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www.pr-agenda.de: Leistungsschutzrecht statt Ideen - Verleger im Abseits

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Das geforderte Leistungsschutzrecht wird Verleger kaum vor Ideenlosigkeit und mangelndem Verständnis für das Internet schützen. Statt an funktionierenden Geschäftsmodellen zu arbeiten, wollen sie eine Abgabe erheben lassen.


Das geforderte Leistungsschutzrecht wird Verleger kaum vor Ideenlosigkeit und mangelndem Verständnis für das Internet schützen. Statt an funktionierenden Geschäftsmodellen zu arbeiten, wollen sie eine Abgabe erheben lassen. \r\n

14. Januar 2011 - Google, Facebook, YouTube - das Internet ist ein neues Medium mit neuen Marken. Nun beklagen viele Verleger die Verletzung von Urheberrechten und bezichtigen Google und Konsorten des Diebstahls von Inhalten mit dem Verweis auf die hohen Kosten für Qualitätsjournalismus. Fest steht: Im Internet lassen sich Urheberrechte schlecht schützen, jeder Inhalt lässt sich schnell kopieren und leicht verändert wieder verwenden. Die Copy & Paste Kultur ist Alltag - nennen wir es lieber "Copy is Waste". Doch ein Leistungsschutzrecht wird Verleger kaum vor Ideenlosigkeit und mangelndem Verständnis für das Internet schützen. Da vielen Verlegern aber nichts einfällt, setzen sie jetzt auf den Staat. Statt an funktionierenden Geschäftsmodellen zu arbeiten, wollen sie eine Abgabe erheben lassen. Und vergessen dabei, dass sich kaum jemand für ihre kostenfreien Angebote im Internet interessiert. Wäre da nicht Google. Die Suchmaschine ist für den größten Teil des Traffics auf den Seiten von Online-Ableger von Zeitungsverlagen und Magazinen verantwortlich. Google bringt Reichweite. Und Reichweite ist die Währung für Anzeigenverkäufer in Medienhäuser. Also führen Verleger ein Kampf gegen Windmühlen und müssen aufpassen, dass sie nicht im Nirwana verschwinden. Der Angst vor der Verletzung von Urheberrechten kann schnell begegnet werden: Seiten und Inhalt sperren - dann klaut auch keiner. Besser jedoch wäre, wenn sich Verleger wirklich mal an neuen Geschäftsideen arbeiten würden. Das einzige was ihnen im Moment zu dem Thema einfällt: Kostenflichtige Apps für Smartphones. Was nicht schlecht ist, aber das grundlegende Problem nicht löst. Steht zu befürchten: Es gibt nur zwei Dinge, die den Blattmachern einfallen: Staatliche Abgaben und niedrige Preise im Einkauf. Beide Dinge sind weder für Journalisten noch für Kommunikatoren wünschenswert, da sich viele Medien damit selbst abschaffen. Für eine lebendige Presselandschaft bedarf es Einfallsreichtum statt Blockade. In guter Gesellschaft befinden sich die Lobbyisten allemal. Google-Schelte ist en vogue - Frankreich hat die Google Steuer schon verabschiedet, zum Nachteil der Werbewirtschaft. Google dürfte kaum finanziellen Schaden nehmen.

Autor: Thomas Schneidewind

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