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Mittelstandstag 2010: Hessischer Mittelstand fit für die Zukunft

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Demografischer Wandel bleibt Herausforderung


Der hessische Mittelstand ist für die Zukunft gut gerüstet. Zu diesem Ergebnis kommt der „Hessische Mittelstandsbericht 2010“, der im Rahmen des Mittelstandstags vorgestellt wurde. Rund 150 Unternehmerinnen und Unternehmer diskutierten in Wiesbaden die Ergebnisse.

Wiesbaden, 03. Januar 2011 --- „Die Weichen sind gestellt“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch, der die Veranstaltung eröffnete. Den hessischen Unternehmen legte er drei Themen nahe, um die sie sich schwerpunktmäßig bemühen sollten: Die Gewinnung und Weiterbildung von Fachkräften, die innovationsorientierte Forschung und Entwicklung und das Erschließen neuer Märkte. Der Hessische Mittelstandsbericht 2010, der auf einer Umfrage unter 6.000  Unternehmen basiert, zeige, dass hier die wichtigsten Handlungsfelder lägen.
„Bis 2015 werden uns jährlich durchschnittlich 147.000 Fachkräfte fehlen“, so der Minister. „Deshalb ist es Zeit für einen Abschied vom Jugendwahn. Wir müssen künftig verstärkt auf die Erfahrungen älterer Arbeitnehmer setzen.“ Dazu trage auch die Qualifizierungsoffensive des Landes bei, die elf Förderprogramme und einem Dach vereine. Der Wirtschaftsminister rief die Unternehmerinnen und Unternehmer außerdem dazu auf, die Kooperation mit Hochschulen zu suchen, um Forschungsergebnisse noch stärker für die Praxis zu erschließen und innovative Produkte anbieten zu können. Dafür gebe die Hessen Agentur als landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit ihren Aktionslinien zahlreiche Hilfestellungen. Nachholbedarf sieht der Minister noch bei der internationalen Ausrichtung der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Obwohl das Ausland große Wachstumspotenziale biete, unterhielten bislang noch 56 Prozent der hessischen Unternehmen keine internationalen Geschäftsbeziehungen. Das Land Hessen unterstütze den Eintritt in neue Märkte beispielsweise durch die Förderung der Teilnahme an Auslandsmessen. „Hier können Sie erste Kontakte knüpfen“, empfahl der Minister. „Hessen bietet kleinen und mittleren Unternehmen optimale Rahmenbedingungen. Wir haben eine ausgezeichnete Infrastruktur, und es gibt eine Vielzahl an Bildungs- und Kooperationsangeboten“, resümierte Posch.
 
2020: Jährlich fast 200.000 Jugendliche weniger
Im Anschluss an das Referat des Ministers nahm sich Professor Rüdiger Kabst vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Personalmanagement, Mittelstand und Entrepreneurship der Gießener Justus-Liebig-Universität, des Themas Fachkräftemangel noch einmal detaillierter an. „Den Mittelstand zeichnen sein Wertegerüst und die Verwurzelung in der Region aus“, so der Wirtschaftswissenschaftler. „Er empfindet eine Art Selbstverpflichtung zu einer langfristigen Orientierung.“ Deshalb müsse sich besonders der Mittelstand frühzeitig auf den bevorstehenden Fachkräftemangel vorbereiten. „Im Jahr 2020 schließen jährlich rund 177.000 junge Menschen weniger die Schule ab als heute“, blickte Kabst voraus. Dem könnten die Unternehmen nur begegnen, wenn Sie gezielt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen, die das 50. Lebensjahr schon überschritten haben. Um mit einer älter werdenden Belegschaft dann noch genauso produktiv arbeiten zu können, sei aber ein gezieltes Gesundheitsmanagement unter anderem zur Vorsorge gegen die typischen Volkskrankheiten erforderlich. „Die Stärken von älteren Arbeitnehmern werden ohnehin häufig unterschätzt: Sie zeichnen sich durch ihre Identifikation mit dem Unternehmen, ihr Fachwissen und eine ausgeprägte Kundenorientierung aus“, so der Wirtschaftswissenschaftler weiter. Unternehmer sollten deshalb besonders den Wissenstransfer zwischen den Generationen fördern und eine Führungskultur entwickeln, die auf die Weiterentwicklung der Mitarbeiter abziele. Für den Arbeitsmarkt prognostiziert Rüdiger Kabst das Ende der Massenarbeitslosigkeit. „In zehn Jahren werden wir einen Arbeitnehmer-Arbeitsmarkt haben: Die Mitarbeiter können sich dann aussuchen, für welches Unternehmen sie tätig sein wollen“, so das Fazit des Professors.
 
Unternehmensimage wird wichtiger
Einen Auszug aus dem Hessischen Mittelstandsbericht 2010 stellte anschließend Anja Gauler, Leiterin der Wirtschafts- und Regionalforschung bei der HA Hessen Agentur GmbH, vor. Die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft hatte die Befragung federführend begleitet und das Abschlusspapier erstellt. Laut den Ergebnissen der Umfrage wird insbesondere der Bereich Personalplanung eine der vorrangigen Zukunftsfragen für den hessischen Mittelstand werden. „Besonders die kleineren Unternehmen müssen auf eine professionellere Personalrekrutierung setzen. Sie werden ihren Arbeitskräftebedarf nicht mehr ausschließlich in der Region decken können“, ist Anja Gauler gewiss. Die Studie habe ergeben, dass dabei zunehmend das Image bedeutender werde, über das ein Unternehmen als Arbeitgeber verfüge. „Der Effekt verstärkt sich überall dort, wo sich der Wettbewerb um Arbeitskräfte verschärft“, so Gauler weiter. Deshalb sollten Unternehmen viel Wert auf das sogenannte „Employer Branding“ legen und darauf abzielen, ihre Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden.
 
