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LMU-Studie zeigt, was potenzielle Smart Metering Kunden bewegt

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Bei Smart Metering zählen Umweltbewusstsein und Vertrauen in die Technologie und den Anbieter. Einsparungen bei den Stromausgaben spielen bei der Einstellung gegenüber der Technologie nur eine untergeordnete Rolle. Knapp 90% der Verbraucher wollen genauer


Bei Smart Metering zählen Umweltbewusstsein und Vertrauen in die Technologie und den Anbieter. Einsparungen bei den Stromausgaben spielen bei der Einstellung gegenüber der Technologie nur eine untergeordnete Rolle. Knapp 90% der Verbraucher wollen genauere Stromverbrauchsinformationen. \r\n

München, 25.01.2011 - Abgesehen von vereinzelten Angeboten und Pilotprojekten schreitet die Verbreitung von intelligenten Zählern, sog. Smart Meter, in Deutschland nur im Schneckentempo voran. Der Stillstand rührt u.a. daher, dass bisher so gut wie keine Nachfrage seitens von Privatkunden besteht. Wieso dem so ist und welche Anforderungen Privatkunden an die neuen Zähler haben, untersuchte eine Studie des Instituts für Information, Organisation und Management (IOM) der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dazu wurden mehr als 700 überwiegend junge und technikaffine Teilnehmer ("early adopter") befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass die bisherige eindimensionale Fokussierung auf Einsparungen in der Kommunikation der Vorteile zu kurz greift.

"Privatkunden müssen verstehen, zu welchem Zweck sie sich die neuen Zähler ins Haus holen sollen und welche Rolle Smart Meter im zukünftigen Energieversorgungssystem spielen, das in erheblichem Maße von regenerativen Energiequellen geprägt sein wird", sagt der Leiter der Studie, Prof. Arnold Picot. Bisher stünden seiner Ansicht nach bei der Kommunikation der neuen Zählertechnologie allerdings zu sehr Einsparungen bei den Stromausgaben im Vordergrund. "Doch die für einen Durchschnittshaushalt geringen Einspareffekte reichen nicht aus, um die Kunden von der Nutzung und Anschaffung der neuen Zähler zu überzeugen", ergänzt der Verfasser der Studie, Dipl. Wirt.-Inf. Johann Kranz.
Umweltbewussstsein wichtiger als Preisbewusstein
Die Befragung zeigt eindrucksvoll, dass die Nutzungsabsicht der Kunden zwar in geringem Umfang auch von finanziellen Erwägungen beeinflusst wird, aber das Umweltbewusstein der Kunden eine deutlich größere Rolle spielt. "Das heißt, dass die Vorteile der Smart Metering Technologie im intelligenten Energiesystem der Zukunft weit mehr als bisher kommuniziert werden müssen", fordert Prof. Picot, "denn ohne detaillierte Verbrauchsdaten sind viele der angedachten Smart Grid-Konzepte gar nicht umsetzbar." Außerdem ließe sich der steigende Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms ohne eine bessere Koordination zwischen Erzeugung und Verbrauch nicht effektiv in das Energieversorgungssystem integrieren, ergänzt er.

Kunden wollen Zusatzfunktionen und bessere Informationen
Zwar halten über 70% der Studienteilnehmer den Einsatz eines Smart Meters für eine gute Idee, aber nur 32% beabsichtigen auch, die Technologie in Zukunft zu nutzen. "Daher muss die Zählertechnologie den Kunden auch einen echten Mehrwert bieten", sagt Kranz. Er regt deshalb an, die Attraktivität der neuen Zähler beispielsweise durch integrierte Sicherheits- und Heimvernetzungsfunktionen zu steigern, an denen knapp 60% der Befragten interessiert sind. Dies würde nicht nur dazu beitragen, dass die Nachfrage nach intelligenten Zählern steigt, sondern auch aussichtsreiche Geschäftsmodelle für Messdienstleister bieten. Derzeit steht allerdings bei 87% der Verbraucher v.a. eine genauere Informationsbereitstellung im Hinblick auf den Stromverbrauch und den damit verbundenen Kosten im Blickpunkt. Erhalten möchten die Kunden diese Informationen am liebsten per Internet (69%) oder über ein Display in den Wohnräumen (64%). "Die Erfahrung internationaler Studien hat gezeigt, dass alleine durch aktuellere und detaillierte Verbrauchsinformationen der Durchschnittsverbrauch eines Haushalts um bis zu 15% verringert werden kann", weist Prof. Picot auf den positiven Effekt einer besserern Informationsversorgung hin.

