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Weltneuheit "Erinnerungsmetall": Kinderkardiologen des HDZ NRW gelingt erstmals Herzscheidewand-Verschluss mit neuem Verschlusssystem bei örtlicher Betäubung

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+++ Kinder wurden bereits nach zwei Tagen beschwerdefrei entlassen +++ Schonender Eingriff per Mini-Katheter am schlagenden Herzen: "Erinnerungsmetall" stopft wie ein Korken das Loch in der Herzscheidewand +++ HDZ NRW arbeitete eng mit Entwicklungsfirma


+++ Kinder wurden bereits nach zwei Tagen beschwerdefrei entlassen +++ Schonender Eingriff per Mini-Katheter am schlagenden Herzen: ...

Bad Oeynhausen, 11. November 2010: Glückliche Eltern und zwei nun gesunde Kinder - was auf den ersten Blick nach alltäglicher Routine in einem Krankenhaus klingt, hat in diesem Fall weltweite Bedeutung und ist ein medizinischer Durchbruch, der vielen Kindern und Eltern Hoffnung geben wird. Denn erstmals ist es Kinderkardiologen am Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen (HDZ NRW) gelungen, durch ein neu entwickeltes Verschlusssystem Löcher in der Herzscheidewand von zwei acht- bzw. neunjährigen Kindern besonders schonend zu schließen. Das Besondere aus Sicht der jungen Patienten: Bereits zwei Tage nach dem nur rund einstündigen Eingriff am schlagenden Herzen, für den jedoch lediglich eine örtliche Betäubung in der Leistengegend notwendig war, wurden die beiden Kinder entlassen. "Beide werden aller Voraussicht nach keine weiteren Probleme haben und ein im wahrsten Sinne des Wortes normales Leben führen können", so Privatdozent Dr. Nikolaus Haas, Katheterspezialist im HDZ NRW.

Erinnerungsmetall mit Kunststoffhärchen passt sich optimal an und verschließt Loch in der Herzscheidewand

Möglich wurde dies durch die Implantation eines so genannten Coil. "Hierbei handelt es sich um ein Erinnerungsmetall, das die Eigenschaft hat, immer wieder seine ursprüngliche, ihm einmal beigebrachte Form anzunehmen", so PD Dr. Haas. "Im Herzen zwirbelt sich der der Draht auf, den wir über einen Minikatheter durch die Hauptschlagader bis in die Herzhauptkammer voran geschoben haben, und nimmt eine trichterartige Form an." Wie ein Korken schließt der aus einer speziellen Metalllegierung (sog. Nitinol) bestehende feine Draht das Loch in der Herzscheidewand.

Das Besondere an der Innovation: Der Coil passt sich eigenständig und optimal an das Herzmuskelgewebe und das darin befindliche Loch an. Mitverantwortlich dafür sind zusätzlich verankerte Kunststoff-Härchen (Dacon), die dem Coil die notwendige Dichtigkeit geben. "Schon kurz nach dem Eingriff wird der Metall-Kunststoff-Flicken von körpereigenem Bindegewebe überwachsen und das Loch restlos abgedichtet", erläutert PD Dr. Haas.

Löcher in der Herzscheidewand (Ventrikelseptumdefekt) sind häufigste angeborene Herzfehler

Die Bedeutung dieser Innovation wird aus Zahlen ersichtlich: Das Loch in der Herzkammerscheidewand (Ventrikelseptumdefekt) ist der häufigste, angeborene Herzfehler. Etwa ein Prozent aller Kinder weltweit kommen mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Die Kammerscheidewanddefekte machen mit ca. 30 Prozent den Löwenanteil dieser Defekte aus. Je nach Größe dieser Verbindung ist das Loch in der Herzscheidewand in der Regel zunächst unproblematisch. Allerdings muss aufgrund des zusätzlichen Blutflusses das Herz auch kontinuierlich mit jedem Herzschlag eine größere Menge Blut pumpen. Bei großen Defekten müssen die Kinder bereits im Neugeborenen- bzw. Säuglingsalter operiert werden. Bei mittelgroßen Defekten führt die zusätzliche Belastung im Laufe der Jahre zu einer schnelleren Alterung des Herzens. Herzrhythmusstörungen und Herzmuskelschwäche können die Folgen sein.

Die jetzt behandelten Ventrikelseptumdefekte hatten einen Durchmesser von zwei bis acht Millimetern. "Alles was im Herzen implantiert wird muss den mechanischen Gesetzen des Herzens folgen", erläutert Dr. Trong-Phi Le, Kinderkardiologe am Uniklinikum in Hamburg-Eppendorf. Er hat den neuen Coil in jahrelanger Arbeit zusammen mit der Kölner Firma pfm-AG bis zur Zulassungsreife gebracht und sich bewusst das Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen als Partner für die erste Implantation ausgesucht. Dr. Trong-Phi Le resümiert: "Das Herz- und Diabeteszentrum hat eine unglaublich erfahrene und routinierte Mannschaft für Herzkathetereingriffe und war daher für die Zusammenarbeit prädestiniert. Der Erfolg gibt uns Recht, vor allem aber sind die nun gesunden Kinder die schönste Bestätigung der Forschungsarbeit."


Herz- und Diabeteszentrum NRW
Anna Reiss
Georgstr. 11
32545 Bad Oeynhausen
05731-971955

www.hdz-nrw.de



Pressekontakt:
wbpr Public Relations
Jan Manz
Münchner Straße 18
85774
Unterföhring
jan.manz@wbpr.de
089 99 59 06-13
http://www.wbpr.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Jan Manz, verantwortlich.

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