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Ludwig Erhard lebt in Neuseeland: Günter Ederer porträtiert das unbekannte Reformparadies

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Günter Ederer porträtiert das unbekannte Reformparadies


Bonn, Criticón - Neuseeland war bis 1984 ein typischer sozialistischer Wohlfahrtsstaat. Margarine gab es nur auf Krankenschein – zum Schutz der heimischen Butterindustrie. Am Wochenende bestand ein Arbeitsverbot, sogar Restaurants mussten geschlossen bleiben. Der Spitzensteuersatz lag bei 60 Prozent, die Inflationsrate bei fast 18 Prozent. Der Lebensstandard war seit zehn Jahren in Folge gesunken. Subventionitis und Bürokratie wucherten. Jeder Landwirt bestritt allein 40 Prozent seines Einkommens aus staatlichen Zuwendungen. Eine trostlose Situation, welche die „Agenda 2010“-Pläne der Bundesregierung auf einmal in hellerem Licht erscheinen lässt.

Vorabmeldung des Mittelstandsmagazins Criticón, Sommerausgabe:

Und wie sieht Neuseeland heute aus? Der selbständige Filmproduzent und Wirtschaftsjournalist Günter Ederer, unter anderem bekannt als Fernostkorrespondent des ZDF in Tokio, liefert im Wirtschaftsmagazin Criticón http://www.criticon.de eine Reportage aus dem Neuseeland des Jahres 2004. Seine Eindrücke belegen einen fundamentalen Wandel, den ausgerechnet Sozialdemokraten in dem ehemaligen Wohlfahrtsstaat Neuseeland bewirkt haben. Subventionsabbau und Deregulierung der Wirtschaft haben eine radikale Steuerreform ermöglicht. Heute unterliegt jegliches Einkommen, egal aus welchen Quellen es kommt, den gleichen Steuersätzen. Der Steuerbürger addiert seine Einnahmen und trägt sie in ein Formblatt ein, das er auch aus dem Internet beziehen kann. Das kostet ihn höchstens eine Stunde Arbeitszeit pro Jahr. Der Merz’sche „Bierdeckel“ lässt grüßen.

Die sozialdemokratische Führung des Landes brach die allgegenwärtige Gewerkschaftsmacht, die beispielsweise einen Ladenschluss schon um 18 Uhr durchgesetzt hatte. Die Regierung entzog den staatlichen Unternehmen, Bahnen und Verkehrsbetrieben die üppigen Subventionen. Mit Erfolg: Heute senken städtische Busgesellschaften die Kosten, die Leistung von Flughäfen, Hafenbetrieben und der Forstwirtschaft expandiert. Offiziell gibt es zur Zeit nur noch 4 Prozent Arbeitslose in Neuseeland. In Deutschland haben wir aktuell – nach der alten Berechnung – über 5 Millionen Arbeitslose.

Sozial ist, was Arbeit schafft. Dieser Satz ist einfach und banal, aber trotzdem richtig. Neuseelands Sozialdemokraten haben ihn beherzigt. Und sie schwören auf Ludwig Erhard. Ederer zitiert Roger Parr, einen der geistigen Väter des neuseeländischen Reformmodells: „Wir haben uns genau die Lehren von Ludwig Erhard angeschaut und sie umgesetzt. Wir haben also von Deutschland gelernt. Je mehr ein Land Erhard beherzigt, um so erfolgreicher wird es sein, egal ob es so klein ist wie Singapur oder so groß ist wie die USA. In Deutschland scheint Ihr Ludwig Erhard vergessen zu haben..“

Die Bevölkerung reagiert positiv auf diese Entwicklungen und freut sich über einen enormen Zugewinn an Freiheit. Der Milchbauer John Hathaway ruht nicht auf einem sanften Subventionsbett. Trotzdem kein Dauerlamento wie bei deutschen Bauern, die vom Staat Geld für jede Witterungsveränderung verlangen. Der neuseeländische Landwirt sagt stolz: „Ich bin lieber auf mich selbst gestellt. Da weißt Du, was Du hast, machst Deine eigenen Entscheidungen und bist Dein eigener Herr.“

Deutschland kann sich solche Sozialdemokraten und solche freiheitsfanatischen, selbständigen Bauern so darf man Ederer zusammenfassen, nur wünschen. Gewarnt seien allerdings die Finanzbeamten: Nach der Reform wurden in Neuseeland 4.000 der 8.000 Finanzbeamten freigesetzt.

Die Zeitschrift Criticón erscheint vierteljährlich. Das Einzelheft kostet 8,20 Euro. Bestellungen per Fax unter: 0228 – 62 04 475 oder E-Mail: redaktion@criticon.de.



Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Criticón, verantwortlich.

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