientesten Technologien kommen aus Deutschland

Es ist die ergiebigste Goldader der Welt: In nur 41 Handys steckt die gleiche Menge des Edelmetalls wie in einer ganzen Tonne Golderz. Man muss also keine tiefen Stollen graben, Berge sprengen oder aufwendig im Sand schürfen, um diesen Schatz zu heben. Wie es technisch funktioniert, Gold und andere wertvolle Rohmaterialien aus Elektronik-Schrott zurückzugewinnen, zeigen Aussteller der diesjährigen IFAT ENTSORGA, der Weltleitmesse für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft, vom 13. bis 17. September in München. Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall: Viele der verbauten Materialien sind entweder extrem teuer, nur in begrenzter Menge verfügbar - oder beides.

Goldmine Elektroschrott
Laut einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes fallen allein in Deutschland 600.000 Tonnen Elektroschrott jährlich an. Das sind insgesamt gut 7,5 Kilo pro Kopf. Darin stecken auch Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium. Besonders viel davon ist in Mobiltelefonen und Computern verbaut. Die IT-Industrie "verbraucht" schon jetzt 15 Prozent der weltweiten Kobalt-Jahresproduktion, 13 Prozent des geförderten Palladiums und drei Prozent der jährlich abgebauten Gold- und Silbervorkommen. Allein in Computern landeten im Jahr 2008 Gold, Silber, Kupfer, Palladium und Kobalt im Wert von gut 2,7 Milliarden Euro.

Am Ende steht der Elektroschrott - und der hat es in sich: Eine Tonne Computer-Leitplatten etwa enthält 250 Gramm Gold. Zum Vergleich: Eine Tonne Erzgestein einer sehr ergiebigen Goldmine enthält gerade einmal fünf Gramm des Edelmetalls. Die Rückgewinnung des eingesetzten Goldes - sowie der anderen verbauten Rohstoffe - ist damit ein wichtiger Schritt hin zu einem nachhaltigen Umgang mit Materialien, die auf der Erde nur begrenzt vorhanden sind. Sie leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag, um gefährliche Preisschwankungen auf dem Weltmarkt abzufedern.

Bei besonders seltenen Materialien ist Recycling heute schon unverzichtbar: Bei Gallium etwa, das in LED-Leuchten, Mikrochips und in der Dünnschicht-Photovoltaik Verwendung findet: Bis zum Jahr 2030, so die Prognose, wird sich der jetzige Jahresbedarf noch einmal versechsfachen. Gallium ist relativ selten und kommt nur gebunden vor, was die Gewinnung aufwendig und teuer macht. Recycling ist in diesem Fall die deutlich effizientere Alternative: Die Wiedergewinnung benötigt nur einen Bruchteil der Energie, die für Abbau und Verhüttung notwendig wären. Dabei ist die Methode ungleich kostengünstiger. So wurden im Jahr 2008 bereits 135 Tonnen Gallium durch Wiederverwertung gewonnen, während nur 95 Tonnen auf herkömmlichem Weg produziert wurden - nur ein Beispiel für die wachsende Bedeutung des IT-Recyclings. Gleichzeitig steigt die Menge des auszubeutenden Elektroschrotts dramatisch weiter: Bis 2020 werde sich die Menge in China und Südafrika im Vergleich zu 2007 vervierfachen, in Indien verfünffachen.

Deutsche Unternehmen sind Innovationsmotoren des IT-Recycling
Deutschland verfügt zwar praktisch über keine Primärrohstoffe, ist aber Weltmeister in der Gewinnung von Sekundärrohstoffen. Das liegt nicht nur am System der Mülltrennung, sondern auch an den Unternehmen, die in der Recycling-Technologie führend sind. Auf der IFAT ENTSORGA stellen sich unter anderem die Recycling-Unternehmen mit neuen Technologien und Lösungen der internationalen Konkurrenz.

Drei Erfolgsbeispiele deutscher Unternehmen
Die gesamte Bandbreite des Themas Recycling deckt die ALBA Group ab: Mit einem jährlichen Umsatzvolumen von über 2,2 Milliarden Euro und rund 9.000 Mitarbeitern ist die ALBA Group einer der führenden europäischen Umweltdienstleister und Rohstoffanbieter. Das Unternehmen wird auf der IFAT ENTSORGA vor allem mit neuen Lösungen im Bereich "Urban Mining", der Rückgewinnung anthropogener, also von Menschen erzeugter, Rohstoffe in Städten vertreten sein. Ebenfalls auf der IFAT ENTSORGA vertreten ist MeWa Recycling. In diesem Jahr hat das baden-württembergische Unternehmen unter anderem eine hochmoderne Recyclinganlage im englischen St. Helens in Betrieb genommen. Diese kann bis zu 40.000 Tonnen Elektroschrott im Jahr verarbeiten.

Auch die mittelständische hamos GmbH aus dem oberbayerischen Penzberg hat sich zu einem weltweit führenden Anbieter von Separationsanlagen für das Elektronik-Recycling entwickelt. Die dort entwickelten Anlagen sind heute schon in der Lage, gebrauchte Leiterplatten aus Computern, Laptops oder Handys automatisch zu hochwertigen, sortenreinen Metallen weiter zu verarbeiten.

Noch hat sich das Elektroschrott-Recycling nicht überall durchgesetzt. Ein großer Teil der Metalle wird noch nicht ins System zurückgeführt: Pro Jahr gehen laut UN-Umweltprogramm UNEP so mehr als fünf Milliarden Euro verloren. Ein Viertel des deutschen Elektromülls wandert laut Umweltbundesamt sogar illegal ins Ausland, wo er ohne jegliche Rücksicht auf Mensch und Umwelt weiterverarbeitet wird - ein weiterer Grund, dem Thema Elektroschrott-Recycling in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen.


Infokasten
Schatzkiste Handy
Jedes Mobiltelefon enthält 60 Rohstoffe, darunter kleine und kleinste Mengen der begehrten Metalle Gold, Silber, Kupfer, Kobalt und Palladium. Doch die Summe macht"s: 2008 etwa wurden weltweit 1,3 Milliarden Handys verkauft - allein der Wert des darin enthaltenen Goldes belief sich auf 1,1 Milliarden US-Dollar.
Rohstoff pro Handy:
Kupfer 9 Gramm
Kobalt 3,6 Gramm
Silber 250 Milligramm
Gold 24 Milligramm
Palladium 9 Milligramm



Messe München GmbH
Sabine Wagner
Messegelände
81823
München
sabine.wagner@messe-muenchen.de
(+49 89) 949-20246
http://www.ifat.com


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Sabine Wagner, verantwortlich.

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