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Nie war es langweiliger, Politik zu machen

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Richard Wagner nimmt kein Blatt vor den Mund. Geistreich beschreibt er die Lage der Republik, anlaysiert ihre Befindlichkeiten und erklärt den Mythos der Integration.


Richard Wagner nimmt kein Blatt vor den Mund. Geistreich beschreibt er die Lage der Republik, anlaysiert ihre Befindlichkeiten und erklärt den Mythos der Integration. Er gilt wohl als einer der stillen Stars unter den deutschen Schriftstellern. ...

Er gilt wohl als einer der stillen Stars unter den deutschen Schriftstellern. Dabei sind seine provokanten Thesen und scharfzüngigen Analysen alles andere als unauffällig. Richard Wagner, Journalist und Schriftsteller, ist nicht für Sowohl-als-auch-Diskurse zu haben. Den Beweis trat er spätestens mit seinem Buch "Der deutsche Horizont. Vom Schicksal eines guten Landes" an. Bedingungslos analysiert der 1952 in Rumänien geborene und 1987 infolge eines Arbeits- und Publikationsverbotes nach Deutschland ausgereiste Bestseller-Autor die Lage der Nation und des Landes, kritisiert die allgegenwärtige Freizeit- und Spaßgesellschaft mit ihren Hauptdarstellern, den "Landsknechten von Mallorca", und geht mit dem bevormundenden deutschen Sozialstaat ins Gericht.

Ein Problem der Republik, so der Autor, sei der verwaltete Mensch in einem dennoch schwachen Staat. "Es mag seltsam klingen, aber die Bundesrepublik riskiert, ökonomisch an ähnlichen Problemen zu scheitern wie die DDR. Mit einem Kurzwort benannt: an den zu hohen Staatsausgaben", so Wagner, der im Jahr 2000 den Neuen Deutschen Literaturpreis erhielt. "Dezentralisierung und Föderalisierung haben nicht weniger, sondern mehr Staat eingebracht. Dass der Staat schwach ist, vermuten wir in nicht geringem Maße wegen des billigen Theaters seiner Akteure aus der politischen Klasse, in den Augen des Staatsbühnenpublikums, das sind wir, gescheiterte Lehrer, Winkeladvokaten." Ein analysierender Blick beweise schnell, "es ist ein Ständestaat, in dem die Entscheidungen in einem mühsamen Tauziehen zwischen den Interessengruppen, den Zünften, Gilden, Industrieverbänden und Gewerkschaften getroffen werden. Alles, was dabei herauskommt, trägt das Stigma des faulen Kompromisses. Nie war es langweiliger, Politik zu machen, als in diesen Zeiten", so Wagners Wertung.

Und wie steht es um des Deutschen Selbsteinschätzung? Die Vereinigungsfreuden waren schon kurz nach dem 3. Oktober 1990 den Problemen der Realität gewichen. Schließlich waren weder Ost noch West auf den Kollaps der osteuropäischen Planwirtschaft vorbereitet. "Während die DDR durch die Geschichte endgültig widerlegt ist, leidet das Modell Bundesrepublik an Reformunfähigkeit, sowohl der Eliten als auch der Bevölkerung", beschreibt er den Zustand der Republik.

Aus der Kernfrage "Wir sind wieder wer - wer sind wir?" heraus formuliert der Autor, dass es den Deutschen an Selbstverständnis mangele: Das vereinigte Deutschland befindet sich auf der Suche nach Gründungsmythen. Fragen wie "Was hält uns zusammen? Haben wir einen Traum von Deutschland?" würden erschwert durch die Ereignisse der Nazi-Zeit, die auch bei der öffentlichen Moral immer wieder zu Verzerrungen führten. "Deutschland schleppt den bösen Teil seiner Vergangenheit mit sich herum, als könnte es damit seine Zukunft richten. Aus dieser Vergangenheit lässt sich aber nur eine Vermeidungsstrategie ableiten, kein Handlungsschema."

Auch das Thema Einwanderung beleuchtet Wagner mit spitzer Zunge und hintergründigem Humor. Die Deutschen hätten eine "Verdachtskultur" entwickelt, in der die Verwendung spezifischer Terminologien zu sofortiger Bewertung führe. In seinem Buch und seinen Vorträgen spricht er vom "Mythos der Integration", stellt die Frage, wer wodurch Einheimischer sei und befürchtet die Auflösung gewachsener und traditioneller Stadtkultur durch die Einflüsse von Zuwanderern. Ein Zusammenleben im multikulturellen Sinne sei nur möglich, wenn man sich auf eine gemeinsame Basis aus Grundgesetz, Werten und Tugenden einige.



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