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Das deutsche Museumsportal informiert: Der Schmerz des Erwachsen-Werdens Performance zur Ausstellungseröffnung im LWL-Landesmuseum

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In der Sonderausstellung "Neue Alchemie. Kunst der Gegenwart nach Beuys" (bis 16. Januar 2011) zeigt das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster elf Positionen zeitgenössischer Kunst, die die von Joseph Beuys eingeführte Ästhetik und s


In der Sonderausstellung "Neue Alchemie. Kunst der Gegenwart nach Beuys" (bis 16. Januar 2011) zeigt das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster elf Positionen zeitgenössischer Kunst, die die von Joseph Beuys eingeführte Ästhetik und seine inhaltlichen Kategorien aufgreifen. ...

Diese junge Künstlergeneration beschwört die Kraft des Ursprünglichen, der Natur, der Energie und des Irrationalen und schafft Werke aus "armen" Materialien wie Ton, Gips, Holz und Ästen, Metallen, Steinen, angedeuteten oder echten Tiermaterialien und Textilien. In einer Serie stellt das Landesmuseum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) ausgewählte Exponate vor.

Ein abgedunkelter Raum, in dem eine kleine Hütte, ein Altar mit phallusartigen Figuren, hölzerne Frauenbrüste und ein Drahtgestell mit darauf befestigtem Besen und viele weitere Details sich zu einer raumfüllenden Installation verbinden: Der Besucher betritt mit der Installation "Mounting Toward Zenith - Descending And Disappearing" von Matthew Ronay eine ganz eigene Welt, die an Exponate in ethnologischen Museen erinnert. Zur Eröffnung der Ausstellung "Neue Alchemie" hat der amerikanische Künstler das Werk nun "aktiviert", indem er am vergangenen Samstag selbst zum Teil seiner Installation wurde. In einen eigens angefertigten, hölzernen Anzug samt Maske und Schuhen gezwängt, lag Matthew Ronay mehrere Stunden in der Hütte, um mit dem Besen über den gegenüberliegenden Altar zu kratzen. Ronay haucht der Arbeit durch mühsame, quälende Bewegungen Leben ein. Diese Prozedur, in der der Künstler mit der Arbeit verschmilzt, erinnert an archaische Rituale oder schamanistische Praktiken.

Matthew Ronay, geboren 1976 in Louisiana, hat diese Arbeit aus dem Gedanken heraus entwickelt, den Prozess des eigenen Erwachsen-Werdens in Gang zu setzen. Der Künstler greift die großen Erzählungen der Menschheitsgeschichte auf: Die phallusartigen Holzfiguren und die Frauenbrüste, die einander räumlich gegenübergestellt sind, stehen für die Dualität von Mann und Frau und erinnern an Schöpfungsmythen. Über dem Ensemble hängen sieben Lampen unter einem gebatikten Stoffhimmel, die unterschiedliche Mondphasen anzeigen und für die spärliche Beleuchtung des Raumes sorgen. Schöpfungsmythen und die Kraft des Mondes spielen in fast allen Kulturen eine Rolle. Der Besen, mit dem Ronay an dem Altar kratzt, hinterlässt allerdings kaum Spuren an den Figuren. Die Verbindung, die er zwischen der Hütte und dem Altar darstellt, mündet nicht in eine Einheit, sondern betont noch die Entfremdung zwischen der weiblichen und der männlichen Sphäre. Unklar bleibt, in welcher Beziehung der Mensch und die Artefakte auf dem Altar zueinander stehen.

Pressekontakt:
Nina Heinrich,
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte,
Telefon: 0251 5907-209 nina.heinrich@lwl.org

Frank Tafertshofer,
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