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„Starke Weggefährten“: Lorbeeren und Wegzehrung für anspruchsvolles Ehrenamt

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- Dietmar Hopp Stiftung überreichte Weiterbildungsgutscheine im Wert von 500.000 Euro - Empfänger sind 40 Hospizeinrichtungen der Metropolregion Rhein-Neckar - Aktion „Starke Weggefährten“ würdigt das Engagement ehrenamtlicher Sterbebegleiter

Im Rahmen der Festveranstaltung beim Hospiztag der Metropolregion Rhein-Neckar überreichte die Dietmar Hopp Stiftung am Samstagabend [20.11.2010] im Mannheimer Congress Center Rosengarten Gutscheine im Wert von 500.000 Euro an ambulante und stationäre Hospize der Metropolregion Rhein-Neckar für die Weiterbildung ihrer ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Durch das Abendprogramm mit 600 Gästen führte ZDF-Moderatorin Doro Wiebe.

Von Buchen bis Landau, von Bensheim bis Sinsheim – Vertreter von 40 ambulanten und stationären Hospizen waren nach Mannheim gekommen. Katrin Tönshoff, Leiterin der Geschäftsstelle der Dietmar Hopp Stiftung, freute sich über die Strahlkraft des Hospiztags: „Mit dem heutigen Tag ist es gelungen, erstmalig Akteure der Hospizarbeit aus der gesamten Metropolregion zu vernetzen.“ Die Festveranstaltung war Höhepunkt der Aktion „Starke Weggefährten“ – so nennt die Dietmar Hopp Stiftung ehrenamtliche Sterbebegleiter, die Sterbenden in ihren letzten Tagen und Stunden zur Seite stehen. Die Aktion würdigt das ehrenamtliche Engagement von mehr als 1.000 Sterbebegleitern in der Region und unterstützt die Hospizeinrichtungen bei der Weiterbildung ihrer Ehrenamtlichen mit Gutscheinen.

Für das vielseitige Weiterbildungsprogramm mit rund 60 Kursangeboten wurden am Abend die Gutscheine im Gesamtwert von einer halben Million Euro an die Hospizeinrichtungen in der Metropolregion Rhein-Neckar überreicht. Diese erhielten je nach Anzahl ihrer ehrenamtlichen Sterbebegleiter Gutscheine im Gegenwert von 3.000 bis 43.000 Euro. Diese können ab dem 1. Januar 2011 eingelöst werden und sind drei Jahre gültig.

In dem von Dietmar Hopp übermittelten Grußwort drückte der Stifter seine Wertschätzung für die „Starken Weggefährten“ aus: „Sie, liebe Ehrenamtliche, sind für die Patienten und deren Familien da und sorgen so für einen würdevollen Umgang mit dem sensiblen Thema Sterben. Deshalb möchten wir Ihr Engagement heute Abend würdigen und Ihren Hospizeinrichtungen Gutscheine im Gesamtwert von einer halben Million Euro für Ihre Weiterbildung an die Hand geben. Ich hoffe, dass Sie von dem Kursangebot profitieren und durch Ihre Teilnahme fachliche Bereicherung erfahren und persönliche Kraftquellen finden.“ Dietmar Hopp hatte das Förderprogramm anlässlich seines 70. Geburtstags aufgelegt.

Rund um die festliche Übergabe hatte die Dietmar Hopp Stiftung ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm gestaltet: Um einen Einblick in das Ehrenamt zu geben, wurde die Tätigkeit der „Starken Weggefährten“ in einem Film vorgestellt. Silvia Verwaal-Mellem, Sterbebegleiterin bei der Hospizgemeinschaft Schwetzingen, schildert darin das besondere Vertrauensverhältnis in einer Sterbebegleitung: „Jede Begleitung ist ein gegenseitiges Geschenk: Der Sterbende öffnet sich mir und erzählt mir von Herzensangelegenheiten in einer Form, in der er sich vielleicht auch den Angehörigen nicht mitteilen kann oder möchte.“