Globale Prozessketten definieren
Wie er sein Unternehmen technisch und international aufgestellt hat, zeigte Günther Battenberg, geschäftsführender Gesellschafter der Marburger „Battenberg ROBOTIC GmbH & Co. KG“ auf. Die Experten für Messtechnik haben sich auf eine Kombination besonderer Messtechniken mit ihrer automatisierten Anwendung durch Roboter spezialisiert. Eingesetzt wird diese Technik vor allem im Automobilbau, wo sich der subjektiv wahrgenommene Qualitätseindruck zum entscheidenden Kaufkriterium entwickelt habe. „Wir machen diese subjektive Wahrnehmung objektivierbar und messbar. Mit unseren Robotern können wir die notwendigen Kriterien am Ende der Produktionsstraße automatisch prüfen und bewerten“, erklärte Günther Battenberg das Prinzip. So lasse sich die Einhaltung von Fertigungstoleranzen sicherstellen, die außerhalb der menschlichen Wahrnehmung lägen. Der Clou: „Damit lässt sich eine global gültige Prozesskette definieren und einhalten“, so der geschäftsführende Gesellschafter.
 
Fachkräfte und ihre Familien begeistern
Die Maßnahmen der nordhessischen Technoform Group gegen die Auswirkungen des Fachkräftemangels stellte anschließend Frank Wedekind vor. Der Geschäftsführer der Technoform Glass Insulation GmbH aus Lohfelden erklärte zunächst, welchen Schwierigkeiten sich sein Unternehmen in der strukturschwachen Region ausgesetzt sah. Dementsprechend falle die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit eines Mitarbeiters mit derzeit 2,4 Jahren eher gering aus. Um die Angestellten künftig länger halten zu können, setze Technoform auf eine Reihe von Maßnahmen, durch die sich Beruf und Familie leichter vereinbaren lassen. So würden bereits Bewerber intensiv betreut und mit der Region Kassel vertraut gemacht. Das Unternehmen setzt gezielt darauf, die Fachkräfte und ihre Familien für Technoform zu begeistern. Dazu gehöre ein Mentoring-System, das jedem neuen Mitarbeiter einen festen Ansprechpartner zuordnet. Außerdem unterstütze Technoform in der Kooperation mit anderen Unternehmen aus der Region die Lebenspartner ihrer Mitarbeiter bei der Suche nach einer geeigneten Stelle. Zu den Grundprinzipien der Unternehmensgruppe gehöre es außerdem, eine Vielzahl von Veranstaltungen in Teams gemeinsam zu besuchen. „Auch unser Arbeitszeitmodell ist äußerst flexibel. In fast allen Bereichen gilt bei uns die Vertrauensarbeitszeit“, erklärte Thomas Wedekind. So könnten die Mitarbeiter beispielsweise ihre Heimfahrten optimal legen, um Verkehrsstaus aus dem Weg zu gehen. Darüber hinaus sorge Technoform für die Kinderbetreuung und binde auch ausgeschiedene Senioren im direkten Kontakt mit den Auszubildenden weiter an das Unternehmen.
 
Unternehmensfinanzierung: Fördermöglichkeiten prüfen
Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Norbert Gonsior, Leiter der Abteilung Kreditförderung der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen den anwesenden Mittelständlern eine Reihe von Förderprogrammen vor, mit denen seine Institution ihnen unter die Arme greift. So gebe es mit der Gründungs- und Wachstumsförderung, dem „Sonderprogramm Betriebsmittel“, dem Program „Kapital für Kleinunternehmen“ sowie mit Landesbürgschaften und Beteiligungsprogrammen in nahezu jedem Bereich Finanzierungsmöglichkeiten. Mit ihren unterschiedlichen Strukturen seien sie darüber hinaus gut auf den Bedarf des hessischen Mittelstands abgestimmt. Das wirtschaftlich unabhängige, aber rechtlich zur Helaba-Gruppe gehörende Institut sei per Gesetz zu strikter Wettbewerbsneutralität verpflichtet. Hessischen Unternehmen biete es mit seiner Beratungsabteilung auch einen ausgezeichneten Überblick über die Förderprogramme des Landes, die für sie in Frage kommen könnten. „Meine Bitte: Wenn Sie eine Investition planen, nehmen Sie bitte unbedingt eine Fördermittelberatung in Anspruch. Damit können Sie sich finanziell genauso wettbewerbsfähig aufstellen wie mit Ihrer Geschäftsidee“, rief Gonsior die Unternehmer auf.
Der Hessische Mittelstandstag ist eine Veranstaltung des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Weitere Informationen zu allen Vorträgen finden Sie unter www.rkw-hessen.de.

Bilder stehen zum Download bereit unter: http://www.mainblick.com/download/Mittelstandstag_2010.zip


Pressekontakt:
Mainblick – Agentur für Öffentlichkeitsarbeit
Tobias Loew
Roßdorfer Straße 19a
60385 Frankfurt
Tel. 0 69 / 48 98 12 90
info@mainblick.com
 
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Tel.: 0 6196 / 97 02 - 21
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Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Uwe Berndt, verantwortlich.

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