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Das Change Management des 1. FC Köln scheitert beinahe an der Machtfrage

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Der Spielbetrieb litt zusehends. Die Fans waren außer sich. Der Vorstand klammerte sich an seine Macht, statt zu handeln. Doch nun ist der Manager weg.


Der Spielbetrieb litt zusehends. Die Fans waren außer sich. Der Vorstand klammerte sich an seine Macht, statt zu handeln. Doch nun ist der Manager weg. Der 1. ...

Der 1. FC Köln steckt seit fast zwei Jahrzehnten regelmäßig in Change Management Prozessen, verursacht durch sportliche oder betriebswirtschaftliche Missstände. Neben der aktuellen sportlichen Misere sorgte Michael Meier für viel Gesprächsstoff. Der Manager wollte sich trotz heftigen Gegenwinds bis zuletzt nicht von seiner Macht trennen und Präsident Overath reagierte nicht auf die Forderungen des Verwaltungsrates, Meier zu entlassen und den Verein umzustrukturieren. Dieser Machtkampf zwischen Verwaltungsrat und Vorstand bremste den überfälligen Change Prozess. Nun ist Meier entlassen und der Change kann vollzogen werden.

Einen ähnlichen Machtkampf gab es vor anderthalb Jahren schon einmal in der Bundesliga. Jürgen Klinsmann galt als der Changer, als er die Umstrukturierung der deutschen Nationalmannschaft mit dem "Sommermärchen" 2006 abschloss. Zwei Jahre später wurde er aufgrund dieses Rufes Trainer des FC Bayern München. Allerdings sprach man Klinsmann dort nicht die gleiche Handlungsmacht zu, die er beim DFB besaß. Klinsmann scheiterte, wie Torsten Oltmanns und Daniel Nemeyer in ihrem Buch "Machtfrage Change" (http://www.machtfragechange.de) nach ihrer Analyse feststellen, am gleichen Faktor, der ihn bei der Nationalmannschaft zum umjubelten Held machte und an dem viele Change Prozesse heute missglücken: dem Faktor Macht.

Dieses Ränkespiel um Macht ließ Meier in der Domstadt zu einer Reizfigur werden, ähnlich wie es Klinsmann in München war. In einem 5-Punkte-Plan, den der Verwaltungsrat dem Verein aufgetragen hatte, wurde die Entlassung von Manager Meier und die Installierung eines Hauptgeschäftsführers gefordert. Dies wird nun mit wochenlanger Verzögerung umgesetzt. Die Suche nach einem neuen Sportdirektor, der ebenfalls kommen soll, gestaltet sich dadurch schwierig. Dieses lange Festhalten an der eigenen Macht von Meier und Präsident Overath verhinderten so eine neue Klubstrategie. Ob dort noch Platz ist für Präsident Overath ist noch nicht klar, im Zuge des Change Prozesses wird auch er wohl Konsequenzen ziehen müssen.

Derartige horizontale Machtkämpfe sind keine reinen Fußball-Phänome, sondern kommen in vielen Unternehmen und Institutionen vor und sind charakteristisch für gescheiterte Change Prozesse. Das Buch "Machtfrage Change" (http://www.machtfragechange.de) von Torsten Oltmanns und Daniel Nemeyer thematisiert diese Problematik aus betriebswirtschaftlicher Sicht und ist zugleich ein Leitfaden, um Fehler im Change Management zu vermeiden.



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