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Amerika wehrt sich gegen Job-Abwanderung in der IT-Branche

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Protektionismus in neuem Gewand


Hamburg/Auburn - Während die Patriotismus-Debatte in Deutschland startet, ist sie in den USA bereits in vollem Gange - mit Konsequenzen. „Der US-Senat hat bereits ein Gesetz verabschiedet, das die Vergabe von IT-Aufträgen ins Ausland erschwert. Mehr als ein Dutzend US-Bundesstaaten erwägen ähnliche Initiativen. Und John Kerry, Herausforderer des amtierenden US-Präsidenten George Bush, hat Ende 2003 ein Offshore-Gesetz eingebracht. Die Furcht der US-Arbeitnehmer vor Job-Verlusten durch so genanntes Offshoring, also die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland, ist groߓ, berichtet die Financial Times Deutschland.

Vor allem die von Mitgliederschwund bedrohten amerikanischen Gewerkschaften witterten eine Chance, sich über das Thema zu profilieren. „Diverse Arbeitnehmervertretungen initiierten im vergangenen Jahr Postkarten- und E-Mail-Kampagnen, die sich an die US-Kongressabgeordneten richteten. Anders als bei der Verlagerung von Produktionsarbeitsplätzen ins Ausland rechneten sie sich mehr Resonanz bei den Volksvertretern aus. Denn die Bedrohung erstreckt sich nun auf Mittelschicht-Jobs; sie trifft jene Bevölkerungsgruppe, aus der die meisten Abgeordneten stammen.

Die Proteste zeigen mittlerweile Wirkung. Im November kündigte der Gouverneur des Bundesstaats Indiana einen 15,2 Mrd. Dollar schweren Vertrag mit einer indischen Firma. Den Zuschlag bekam ein einheimischer Anbieter“, schreibt die FTD. Aktuelle Gesetzesinitiativen sehen vor, dass die öffentliche Hand nur eingeschränkt Aufträge an Firmen in Niedriglohnländern vergeben dürfen. Kerry titulierte in Wahlkampfveranstaltungen das Outsourcing als „unpatriotische Praxis“. Im Falle seiner Wahl will er alle Handelsverträge im Lichte amerikanischer Umwelt- und Arbeitsnormen revidieren. Nach Kerrys Vorstellungen sollen sogar Call Center-Agenten bei jedem Kundenkontakt via Telefon oder E-Mail erklären müssen, in welchem Land sie stationiert sind. Damit werde, so glaubt er, „ein großer Schritt getan, amerikanische Jobs zu erhalten“. Für den Wirtschaftswissenschaftler Robert Barro von der Harvard Universität gehen Kerrys Vorstellungen in die völlig falsche Richtung. „Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ist eine Form internationalen Handels, diesmal in Form von Diensten. Der Angriff auf das Outsourcing ist nichts anderes als Protektionismus in neuem Gewand“, kritisiert Barro. Auch die Aufnahme von amerikanischen Arbeits- und Umweltnormen in Handelsabkommen wäre eine Form des Protektionismus. „Es ist doch ganz offensichtlich, dass sich einer der größten Vorteile aus dem Handel vor allem mit ärmeren Ländern aus den niedrigeren Lohnkosten dort ergibt“, so Barro.

Befürworter des Freihandels weisen darauf hin, dass die freie internationale Zusammenarbeit – auch im Bereich der Dienstleistungen – für alle beteiligten Nationen große Vorteile bringt. Und sie haben Kerry bereits als Heuchler entlarvt, der seine Wahlkampagne mit Hilfe kanadischer Telefonisten und ausländischer Praktikanten betreibt. „Der Neo-Protektionismus ist nicht allein deshalb verwerflich, weil er die Heuchelei amerikanischer Handelspolitiker entlarvt; er ist verwerflich, weil er den Interessen der großen Bevölkerungsmehrheit entgegensteht“, führt Guido Hülsmann vom amerikanischen Ludwig von Mises-Institut in Auburn in der Frühjahrsausgabe des Mittelstandsmagazins Criticón http://www.criticon.de aus.

„Protektionismus in einem Land bedeutet immer auch Einkommensverluste in anderen Ländern. Der Protektionismus der westlichen Länder, vor allem bei landwirtschaftlichen Produkten ist sicherlich das größte Hemmnis für die Entwicklung der Dritten Welt. Auch vom engen Standpunkt der eigenen nationalen Interessen sei der Protektionismus ein Irrweg. Er könne allenfalls sehr kurzfristige Vorteile für einige tonangebende Gruppen wie Gewerkschaften und Politiker bringen. „Den Kapitalabfluss und die damit einhergehende Ausgleichung der Lebensverhältnisse auf der ganzen Welt kann er letztlich doch nicht verhindern“, so Hülsmann. US-Notenbankchef Alan Greenspan kritisierte die geplanten Gesetze. "Diese angeblichen Heilmittel machen die Dinge schlechter statt besser". Sie würden nur wenige Jobs schaffen, und wenn Ausländer sich rächen, würden die USA mit Sicherheit Jobs verlieren. "Alle Beteiligen wissen, dass inzwischen nicht mehr nur einfache Tätigkeiten in asiatische und osteuropäische Länder verlagert werden, sondern auch hochqualifizierte IT-Dienstleistungen. Abschottung und Handelskriege sind allerdings das schlechteste Mittel, um diesen Trend aufzuhalten. Wir müssen intelligentere Dienstleistungen auf den Markt bringen," erklärt Helmut Reisinger, Geschäftsführer des international tätigen IT-Dienstleisters NextiraOne http://www.nextiraone.de. Der vorangeschrittene Trend zum Offshoring werde den Reformdruck in den westlichen Ländern erhöhen.




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