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E-Bikes: Strohfeuer oder Wachstumsmotor?

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Fachleute zur Zukunft des E-Bikes-Marktes


Fachleute zur Zukunft des E-Bikes-Marktes Das E-Bike ist der Boomer unter den Radtypen. Die Wachstumszahlen sind beeindruckend, doch wie nachhaltig ist diese Entwicklung? Baut sich da eine Blase auf oder etabliert sich ein neuer Markt? Der pressedienst-fahrrad befragte Branchen-Insider. ...

Das E-Bike ist der Boomer unter den Radtypen. Die Wachstumszahlen sind beeindruckend, doch wie nachhaltig ist diese Entwicklung? Baut sich da eine Blase auf oder etabliert sich ein neuer Markt? Der pressedienst-fahrrad befragte Branchen-Insider.

"Das Thema E-Bike ist heiß", bringt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des deutschen Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV), die Stimmung am Markt auf den Punkt. Das Wachstum des E-Bike-Markts hatte in den letzten Jahren eine schwindelerregende Geschwindigkeit: Zwischen 2005 und 2009 hat sich der jährliche Absatz in Deutschland mit zuletzt rund 130.000 Einheiten mehr als vervierfacht. Und auch in diesem Jahr hat die Branche einen weiteren Zuwachs schon fest eingerechnet, die Schätzungen schwanken zwischen 20 und 50 Prozent.

Das Objekt der Begierde sind dabei noch überwiegend E-Bikes im Pedelec-Modus und in der sogenannten 25-km/h-Klasse - also Modelle, die die Tretkraft des Benutzers bzw. der Benutzerin mit einem meist 250 Watt starken Motor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützen.

Marktanteil Pedelec
E-Bikes liegen im Trend, die Verkaufszahlen sind rosig, doch welchen Marktanteil haben die Pedelecs wirklich. Am gesamten Fahrradmarkt, der 2009 gut 4 Mio. Neuräder ausmachte, haben die Elektroräder laut ZIV-Statistik einen Anteil von vier bis fünf Prozent. "Doch es lohnt ein wenig genauer in die Statistik zu schauen", sagt Gunnar Fehlau, Leiter des pressedienst-fahrrad und zusammen mit Peter Barzel Autor des Buches "Das E-Bike". "Rechnet man die Kinderräder und offensichtlich kaum für den wirklichen Alltagsgebrauch geeigneten Billigräder, sowie die reinrassigen Sporträder heraus, so zeigt sich ein anderes Bild: Das E-Bike hat die Zehn-Prozent-Marke im Segment der Alltagsräder längst genommen", ist Fehlau überzeugt.

Die große Frage lautet nun: Kann das E-Bike seine Zuwachsraten beibehalten? Bei seiner Recherche stieß der pressedienst-fahrrad auf weitgehend positive Signale. "Immer mehr Leute werden das E-Bike als modernes, alternatives Kurzstreckenfahrzeug entdecken", ist etwa René Marks vom Reifenhersteller Schwalbe überzeugt (www.schwalbe.de). Schwalbe hat bereits 2009 auf den E-Bike Trend reagiert und einen speziellen Reifen, Energizer genannt, auf den Markt gebracht.
Nach Marks' Meinung zum Wachstumspotential der E-Bikes gefragt, erklärt der Experte: "Steigerungsraten von 20-30 Prozent in den großen Märkten wie Deutschland oder Holland sind durchaus realistisch."
Auch viele Radhersteller gehen von hohen zweistelligen Zuwachsraten für die nähere Zukunft aus. Von "circa 20 Prozent, wenn man den Gesamtmarkt betrachtet", spricht etwa Katrin Pfeuffer, Marketingverantwortliche beim Radhersteller Hercules (www.hercules-bikes.de). Pfeuffer sieht allerdings auch die Gefahr einer "Kannibalisierung": "Wer vorher einen Tiefeinsteiger kaufen wollte, orientiert sich eventuell auf ein Pedelec mit tiefem Einstieg um." Will heißen: Die E-Bike-Verkäufe könnten auf Kosten der Fahrradverkäufe gehen. Doch da sich mit E-Bikes höhere Umsätze erzielen lassen als mit normalen Fahrrädern, profitieren Industrie und Handel auch so von dem Trend. Dieser Effekt wirkt natürlich umso kräftiger, je diversifizierter und hochwertiger die E-Bikes daherkommen.
Trend - Ein Streitwort
Überhaupt, "Trend"! Nicht überall in der Szene wird dieser Begriff gern gehört. "Das Wort Trend ist in diesem Zusammenhang vielleicht schon überholt", mutmaßt Tobias Spindler vom Radhersteller riese und müller (www.r-m.de); fast wortgleich äußert sich Torsten Mendel vom Zubehöranbieter Abus (www.abus.de), der zur Eurobike 2010 seinen ersten speziellen Helm für Pedelec-Fahrer präsentiert. Eine kurzlebige Mode, die ihr randständiges Dasein fristet, ist das E-Bike nämlich keineswegs: "Das E-Bike wird sich als ein neues Segment im Fahrradmarkt etablieren", erklärt Mendel. Denn was Trend-Fahrrädern wie den Singlespeedern oder Cruiserbikes trotz all ihres Charmes abgeht, ist die verkehrs-, wenn nicht gar gesellschaftspolitische Wirkung. Von einem veränderten Mobilitätsverhalten der Menschen durchs E-Bike spricht auch Spindler und schildert seine Beobachtungen am Unternehmensstandort wie folgt: "Hier in Darmstadt kann man das schon ansatzweise beobachten: Mühelos und freudestrahlend wird da Alltagsmobilität gelebt." Auch er schätzt den jährlichen Zuwachs an E-Bikes auf 30 Prozent ein - eine Lawine, die langsam, aber stetig Fahrt aufnimmt.

