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Die Quittung für Lebensmittel-Online-Shops

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Systeme stecken noch in den Kinderschuhen - Testkäufe fast ausschließlich negativ - erhebliche Bedenken hinsichtlich des Versands kühlpflichtiger Produkte

München/Düsseldorf, 21. September 2010 - Der Lebensmittelkonzern REWE plant, Lebensmittel online zu verkaufen. Ab Winter 2011 sollen dafür vorab in einigen deutschen Großstädten verschiedene Online-Konzepte getestet werden. Das kündigte Rewe-Chef Alain Caparros im Gespräch mit der Wirtschaftswoche an. Der Kunde solle später selbst wählen können, ob er sich die per Computer bestellte Ware bringen lässt oder sie zu einer vereinbarten Zeit in der Filiale abholt – frei nach dem Drive-In Prinzip, welches die französischen Supermarktketten Auchan und Leclerc bereits seit 2007 anbieten. Für Rewe bedeuteten diese Ansätze, so Caparros, eine Art Versicherung in die Zukunft: „Wir können es uns nicht leisten, wichtige Trends zu verschlafen“.
Der Ansatz ist dabei alles andere als neu. Bereits im Juli 2010 hat Amazon Deutschland diesen neuen Vertriebsweg beschritten. Die hessische Supermarktkette Tegut folgte, auch Otto wird eventuell nachziehen. Von der Konkurrenz zeigt sich Caparros allerdings wenig überzeugt: „Wir haben ein paar Testkäufe bei einzelnen Wettbewerbern gemacht – es war abenteuerlich. Sie müssen eine halbe Woche vorher bestellen und wenn die Ware kommt, brauchen sie allein für die vielen Verpackungen einen zusätzlichen Müllcontainer, ganz zu schweigen von den Versandkosten.“
Eine erste Quittung für den Lebensmittel-Online Shop von Amazon gab es auch von einer Web-Monitoring-Studie, welche die Consline Research and Consulting AG in jüngster Vergangenheit durchführte. Demnach bewerten rund 52 Prozent der Nutzer von Online-Foren den Online-Shop als negativ. Kritisiert wird vor allem das Marketplace-System, bei dem bei einer Bestellung hohe Versandkosten anfallen können, wenn die Waren von verschiedenen Amazon-Partnern geliefert werden. Zudem äußern die Forennutzer erhebliche Bedenken hinsichtlich des Versands kühlpflichtiger Produkte. Testkäufe von derartigen Produkten werden fast ausschließlich negativ bewertet.
Und tatsächlich müssen die Unternehmen in puncto Verpackungsmaterialien ganz neue Kriterien erfüllen, um den Verbrauchern die natürliche Hemmung vor einer Online-Bestellung zu nehmen. Ein Etikett, welches die Kühlkette eines Produktes dokumentiert und Mängel auf den ersten Blick sichtbar macht, könnte Abhilfe schaffen. Produziert wird es vom baden-württembergischen Systemlöser Bizerba. Eine spezielle Pigmentfarbe auf dem Etikett wird dabei während des Verpackungsvorganges mit UV-Licht aufgeladen und erscheint zu Beginn in einem dunklen Blau. „Die anschließende Ausfärbung ins Weiße geschieht in Abhängigkeit von Zeit und Temperatur. Ist das Etikett ausgeblichen, weiß der Verbraucher, dass die Kühlkette nicht eingehalten wurde und das Produkt nicht mehr zu verzehren ist“, erklärt Claudia Gross, Director Global Marketing and Communication bei Bizerba. Er könnte es unausgepackt sofort reklamieren.
Auffällig sei zudem, so ein weiteres Ergebnis der Consline-Studie, dass im Netz wenig über andere Online-Lebensmittel-Anbieter diskutiert wird, obwohl diese schon seit Jahren um Kunden werben. Nach Amazon folge Gourmondo.de mit deutlichem Abstand. Zu Froodies, Edeka24, Lebensmittel.de oder dem Online-Angebot von Kaiser´s Tengelmann findet sich hingegen kaum Resonanz. Da der Markt des Online-Lebensmittelhandels aber sehr dynamisch ist, wird die Consline AG die Studie in Kürze wiederholen, dann vielleicht schon mit ganz anderen Ergebnissen.



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