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WIK-Consult und DIW econ untersuchen optimale Unternehmenslandschaft im Strom- und Gasmarkt: Große private Unternehmen meistern künftige Herausforderungen am besten

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Der Energiemarkt von morgen sollte in erster Linie von großen und privatwirtschaftlichen Unternehmen gestaltet werden - und zwar auf allen Wertschöpfungsstufen. Diese Unternehmen seien am besten in der Lage, die künftigen Herausforderungen der Energiewirt


Der Energiemarkt von morgen sollte in erster Linie von großen und privatwirtschaftlichen Unternehmen gestaltet werden ? und zwar auf allen Wertschöpfungsstufen. Diese Unternehmen seien am besten in der Lage, die künftigen Herausforderungen der Energiewirtschaft, zu denen insbesondere Investitions- und Innovationsfähigkeit, internationale Wettbewerbsfähigkeit, effizientes Wirtschaften und Risikotragfähigkeit zählen, zu meistern. Zu diesem Schluss gelangt eine von der WIK-Consult GmbH und DIW econ im Auftrag der RWE AG erstellte Studie zu einer aus Verbrauchersicht optimalen Unternehmenslandschaft im deutschen Strom- und Gas-markt.\r\n

Die Untersuchung basiert auf einem energiewirtschaftlichen Leitbild bis 2050, das aus Verbrauchersicht die energiepolitischen Ziele Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicher-heit bei gleichzeitiger CO2-Neutralität bestmöglich miteinander verknüpft. Vor diesem idealtypischen Hintergrund leitet die Studie in einem ersten Teil eine optimale Unter-nehmenslandschaft ab, die unter Wettbewerbsbedingungen entstehen würde, und prüft dann über alle Wertschöpfungsstufen, wie die Unternehmen beschaffen sein sollten, um die zu erwartenden energiewirtschaftlichen Herausforderungen bestmöglich zu bewälti-gen. "Eine Auswertung unserer empirischen und theoretischen Quellen hat ergeben", so Matthias Wissner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der WIK-Consult GmbH, "dass vor al-lem große und privatwirtschaftlich organisierte Unternehmen die besten Voraussetzun-gen für die Aufgaben der Zukunft mitbringen." Die Studie zeigt, dass große Unternehmen vor allem bei der Investitionsfähigkeit im Vergleich zu kleineren Wettbewerbern Vorteile besitzen. Letzteren fehlt vielfach ein stabiler Zugang zum Kapitalmarkt und damit eine langfristige Finanzierungsfähigkeit sowie die Möglichkeit der Risikodiversifikation.

Auch bei der Innovationsfähigkeit schneiden große Unternehmen besser ab: Durch die Möglichkeit zur Installation einer F&E-Abteilung besäßen sie in diesem Bereich entspre-chende Vorteile. Staatsunternehmen haben - so die Schlussfolgerungen aus der litera-turbasierten Recherche im Rahmen der Studie - dagegen geringere Anreize zur Innovati-onssuche, da sie langfristig zumeist nur kostendeckend arbeiten müssten. Außerdem arbeiteten private Unternehmen effizienter und profitabler als Unternehmen im Staats-besitz.

Die Ergebnisse gründen auf Betrachtungen auf der Ebene der einzelnen Wertschöp-fungsstufen. So lassen sich beispielsweise im Erzeugungsbereich aufgrund hoher Fixko-sten beim Bau bestimmter Kraftwerkstypen von großen, privaten Unternehmen Kosten-vorteile von bis zu 50% realisieren. Das trifft auf konventionelle Kraftwerke ebenso zu wie auf große Windparks oder die CCS-Technologie.

Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt die Studie auch auf der Transport- und Verteilnetzebe-ne. Auf der Transportnetzebene liegen technologiebedingt Strukturen vor, die eine klein-teilige Organisation weder technisch noch ökonomisch rational erscheinen lassen. Grö-ßere Netzbetreiber auf der Verteilnetzebene, so das Ergebnis der Analyse, bewirtschaf-ten ihre Netze deutlich effizienter als kleinere, da sie von Größenvorteilen profitierten.

Strukturelle Defizite zeigen sich in Deutschland vor allem bei Verteilung und Vertrieb, stellt die Studie fest. Im Gegensatz zu der Sektororganisation in England, Frankreich, den Niederlanden, Kalifornien und Pennsylvania gibt es hierzulande in diesen Bereichen we-sentlich mehr und wesentlich kleinere, vor allem aber auch ein Vielzahl öffentlicher Un-ternehmen.

Die Studie untersucht im zweiten Teil, welche Konsequenzen sich für den deutschen Strom- und Gasmarkt ergäben, wenn die Energiepolitik andere als die im Leitbild skizzier-ten Wege einschlägt. "Dazu", so Wissner, "wurden im Rahmen der Studie Szenarien ent-wickelt, die unterstellen, dass die Energiepolitik die derzeit zumeist indirekte Förderung zweier aktueller Tendenzen, nämlich der Re-Kommunalisierung und der Dezentralisie-rung, durch weitere Maßnahmen verstärkt." Die Analyse zeigt, dass eine Politik der För-derung bestimmter Technologie- oder Unternehmensformen die Unternehmensland-schaft in den Bereichen Erzeugung, Transport und Verteilung sowie Vertrieb relativ zu dem zuvor skizzierten, aus Verbrauchersicht optimalen Leitbild verändert. Re-Kommunalisierung führt zu einer Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit bei Verteilung und Vertrieb - zum Nachteil des Verbrauchers. Entstehen doch aufgrund entgangener Größen - und Privatisierungsvorteile Mehrkosten, die die Studie auf mehr als 5 Milliar-den Euro pro Jahr schätzt. Mit ähnlich negativen Auswirkungen müsse im Falle einer De-zentralisierung der Stromerzeugung gerechnet werden; auch hier könnten bei Erzeugung und Verteilung Größen- und Privatisierungsvorteile nicht genutzt werden, so dass sich die Wirtschaftlichkeit insgesamt verschlechtere. Alle durchgespielten energiepolitischen Ansätze führen in der Konsequenz zu einer deutlichen negativen Beeinflussung der fun-damentalen energiepolitischen Zielvariablen. Die aus dem Leitbild abgeleitete Unter-nehmenslandschaft stellt, so das Ergebnis der Szenarioanalyse, somit ein Optimum dar, von dem nur unter Verlust von Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit abgewichen werden kann.

Ordnungspolitischen Handlungsbedarf sieht die Studie insbesondere darin, die Rahmen-bedingungen im Energiesektor so auszugestalten, dass sich - getrieben durch wettbe-werbliche Prozesse auf allen Wertschöpfungsstufen - eine optimale Unternehmensland-schaft herausbilden kann. Um eine im Sinne der Verbraucher hohe Wettbewerbsintensi-tät auf den Energiemärkten zu gewährleisten, sollte der politische und rechtliche Rah-men auf Energie-, Technologie sowie auf Unternehmensebene neutral ausgestaltet sein und keine einseitigen Präferenzen oder Förderungen existieren. Außerdem sollte er ein-deutige und nachhaltige Handlungsanreize liefern, um Investitionen und Innovationen zu stimulieren. Die Studie ist auf der Homepage der WIK-Consult (www.wik.org) abrufbar.



WIK Wissenschaftliches Institut für Infrastruktur und Kommunikationsdienste
Matthias Wissner
Rhöndorfer Str. 68
53604 Bonn
+49 2224 9225 37

www.wik.org



Pressekontakt:
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Angelika Friederich
Auf der Böck 3c
40221
Düsseldorf
wik@impressions-kommunikation.de
+49 211 307153
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