Der typische E-Radler. Jung & alt, stark & schwach, Mann & Frau
Spindler berichtet von begeisterten Eltern vor der Kita, neidischen Radbriefträgern und einer 82-jährigen Dame, die mit ihrem E-Bike den Schauinsland erklomm - und bestätigt damit noch einmal, dass das E-Bike seinen Platz vor allem im Alltag und auf Touren hat, auch wenn immer mehr sportliche Modelle auf den Markt drängen. Bei weitem keine Einzelmeinung. "Das E-Bike wird zu einer erhöhten Mobilität bei der Zielgruppe 50plus und bei Personen mit vergleichsweise geringer Kondition führen", äußert sich Rolf Häcker vom Komponentenhersteller Humpert (www.humpert.com). Eine Zielgruppe, die angesichts der erwarteten Alterung der Bevölkerung also stetig wachsen dürfte - bei gleichzeitig steigendem Mobilitätsanspruch.

Vielleicht sind in einigen Jahren nicht nur vier Prozent aller Neuräder elektrifiziert, sondern 30; von dieser Zahl geht jedenfalls Guido Müller vom Fahrradbeleuchtungshersteller Busch & Müller (www.bumm.de) aus. Er erwartet jährliche Zuwachsraten von 20 Prozent bis zur Marktsättigung, warnt aber auch vor übertriebener Euphorie, zumal er von einem "bald entstehenden Überangebot" ausgeht. Bislang kamen die E-Bike-Hersteller der Nachfrage kaum hinterher, doch wenn die Produktion stärker ansteigt als die Kauflust der Konsumenten, dürften etliche Elektroräder in den Läden stehenbleiben. Die dann voraussichtlich fallenden Preisen dürften die Nachfrage jedoch weiter antreiben, wenn auch zu Lasten der Handelsmargen. "Eine gewisse Knappheit ist gut für den Markt", weiß Christoph Goebel, Geschäftsführer vom Importeur Grofa (www.grofa.de).

Mit Strom durch den Wald
Neben den Segmenten Tour und Alltag kommen nun auch immer mehr Sportmountainbikes auf den Markt. Insbesondere das eMountainbike ist auf der Eurobike 2010 vermehrt anzutreffen. Marken wie riese und müller, Flyer oder Haibike zeigen unterschiedlichste Stromer für den Forst. Zur Frage nach Sinn oder Unsinn dieses Radtyps äußert sich Haibike-Chefin Susanne Puello: "Was glauben Sie, wie viele Tourenradler, die entlang der teils überfüllten Talradwege unterwegs sind, würden lieber quer der Täler durch die Wälder fahren und Panorama-Aussichten genießen, statt stets nur die Bergsilhouetten zu sehen? Und warum tun sie das nicht? Weil das Fahren auf Waldwegen ungleich mühsamer ist als auf dem asphaltierten Radweg am Ufer dahin zu rauschen. Mit dem e-Mountainbike kommt der Waldgenuss, aber nicht das Schwitzen. Und schon wird das Tourenfahren mit dem Mountainbike für ganz viele Menschen eine faszinierende Spielart des Radreisens. Ich bin sehr gespannt, wie schnell sich das ausbreitet! Dass es sich etablieren wird, daran habe ich keinen Zweifel."

Es ist offensichtlich: Die Fahrradbranche hat sich mit dem E-Bike ein echtes Zukunftsthema aufgebaut, das gleichermaßen wirtschaftlich attraktiv wie gesellschaftlich relevant ist - schließlich sind die Fahrräder mit Unterstützungsmotor das derzeit einzige wirklich funktionierende Konzept eines massentauglichen, individuell genutzten Elektrofahrzeuges darstellen, auch wenn die Autoindustrie redlich bemüht ist, ihre Aktivitäten als wegweisend zu kommunizieren.
Damit die Sparte der E-Bikes weiterhin auf Wachstumskurs bleibt, mahnt Rolf Häcker Qualität an: "Die Radhersteller müssen hochwertige Komponenten einsetzen, ansonsten kann das E-Bike sehr schnell an Image verlieren." Gut, dass der Trend zu hochwertigen E-Bikes über den Fachhandel geht, wie sich an den deutlich gestiegenen Durchschnittspreisen im Handel ablesen lässt. Hier sieht Hercules-Marketingfrau Katrin Pfeuffer bisweilen allerdings "Qualifizierungsdefizite": "Nicht jeder Händler ist aufgrund der anspruchsvollen Technik in der Lage, Pedelecs zu verkaufen." In den meisten Radläden hat man die Chance jedoch erkannt; kein Wunder also, dass in Orten, wo sich qualifizierte und motivierte Fachhändler befinden, deutlich mehr E-Bikes unterwegs sind. Und je präsenter die Elektroräder im Verkehr sind, desto mehr Nachahmer und damit Nachfrage schaffen sie.


pressedienst-fahrrad GmbH
Gunnar Fehlau
Ortelsburgerstr. 7
37083
Göttingen
grafik@pd-f.de
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