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Grüner Punkt backt kleine Brötchen

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Mülltrennung wird zunehmend in Frage gestellt


Köln, www.ne-na.de - "28.September 1990. Dem deutschen Müllberg wird zuleibe gerückt", so lautete der Werbespruch des Grünen Punktes zum Start seiner Tätigkeit am 28. September 1990. Das Duale System (DSD) wolle das Abfallaufkommen in Deutschland deutlich reduzieren. "Praktisch aber wird nur ein Teil der von deutschen Hausfrauen penibel gesammelten Verpackungen tatsächlich auch wiederverwertet.

Und so utopisch das klingen mag: ausgerechnet die bundesdeutsche Gesetzgebung verbietet das Recycling aller im Hausmüll anfallenden Wertstoffe – nur was in der Gelben Tonne landet, darf weiter verwertet werden", berichtet das WDR-Hörfunkmagazin Leonardo. Das jedenfalls beklage der Landrat des Lahn-Dill-Kreises Karl Ihmels, der mit dem sogenannten Trockenstabilatverfahren schon vor Jahren eine Alternative zum DSD aufbaute und dafür heftig bekämpft wurde.

"Die Verpackungsverordnung, für die volkswirtschaftlich gesehen ja viel Geld ausgegeben wird, hatte das Ziel und die Aufgabe, eine ökologisch hochwertige Verwertung zu ermöglichen und vor allem zu finanzieren. Damit sollte ein Vorbild entwickelt werden für die gesamte Restmüllverwertung. Tatsächlich haben wir im Lahn-Dill-Kreis und insbesondere die Firma Herhof, für den Restmüll einen Standart entwickelt, der höher ist als der, den die Verpackungsverordnung durch das DSD erreicht hat", so die Stellungnahme von Ihmels in dem Radiobeitrag. Das DSD habe seine Macht dann eingesetzt um zu verhindern, dass die Trockenstabilat-Technik die ihr gebührende ökologische Spitzenposition realisieren durfte. Schon Mitte der 90er Jahre hatte Ihmels damit begonnen, Hausmüll und Grüne-Punkt-Verpackungen gemeinsam einzusammeln, um daraus einen sauberen, von Schadstoffen befreiten Brennstoff zu schaffen, der vom Heizwert mit Braunkohle vergleichbar ist. Doch er scheiterte damit vor den deutschen Gerichten.

"Was Ihmels mit Hilfe des mittelständischen Unternehmers und Erfinders Hermann Hofmann, Gründer der Firma Herhof, im hessischen Aßlar umzusetzen versucht hatte, wird heute, 10 Jahre später als Zukunftsmodell gefeiert", so Leonardo. Mikrobiologische Prozesse bauen beim Herhofverfahren innerhalb von acht Tagen die organischen Anteile ab, die dabei entstehende Wärme lässt den Müll trocken, das anfängliche Gewicht wird so um rund 30 % reduziert. Einmal getrocknet haben Zerkleinerer, Rüttelsiebe und Gebläse ein leichtes Spiel. "Für Hermann Hofmann liegt die Zukunft der Abfallbeseitigung auf seiner Seite. Er hatte als mittelständischer Unternehmer das Verfahren in die Praxis umgesetzt, musste wegen des großen Widerstandes seitens der Bundesregierung aber auch des Dualen Systems am Ende seine Erfindung ins Ausland verkaufen, um nicht selbst in Konkurs zu gehen. Jetzt, wo die Europäische Kommission das Monopol des Dualen Systems zu brechen begonnen hat, kommt das Trockenstabilatverfahren, nun als ausländisches Patent zurück nach Deutschland und wird als Hoffnungsträger gelobt. Eine späte Genugtuung für den Erfinder Hermann Hofmann", so der WDR-Bericht.

Noch verdienten das DSD, die Entsorgungswirtschaft und vor allem auch die großen Handelsketten wie Metro, Rewe oder Aldi Milliarden an der vermeintlichen Wiederverwertung. und sie alle hätten kein Interesse, ihre Vorteile aufzugeben. Die ökologischen Effekte des Grünen Punktes werden von Umweltexperten als äußerst gering eingestuft – auch wenn man mit dem Recyclingeinsatz täglich zwei Brötchen backen könnte. Entscheidend ist nach Ansicht des Wissenschaftsjournalisten Edgar Gärtner das Preis-Leistungs-Verhältnis – und da sei der Grüne Punkt das teuerste Müllsystem überhaupt: Würde Deutschland die Selbstverpflichtung bei einer 25-prozentigen Reduktion des Kohlendioxids auf der Basis der DSD-Kosten umsetzen, würde das sage und schreibe 1,25 Billionen Euro kosten.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

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