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Deutschlands Unternehmer reagieren auf Basel II mit Factoring, Handelsfinanzierungen und ABS

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Basel II ist beschlossene Sache - was ist zu tun?


Rating, Bankengespräche, Risikoanalyse und Risikominimierung nehmen immer mehr Zeit des Unternehmens in Anspruch, weil davon die Kapitalbeschaffung abhängt.

Deutschlands Unternehmen reagieren auf Basel II mit modernen Finanzierungsalternativen wie Factoring, Handelsfinanzierung und ABS.

Basel II ist jetzt beschlossene Sache. Der Rahmen für die zukünftige Finanzierung des Mittelstandes steht fest. Nach der Auswertung von drei Konsultationspapieren 1999 bis 2003 hat der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht im Juni 2004 beschlossen, dass die neuen Vorschriften zur Hinterlegung von Krediten mit Eigenkapital („Basel II“) Ende 2007 in Kraft treten.

Vorher muss von Seiten der EU-Kommission ein Richtlinien-Vorschlag zur Durchführung in den 25 EU-Mitgliedsländern erarbeitet werden, der dann in national verbindliches Recht umgesetzt wird. Aber schon 2006 werden die international tätigen Banken Basel II paralell zu Basel I anwenden. Ab 2008 wird Basel II schliesslich der allein gültige Standard für alle Kreditinstitute sein.

Da Kreditausfälle grundsätzlich die Sicherheit von Einlagen einer Bank gefährden können, müssen Banken für jede Kreditvergabe Eigenkapital hinterlegen. In Deutschland ist dies im Grundsatz 1 des Kreditwesengesetzes geregelt und wird durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) überwacht. Durch das notwendige haftende Eigenkapital einer Bank wird letztlich die Höhe des möglichen Kreditvolumens der Bank bestimmt.

Seit 1993 müssen die Kreditinstitute ungeachtet der Bonität der Schuldner ihre Kreditvergabe mit einheitlich acht Prozent Eigenkapital unterlegen (Basel I). In Zukunft wird die Eigenkapitalbindung der Banken vom jeweiligen Kreditrisiko abhängen (Basel II). Dieses bestimmt sich für jeden Kreditnehmer durch Bonitätseinstufungen, die durch Rating-Agenturen (externe Ratings) oder die Kreditinstitute selbst (interne Ratings) nach geeigneten Kriterien ausreichend differenziert und trennscharf vorgenommen werden müssen, um das Ausfallrisiko eines Kredits bestimmen zu können.

Regelungen für den Mittelstand

Von zentraler Bedeutung für den Mittelstand ist neben der Möglichkeit zum bankinternen Rating die Einrichtigung eines Retail-Portfolios: Alle Mittelstands-Kredite bis zu einer Höhe von einer Million Euro kommen in ein Gesamt-Portfolio des Kreditinstituts und werden unabhängig von der Einstufung eines einzelnen Unternehmens mit einem einheitlichen Eigenkapitalsatz (75% von der Durchschnittsbonität) abgesichert. Sie liegen damit in der Regel unter den bisher pauschal veranschlagten acht Prozent Eigenkapital-Hinterlegung. Als Mittelstand gelten dabei Unternehmen bis zu fünf Mio. Euro Jahresumsatz. Sofern die Kredithöhe über einer Mio. Euro liegt, sind je nach Unternehmensgrösse (bis 50 Mio Euro Umsatz) pauschale Risikoabschläge bis zu 20 Prozent vorgesehen.

Nach Einschätzung der BAFin dürften über 90 Prozent der Unternehmens-Kredite in Deutschland in die Retail-Klasse fallen. Die Überlegung jedoch, dass damit eigentlich bis 2008 sowieso alles beim Alten (bankinterne Prüfung) bleibt ist trügerisch. Das bankinterne Rating wurde nämlich den externen schärferen Ratings angepasst und findet bei der Kreditvergabe bereits heute Anwendung. die Frage, ob und zu welchen Konditionen Kredite vergeben werden hängt damit, bei kleinen und großen Kreditvolumen, entscheidend von der Einstufung beim bankinternen Rating ab.

Insbesondere der Mittelstand sollte sich intensiv mit der Vorbereitung auf das Rating befassen. Dazu zählen die Prüfung der Bilanzen und sicherlich auch die Umbuchung von Gesellschafterdarlehen in Eigenkapital, die Kontoführung, die Kostenrechnung mit aussagefähigen Controllinginstrumenten im Einkauf, Verkauf und der Liquiditätsplanung und Liquiditätsversorgung mit Forderungsmanagement.

Will ein Kreditinstitut beurteilen, ob ein Unternehmen den zukünftigen Schuldendienst leisten kann, müssen dazu weitere Faktoren dokumentiert werden wie Unternehmensführung, Risikoanalyse, Risikominimierung im Forderungsbereich. Gerade wenn die frühzeitige Diskussion solcher „weicher Faktoren“ mit dem Kreditinstitut bisher nicht gepflegt wurde, müssen sich mittelständische Unternehmen nun auf derart umfassende Kreditgespräche vorbereiten.

HANSEKONTOR Maklerges. mbH, geschäftsführender Gesellschafter / Dipl.BetrW.
Michael Boomhuis, m.boomhuis@hansekontor-makler.de Tel: 040-238 50 400.


Web: http://www.hansekontor-makler.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Michael Boomhuis, verantwortlich.

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