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Criticón Vorabmeldung: Die Feinde der offenen Gesellschaft und ihre Bildungslücke

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Schwedischer Wissenschaftler kritisiert Anti-Globalisten


Bonn - Ob Armut in Afrika, Staatsschulden in Lateinamerika, Klimawandel oder Terrorismus - für Globalisierungsgegner ist klar: Der Kapitalismus ist an allem schuld! Der schwedische Historiker Johan Norberg hat mit seinem Buch „Das kapitalistische Manifest“ eine längst überfällige Faktensammlung vorgelegt, um diese Legenden zu zerstören. Norberg zeigt, wie der globale Kapitalismus hilft, Armut und Hunger in der Welt einzudämmen, der Demokratie zum Durchbruch zu verhelfen und Minderheiten zu schützen. „Ich halte die Globalisierung und internationale Konkurrenz für absolut notwendig, um Machtkonzentrationen und Monopolbildungen, egal in welchem Bereich, zu begrenzen“, betont Norberg im Gespräch mit dem Mittelstandsmagazin Criticón.

Den Aufstieg und Erfolg der Anti-Globalisierungsbewegung sieht er mit großer Sorge. „Politische Ideen sind sehr wichtig, das sollten wir als Lektion aus der Geschichte gelernt haben. Einer der Gründe, warum ich persönlich früher der Globalisierung und dem Big Business skeptisch gegenüberstand, basierte auf einer Bildungslücke über historische Prozesse - speziell über langfristige historische Entwicklungen. Die Menschheit ist im Allgemeinen eher schwach darin, aus der Geschichte zu lernen und die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Noch vor 100 Jahren waren fast alle Länder der Welt das, was wir heute Entwicklungsländer nennen würden. In Schweden gehörten Armut, Analphabetismus und Unwissenheit zum Alltag der breiten Bevölkerung. In einem Prozess der kreativen Zerstörung lernten wir unser Leben effizienter zu gestalten. Menschen verließen das Land und hinterfragten die alten Lebensstile. Kurzfristig kam es dadurch zu Arbeitslosigkeit, aber langfristig verbesserte sich das Leben und die Gesellschaft“, so Norberg.

Heute hätten wir es uns zur Angewohnheit gemacht, die Schattenseiten der Globalisierung wahrzunehmen, ohne den Gesamtzusammenhang zu erkennen. „Man kommt zu dem Entschluss, die Welt krankt an zu viel Globalisierung. Allerdings ist das Gegenteil richtig. Insbesondere in unseren ausgeprägten Mediengesellschaften werden die Menschen mit Bildern und individuellen Geschichten überflutet, die keine langfristige Perspektive vermitteln und somit ein falsches Bewusstsein erzeugen. Deshalb ist es auch so schwierig den Kapitalismus zu unterstützen und ihn als liebenswert zu betrachten“, führt der Wissenschaftler aus. Die Gesamtausrichtung der Anti-Globalisten hält er für gefährlich.

"Auf zwei verschiede Arten handelt es sich bei Ihnen um ‚Feinde der offenen Gesellschaft’. Zu aller erst herrscht bei diesen Menschen nicht das Bewusstsein vor, dass ihre politischen Visionen gefährlich sind und das kollektive Mächte einen Nachteil für die Menschheit darstellen. Stattdessen dominieren extrem utopische Vorstellungen, nach dem Motto, wenn wir erst die Macht in den Händen halten, wird sich alles zum Guten wenden. Andererseits haben diese Leute auch kein Verständnis für die Vorzüge offener Gesellschaften und die Vorteile von freien Märkten. Sie lehnen Gesellschaften ab, in den es eine Konkurrenz von Ideen gibt, die von außerhalb kommen. Die Argumentation dieser Bewegung ist monokausal und es dominieren simple schwarz-weiße Bilder, wenn auch intellektuell verpackt“, kritisiert Norberg.

Zur Person: Der 1973 geborene Historiker Johan Norberg ist Mitarbeiter von Timbro, einer liberalen Denkfabrik in Stockholm. Durch sein Buch "In Defence of global Capitalism/ Das kapitalistische Manifest" wurde Norberg international bekannt. Im vergangenen Jahr wurde er mit der Hayek-Medaille ausgezeichnet.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Silke Landwehr, verantwortlich.

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