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Regino-Preis: Journalisten für beste Justizberichterstattung geehrt

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Den begehrten Regino-Preis für herausragende Justizberichterstattung erhielten in diesem Jahr Joachim Pohl (ZDF), Gudula Geuther (Deutschlandfunk) und Prof. Dr. Joachim Jahn (FAZ). Verliehen wird die Auszeichnung von der Redaktion der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) aus dem Verlag C.H. ...

Den begehrten Regino-Preis für herausragende Justizberichterstattung erhielten in diesem Jahr Joachim Pohl (ZDF), Gudula Geuther (Deutschlandfunk) und Prof. Dr. Joachim Jahn (FAZ). Verliehen wird die Auszeichnung von der Redaktion der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW) aus dem Verlag C.H.Beck gemeinsam mit dem Koblenzer Rechtsanwalt und Initiator des Preises, Wolfgang Ferner. Die Ehrung der Preisträger fand am Freitag vor rund 60 Medienvertretern und geladenen Gästen im Großen Sitzungssaal des Oberlandesgerichts in Koblenz statt. Der seit elf Jahren existierende Regino-Preis steht unter der Schirmherrschaft des rheinland-pfälzischen Justizministers Dr. Heinz Georg Bamberger. Die Auszeichnung würdigt die besten Justizreportagen und Berichterstattungen mit rechtlichem Hintergrund aus den Bereichen Fernsehen, Rundfunk und Presse.

"Der Preis trägt dazu bei, in Zeiten einer überbordenden Berichterstattung innezuhalten, zu bilanzieren, zu bewerten und den besonders gelungenen Beiträgen über die Tagesaktualität hinaus zu Wert und Anerkennung zu verhelfen", betonte Justizminister Bamberger anlässlich des zweistündigen Festaktes.

Der Präsident des Oberlandesgerichts Koblenz, Ralf Bartz, wies darauf hin, dass die oft künstliche Sprache der Juristen ein ernsthaftes Hindernis auf dem Weg zur Bevölkerung darstellen könne, in deren Namen Recht gesprochen wird. "Journalisten helfen, diese Hindernis zu überwinden", so Bartz.

In der Kategorie "Fernsehen" ging der Regino-Preis an den ZDF-Journalisten Joachim Pohl. In der 45-minütigen TV-Dokumentation "Die Würde des Menschen" erklärt Pohl anhand von konkreten Fällen wie Diskriminierung mit Statements des Schalker Fußballspielers Gerald Asamoah, Gurtpflicht, Vaterschaftstest und vielen anderen Beispielen wie das Grundgesetz unseren Alltag regelt. "Ein großartiger Beitrag, der bestens als Schulungsfilm zum Grundgesetz geeignet ist und hoffentlich nicht so schnell im Archiv verschwinden wird", unterstrich Rechtsanwalt Wolfgang Ferner in seiner Laudatio.

Wolfgang Ferner zählt gemeinsam mit dem Justizminister des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Heinz Georg Bamberger, NJW-Schriftleiter Prof. Dr. Achim Schunder, der ehemals Leitenden Frankfurter Oberstaatsanwältin Hildegard Becker-Toussaint und dem früheren Ressortleiter "Recht und Justiz" des ZDF, Rechtsanwalt Bernhard Töpper aus Mainz, zur diesjährigen Fachjury des Regino-Preises.

In der Kategorie "Rundfunk" erhielt die Berlin-Korrespondentin des Deutschlandradios, Gudula Geuther, die begehrte Auszeichnung. Ihr Feature "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" schildert den Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter vor 60 Jahren. Im Mittelpunkt dabei steht das Wirken der Juristin und Politikerin Elisabeth Selbert, die zugleich zu den vier Müttern des Grundgesetzes zählte. Jury-Mitglied Bernhard Töpper lobte bei der Preisübergabe: "Ein Meisterstück, das durch hervorragende Recherchen, eine beeindruckende Beobachtungsgabe und sprachliche Brillanz besticht. Es ist Gudula Geuther gelungen, die Hörer auf eine Reise mitzunehmen, in ein wichtiges Kapitel Zeitgeschichte über die wesentlichen Weichenstellungen unserer Verfassung."

NJW-Schriftleiter Professor Schunder überreichte dem FAZ-Wirtschaftsjournalisten Professor Joachim Jahn für die Gerichtsreportage "Das war der größte Fehler meines Lebens" den Regino-Preis in der Kategorie "Print". Der Artikel beschreibt detailreich das Geständnis des einstigen Postchefs Klaus Zumwinkel im Steuerhinterziehungsprozess vor dem Landgericht Bochum. "Der Preisträger beherrscht die Verquickung von Journalismus und rechtlich präziser Aufarbeitung von Sachverhalten. Seine Reportage folgt vorbildlich dem Slogan ,Mittendrin statt nur dabei"", begründete Schunder die Preisvergabe.

In seinem Festvortrag "Allgemeines Persönlichkeitsrecht und Datenschutz" schilderte der Tübinger Rechtswissenschaftler und Datenschutzbeauftragte des Landes Hessen, Prof. Dr. Michael Ronellenfitsch, aktuelle Herausforderungen bei der Datensicherheit.


Ein einfacher Mönch als strebsamer Journalist

Der Regino-Preis ist benannt nach dem strebsamen Rechtslehrer und Geschichtsschreiber "Regino von Prüm" (840 - 915 n.Chr.), auch "Regino von Altrip" genannt, der Ende des 9. Jahrhunderts als Abt im damals bedeutenden Kloster Prüm in der Eifel lebte. Weder Erfolg noch Niederlagen hielten den einfachen Mönch von seinem unermüdlichen Streben ab, sein Leben lang aufzuklären, zu dokumentieren und Ereignisse niederzuschreiben. Dotiert ist der Regino-Preis, der seit dem Jahr 2000 verliehen wird, mit 750 Euro je Kategorie.

Weitere Informationen zum Regino-Preis finden Sie im Internet unter www.regino-preis.beck.de. Einsendeschluss für den Regino-Preis 2010 ist der 15. Oktober 2010. Berücksichtigt werden Beiträge, die in deutscher Sprache zwischen dem 01.08.2009 und dem 31.07.2010 erschienen sind.



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