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Japanische Wirtschaftspolitik bewältigt Strukturkrise

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Deutsche Standortpolitik mangelhaft


Neuss - Unter dem Eindruck der anhaltenden Konjunkturschwäche in Deutschland lohnt sich nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten ein Blick nach Japan. Die japanische Wirtschaft befand sich seit Anfang der 90er Jahre in einer Rezession, die auch durch den New Economy Boom nicht wirklich unterbrochen wurde. Von den Anlegern schon lange abgeschrieben, hat sich die japanische Wirtschaft in den letzten Quartalen nicht nur erholt, sondern zeigt seit zwei Jahren ein enormes Wachstum. Im vierten Quartal 2003 ist das japanische Bruttoinlandprodukt (BIP) so stark gewachsen, wie seit 13 Jahren nicht mehr - stärker als die USA. Der positive Trend hielt auch im ersten Quartal 2004 an. Dementsprechend sind die japanischen Unternehmen so zuversichtlich wie seit sechs Jahren nicht mehr. Dies zeigt die Tankan-Umfrage der japanischen Notenbank.

Trotz Dollar-Schwäche und Aufwertung des japanischen Yen sind die Exporte stark gestiegen. Parallel dazu haben die japanischen Firmen wieder massiv investiert und auch die Beschäftigung ist gewachsen. Ende 2003 betrug die Arbeitslosenquote nur noch 4,7 Prozent. Die Wende auf dem Binnenmarkt hat sich auch auf den Konsum der Haushalte ausgewirkt. Dank des wachsenden Vertrauens der japanischen Konsumenten steigt der private Verbrauch, der mehr als die Hälfte der wirtschaftlichen Leistung des Landes ausmacht. Im April 2004 wuchs das Konsumvertrauen der privaten Haushalte den vierten Monat in Folge. Die Haushalte führen wieder einen Teil der Ersparnisse dem Markt zu. „Wir erwarten, dass sich die Einkommenslage mit den Sommer-Bonuszahlungen der Firmen verbessert und so hilft, den Anstieg im Konsum aufrechtzuerhalten“, schätzt Mamoru Yamazaki von Barclays Capital in Japan die Situation ein.

Zwar sind die Folgen der gut zehnjährigen Rezession in Japan noch lange nicht überwunden, besonders die Auswirkungen der Deflation, die wohl endgültig erst 2005 zum Stillstand kommt, aber die japanische Wirtschaft hat sich eine gute Position bei den derzeitigen weltwirtschaftlichen Trends gesichert. „Dabei gibt es Parallelen zwischen der Situation Japans zu den asiatischen Wachstumsmärkte und der Situation Deutschlands zu Osteuropa. In beiden Fällen gibt es einen enormen Kostendruck, Produktionen in Niedrigpreisländer zu verlagern. Während deutsche
Unternehmen im Zuge der aktuellen EU-Erweiterung eher ängstlich nach Osteuropa schauen, haben die japanischen Unternehmen in den vergangenen Jahren die weltwirtschaftlichen Veränderungen begriffen und darauf adäquat reagiert: Unrentable Produktionen wurden aufgegeben oder ausgelagert, dafür aber die Wirtschaft wieder konsequent auf Exporterfolg getrimmt“, so Michael Müller, Geschäftsführer der Neusser a & o after sales & onsite services GmbH http://www.ao-services.de. So profitiere Japan von der hohe Nachfrage der anderen asiatischen Länder und leide kaum unter ihrer Konkurrenz. Zuletzt hatte selbst die japanische Automobil-Wirtschaft wieder sehr gute Ergebnisse zu verzeichnen. Mit Ausnahme des Mitsubishi-Konzerns.

Müller führt die massive Trendwende der japanischen Wirtschaft auf die innovative Unternehmensführung und auf eine langfristig strategisch ausgerichtete Wirtschaftspolitik zurück: „Die Politik muss die Wirtschaftsentwicklung als strategisches Ziel begreifen und verfolgen. Nicht nur in der Entwicklung nationaler Champions, wie man es in Frankreich deutlich formuliert, sondern auch mit klarer und pragmatischer Flankierung des Spielraums, den man den einheimischen Unternehmen bewusst einräumt. Kein wirtschaftspolitischer Zickzackkurs und keine Politik der reformierten Reförmchen, und vor allem keine Ausbremsung durch Behörden und behördenähnliche Strukturen, all das wirkt jeglicher Belebung der Wirtschaft entgegen,“ kritisiert Müller, der als Wirtschaftssenator beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de aktiv ist.

Unterm Strich würde die deutsche Wirtschaftspolitik die heimischen Unternehmen nicht auf dem internationalen Parkett unterstützen, sondern sie im Gegenteil sogar im globalen Wettbewerb behindern. Auffällig würde das Versagen staatlicher Politik meist dann, wenn es um Großunternehmen wie Mannesmann, Aventis oder auch das Gerangel um die Postbank geht. Deutsche Unternehmen müssten stärker von der Wirtschaftspolitik unterstützt werden, beispielsweise bei der Erschließung des osteuropäischen Wirtschaftsraums als Absatzmarkt, Produktions- und Servicestandort.


Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Silke Landwehr, verantwortlich.

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