Variable Tarife und Demand Response müssen finanziell attraktiv sein
Grundsätzlich können sich 76% der Verbraucher mit der Idee anfreunden, ihren Stromkonsum in Schwachlastzeiten zu verschieben. Allerdings erwarten sie während dieser Tageszeiten hierfür mit minus 23% eine deutliche Reduzierung der Stromtarife, die derzeit nicht realisierbar erscheint. Auch automatisierte Demand Response-Applikationen, mit denen in Abhängigkeit der aktuellen Stromverfügbarkeit geeignete Verbrauchsgeräte kurzzeitig an- bzw. abgeschaltet werden können, stoßen mit 51% auf überraschend positive Resonanz. Aber auch hier gilt, dass die Verbraucher hohe Einsparungen gegenüber den derzeitigen Strompreisen (25%) erwarten.

Bedenken vor Datenmissbrauch
Die Mehrheit der Studienteilnehmer (60%) befürchtet, dass ihre Verbrauchsdaten nicht gänzlich vor unauthorisierten Zugriffen geschützt sind. "Dies ist umso bedeutender, da der wahrgenommene Schutz der Privatsphäre der wichtigste Einflussfaktor auf das Vertrauen der Verbraucher ist und das Vertrauen wiederum die generelle Einschätzung der neuen Technologie stark beeinflusst", warnt Prof. Picot. Dies erklärt seiner Meinung auch, wieso fast 70% der Verbraucher kein volles Vertrauen in die intelligenten Zähler besitzen. "Hier besteht also seitens der Industrie und Politik noch erheblicher Nachholbedarf", gibt Prof. Picot zu bedenken.

Fazit: Die fünf wichtigsten Empfehlungen
1. Kommunikation der mit der neuen Zählertechnologie einhergehenden Vorteile, sollte sich nicht nur auf eventuelle finanzielle Einspareffekte konzentrieren, sondern v.a. die positiven Umwelteffekte in den Vordergrund rücken.
2. Vertrauen und der wahrgenommene Schutz der Privatsphäre können durch die Definition transparenter und nachvollziehbarer Datenschutzbestimmungen und einheitlicher Standards für die Kompatibilität der verschiedenen Teilsysteme erhöht werden.
3. Um eine Ablehnung der Smart Metering Technologie zu vermeiden, gilt es, die Verbraucher vor der Einführung der neuen Geräte umfassend und verständlich zu informieren.
4. Verbraucher erachten die neuen Zähler zwar als grundsätzlich vorteilhaft, allerdings fehlt der entscheidende Kaufimpuls, der durch die Integration von Zusatzdiensten gesteigert werden kann.
5. Sowohl die Entwicklung eines wettbewerblichen und innovativen Marktes für Zusatzdienste als auch das Vertrauen und der wahrgenommene Schutz der Privatsphäre können vom Aufbau eines zentralen, neutralen, treuhänderischen Datendepots für Messdaten (wie in U.K. beschlossen) profitieren.

Pressekontakt
Johann Kranz
Institut für Information, Organisation und Management
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80539 München
Tel.: +49 89 2180 3363
Fax: +49 89 2180 99 3363
kranz@lmu.de
http://www.iom.bwl.uni-muenchen.de




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