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Herwig Klemp |

Der Indikatorenbericht 2010 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt

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Umweltpolitik praktisch


Mit dem ?Indikatorenbericht 2010 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt? beschloss das Bundeskabinett erstmals einen solchen Rechenschaftsbericht über Fortschritte im Naturschutz: Erläuterungen zur Vorgeschichte, den Hintergründen, Zielsetzungen und Ergebnissen\r\n

Am 17.11.2010 hat das Bundeskabinett den "Indikatorenbericht 2010 zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" beschlossen und veröffentlicht. Zum ersten Mal wurde ein solcher Rechenschaftsbericht über Fortschritte im Naturschutz erstellt. Die Nationale Strategie sieht vor, ab jetzt in jeder Legislaturperiode einen Indikatorenbericht vorzulegen.
Erläuterungen zur Vorgeschichte, den Hintergründen, Zielsetzungen und Ergebnissen des Indikatorenberichtes 2010 von Herwig Klemp


Im 20. Jahrhundert nahm die biologische Vielfalt weltweit dramatisch ab. Bestände von Wildplanzen und -tieren gingen stark zurück oder sind bereits infolge menschlichen Wirtschaftens erloschen. Das Gleiche gilt für tausende von Nutzpflanzen und Haustierrassen. Gleichzeitig wurden die Ökosysteme der Erde schwer geschädigt und schmolzen dahin. All das bedeutete auch Verlust von genetischer Vielfalt.

Aus der Erkenntnis, dass die biologische Vielfalt die Grundlage des menschlichen Lebens bildet und für unsere Gesundheit hoch bedeutsam ist, beschlossen die Vereinten Nationen 1992 das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD). Das Ziel: Dem dramatischen Verlust an Arten, Lebensräumen und genetischer Diversität zu begegnen. Bis 2010 sollte der fortwährende Niedergang an natürlicher und genetischer Vielfalt gestoppt sein. Diese generelle Zielsetzung wurde jedoch nicht genügend durch konkrete und verbindliche Handlungsziele untermauert.

2010 musste die Weltgemeinschaft eingestehen: Der gute Vorsatz ist gescheitert, das Ziel weit verfehlt. Nach intensiven und schwierigen, im Ergebnis überraschenden Beschlüssen hat die Weltnaturschutzkonferenz im japanischen Nagoya im Oktober 2010 einem umfassenden Paket von Naturschutzmaßnahmen zugestimmt, um wenigstens bis 2020 seine Ziele zu erreichen. So wurde beschlossen, bis dahin alle umweltschädlichen Subventionen abzubauen.

Vorbild für die Verhandlungen in Nagoya war auch die "Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt", die die deutsche Bundesregierung im November 2007 vorgelegt hat. Diese international gelobte Strategie beschreibt als Vision, wie die dramatisch beeinträchtigte natürliche Umwelt zehn Jahre später aussehen sollte. Es geht dabei nicht um irgendwelche wünschenswerte "paradiesische Zustände", sondern um - guten Willen vorausgesetzt - als realistisch anzusehende Ziele. Etwa 330 konkrete Qualitäts- und Handlungsziele zu einer Vielzahl sich stellender Aufgaben sind im Strategiepapier genannt. Aus den Zielen folgern wieder 430 konkrete Maßnahmen.Verteilt auf 16 Aktionsfelder stellen diese Maßnahmen so etwas wie "Hausaufgaben" für den staatlichen wie auch privaten Naturschutz dar.

Die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt ist auf Unterstützung in allen Politikfeldern, in Verwaltung und Gesellschaft angewiesen; sie ist langfristig angelegt und hoch komplex.

Um Erfolg oder Misserfolg der Strategie erfassen zu können wurden insgesamt 19 Indikatoren ausgewählt, Anzeiger also, die einerseits klar beschreibbar und leicht zu erfassen, also praktikabel sind, andererseits aber auch aussagekräftig genug, den gegenwärtigen Zustand wie auch Entwicklungen der biologischen Vielfalt zu charakterisieren.

Die Indikatoren informieren zum Beispiel über die Gefährdung heimischer Pflanzen und Tiere, aber auch alter Nutztierrassen. Sie sagen, wie es um Naturschutzgebiete und Nationalparke steht, um den Zustand der Gewässer und Auen. Erfasst werden auch Belastungsfaktoren wie der
Flächenverbrauch oder der Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft.

Die Bilanzierung der 19 Indikatoren soll als "Indikatorenbericht" künftig einmal in jeder Legislaturperiode von der Bundesregierung vorgelegt werden - als Rechenschaftsbericht zum Stand der Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt.

Am 17.11.2010 hat das Bundeskabinett erstmals einen solchen Rechenschaftsbericht vorgelegt, den "Indikatorenbericht 2010".

"Der Indikatorenbericht ist eine ehrliche Zwischenbilanz, die uns zeigt, was wir zu Hause bereits geschafft haben, wo wir auf gutem Wege sind und wo wir noch nachlegen müssen", so Bundesumweltminister Norbert Röttgen bei der Vorstellung des Berichtes - um dann folgendes Fazit zu ziehen:

"Auf den ersten Blick sind fast alle Indikatoren zwar noch weit von ihren jeweiligen Zielwerten entfernt. Es zeichnet sich aber eine positive Entwicklung ab: Wo eine entsprechende Analyse möglich ist, geht der Trend meist in die richtige Richtung: Das trifft beispielsweise bei den Indikatoren zum Gebietsschutz, zum Flächenverbrauch, zum ökologischen Landbau und zum Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft zu."

Nicht nur auf den ersten Blick sind fast alle Indikatoren noch weit von ihren jeweiligen Zielwerten entfernt: Sie sind es tatsächlich! Und wenn auch der Trend meist in die richtige Richtung geht, so dürfte es am Ende doch wieder heißen: Strategie und Methodik gut; politischer Wille zu schwach; Ziele grandios verfehlt. Es sei denn, die Öffentlichkeit macht den nötigen Druck. Laut Indikatorenbericht hatten 2009 allerdings lediglich 22 % der Bevölkerung ein "mindestens ausreichendes Bewusstsein für die biologische Vielfalt." Nach großer Schubkraft klingt das nicht.

Mehr Infos auf www.landsicht.net und dort in der Rubrik "Daten-Quellen".


Herwig Klemp
Herwig Klemp
Im Ort 4
26203
Wardenburg
herwig.klemp@t-online.de
04407-717671
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Web: http://www.landsicht.net


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