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UWG-Novelle vernichtet Arbeitsplätze

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Furcht vor Verlagerung von Call Centern ins Ausland


Köln - Die Novellierung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), die zur Entscheidung im Bundestag ansteht, wird zu einer Radikalbeschränkung des Telefonmarketings führen, mahnen Experten der Branche für Informationstechnik und Telekommunikation (ITK) an. Es wird dann praktisch untersagt sein, jemanden etwa nach der Kündigung eines Zeitschriftenabonnements anzurufen, um ihn nach den Gründen seiner Kündigung zu befragen. Was zunächst nach Verbraucherschutz klingt, wird nach Einschätzung der ITK-Branche dazu führen, dass zehntausende von Jobs von Deutschland ins Ausland verlagert werden.

Marc Emde von der Kirch Personalberatung in Köln http://www.kirchconsult.de weist auf die Verfügbarkeit von deutschsprachigen Call Center-Agenten in ausländischen Standorten hin: "Sowohl Tschechien wie auch Polen verfügen über genügend deutschsprachiges Personal. Weiter können wir die Türkei, Argentinien und Südafrika zu den Ländern zählen, wo man deutschsprachige Call Center-Dienste kostengünstig erbringen kann. Jede rechtliche Beschränkung der Möglichkeiten des Telefonmarketings in Deutschland wird zur Schwächung unseres Standortes führen".

Zwar gäbe es auch in anderen EU-Ländern eine veränderte Rechtslage. "Aber das Problem ist die Gemengelage in Deutschland aus Bürokratisierung, Überregulierung, Verschlechterung des Investitionsklimas, hohen Lohnkosten und den restriktiven Gesetzen - das macht den Sprengstoff aus und befördert den Export von Arbeitsplätzen", kritisiert Emde.

Zwar rechne die Call Center-Branche auch in Deutschland generell mit einem Wachstum in den nächsten Jahren, aber die geplante UWG-Novelle würde der Branche und ihrer Entwicklung deutlich schaden. "Neben der Beherrschung der Sprache sind die notwendigen Fähigkeiten der Agenten und die kulturelle Nähe ausschlaggebend für die Chancen, einen erfolgreichen Service über Landesgrenzen hinweg anzubieten. Gerade aber im Fall unserer östlichen Nachbarländer bis hin zu den baltischen Ländern sind diese Voraussetzungen gegeben", warnt Emde. Besonders bei weniger komplexen Call Center Diensten sei die Toleranzschwelle gegenüber Dialektfärbungen der Agenten geringer, so dass gerade Contact Center im unteren Preissegment den Wettbewerb spüren werden.

Wenn die Telefonakquisition aufgrund der Neufassung des Gesetzes ins Ausland verlagert wird, werden einfache Dienste folgen, die die gleichen Fähigkeiten im Contact Center erfordern, vermutet Emde. Dazu rechnet er etwa Bestellannahmen, Telefonauskunft und Datenerfassung. Zusätzlich seien auch Call Center-Dienste über andere Medien wie Email, Fax und Schriftverkehr betroffen. Was den durchaus berechtigten Verbraucherschutz betrifft, sei eine Selbstkontrolle in der Branche wie durch den Einsatz der "Robinson-Liste" nicht nur wirksamer, sondern auch der wirtschaftlichen und konjunkturellen Situation eher angemessen als Gesetzesnovellen, die letztendlich ausländische Standorte fördern. In der Robinson-Liste können sich Personen oder Haushalte registrieren lassen, die keine Anrufe empfangen wollen. Emde gibt solchen Selbstkontrollen eindeutig den Vorzug gegenüber einer gesetzlichen Überregulierung.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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