Das anschließende Podiumsgespräch widmete sich der Frage: „Was macht einen »Starken Weggefährten« aus?“. Fachautorin Barbara Dobrick betonte, wie wichtig es ist, den Sterbenden und ihren Angehörigen ein realistisches Bild davon zu vermitteln, was in den letzten Stunden auf sie zukommt, denn: „Wissen beruhigt!“. Palliativ-Care Fachkraft Doris Kellermann berichtete, wie sich die Prioritäten in den letzten Stunden verschieben und wünschte allen „Starken Weggefährten“ eine „starke Hospizgruppe, in der sie sich gut aufgehoben fühlen“. Pfarrer Matthias Schmid von der Deutschen Palliativ-Stiftung beschrieb die Stunde des Todes als Stunde der Wahrheit und inneren Reinigung: „Sterbende lassen ihre Rollen oder Klischees hinter sich, sagen ungeschminkt, was sie bewegt.“ Eine „intensive Erfahrung“, wie auch Rüdiger Standhardt, Diplom-Pädagoge und Ausbilder für Formen von Stressreduktion, sehr persönlich schilderte: „Das Einverstandensein mit dem Sterben am Ende des Lebensweges kann zu einer ganz tiefen Verbindung mit dem Wunder des Lebens führen.“

Der Abend wurde von Doro Wiebe moderiert, bekannt unter anderem aus den ZDF-Sendungen „sonntags“ und „Die Mutmacher“. Für musikalische Akzente sorgte Dr. Florian Wilkes, Organist der Berliner St. Hedwigs-Kathedrale: Mit populären Toccaten von Johann Sebastian Bach und Charles-Marie Widor untermalte er auf der Walcker-Konzertorgel im Musensaal den Festakt. Dem Thema „Stärken und Halten“ war die Darbietung der beiden Adagio-Artisten „2 Trux“ gewidmet: Die Körperkünstler überraschten die Zuschauer mit einer faszinierenden Performance.

„Die Begeisterung bei den Hospizeinrichtungen ist groß: Wir haben zahlreiche Rückmeldungen erhalten, dass die Ehrenamtlichen sich darauf freuen, ihre Gutscheine für Kurse aus unserem Weiterbildungsprogramm einzulösen“, berichtet Meike Leupold, Referentin für Soziales und Bildung der Dietmar Hopp Stiftung. „Wir sind beeindruckt von der Energie, die von der Hospizarbeit ausgeht. Mit unseren Weiterbildungsgutscheinen fördern und unterstützen wir diese.“

Am Nachmittag hatte die Dietmar Hopp Stiftung gemeinsam mit dem Förderverein St. Vincent den Hospiztag der Metropolregion Rhein-Neckar veranstaltet, bei dem Fachvorträge zu verschiedenen Aspekten der Sterbe- und Trauerbegleitung angeboten wurden. Abgerundet wurde das Angebot durch Informationsstände und die Ausstellung „Starke Weggefährten“. Die drei Bildungsinstitute Akademie für Gesundheitsberufe, Heinrich Pesch Haus und Odenwald-Institut, die ab Januar 2011 das Weiterbildungsprogramm für „Starke Weggefährten“ anbieten, präsentierten sich am Hospiztag an Ständen und mit Schnuppervorträgen.

Die Aktion „Starke Weggefährten“ läuft seit April 2010. In jedem Monat wurde – beispielhaft für das Engagement in der Region – ein „Starker Weggefährte“ portraitiert. Alle Portraits und weitere Informationen im Internet unter www.starke-weggefaehrten.de.

Info Dietmar Hopp Stiftung

Die Dietmar Hopp Stiftung wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung, die zu den größten Privatstiftungen Europas zählt, insgesamt rund 250 Millionen Euro ausgeschüttet (Stand: Juli 2010). Gefördert werden Projekte aus den Bereichen Sport, Medizin, Soziales und Bildung. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt. Die Dietmar Hopp Stiftung ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen, im Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar und in der Sportregion Rhein-Neckar e.V. Mehr Informationen im Internet unter www.dietmar-hopp-stiftung.de.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Stefan Menning, verantwortlich.

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