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RFID verleiht IT, Handel und Logistik Flügel - VDEB-Infotag ausgebucht

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Mehr als 120 Teilnehmer nahmen am vollständig ausgebuchten 7. VDEB-Infotag im IBM Forum Stuttgart teil. Sechs hochkarätige Referenten steckten den Rahmen für Anwendungen von RFID und mobiler Datenerfassung im Handel ab.

Aachen, den 12. Oktober 2004. Der 7. VDEB-Infotag fand unter den Themen "Mobile Computing, RFID und Rückverfolgbarkeit" am 7. Oktober in Stuttgart statt. Der Verband der EDV-Software- und -Beratungsunternehmen (VDEB) hatte zu dieser eintägigen IT-Fachveranstaltung eingeladen. Der VDEB-Infotag spiegelte dabei das enorme Interesse von Softwareherstellern und IT-Anwendern an ersten praktischen RFID-Anwendungen wider. Alle Vorträge zeigten, wie weit die RFID-Technologie inzwischen ihren Kinderschuhen entwachsen ist. RFID hält derzeit massiven Einzug in die umsatzstärksten Branchen, vorrangig des Handels und der Logistik. Die flächendeckende Einführung von RFID bei der Metro Group, Wal-Mart (USA) und Tesco (UK) in den nächsten ein bis zwei Jahren zeigt das enorme Tempo, von dem der Markt angetrieben wird.

Neben Fachvorträgen zur RFID-Technologie von IBM, SAP und anderen spezialisierten Unternehmen wurden erste Lösungen zum Einsatz von RFID auf dem VDEB-Infotag in der Praxis vorgeführt. So konnten die Teilnehmer live das von der IBM mitentwickelte RFID-System, das für die Logistik im Metro Future Store eingesetzt wird, erleben. Auch für eine kritische Betrachtung der datenschutzrechtlichen Aspekte der RFID-Technologie, die derzeit kontrovers diskutiert werden, war gesorgt. Der stellvertretende Leiter der Aufsichtsbehörde für den Datenschutz im Land Baden-Württemberg klärte die interessierten Teilnehmer über die rechtlichen Grundlagen auf.

Die Motive, die kontaktlos auslesbaren RFID-Funketiketten im Handel einzuführen, sind vielschichtig. Klaus Vogell von der Centrale für Coorganisation GmbH hebt in seinem Vortrag insbesondere die bessere Warenverfügbarkeit am Point Of Sale (POS), die Kostenreduzierung entlang der Supply Chain und die genauere Steuerung der Warenflüsse dank RFID hervor. Nach den Ergebnissen einer ECR-Studie (ECR Monitor 2003) liegt RFID dabei gleichauf mit anderen Wireless Technologien. Rund 60 Prozent der Handelsunternehmen erwarten danach den Einsatz von RFID innerhalb von drei bis zehn Jahren.

Ein Vordenker in Sachen RFID ist Kurt Rindle von IBM Deutschland. Er ist federführend an der Entwicklung der RFID-Lösung für die Metro Group und der Future Store Initiative beteiligt und ein von der Politik gefragter Experte in Deutschland. Sein Engagement beschreibt er mit der Vision, "eine perfekte digitale Version der realen Lieferkette durch RFID an den Produkten" zu schaffen. "Langfristig wird ein 'Netz der Dinge' entstehen, das uns ermöglicht, die physische Welt mit der digitalen Welt zu verbinden", so Kurt Rindle weiter. Er bleibt in seinen Ausführungen aber Realist. RFID und Barcode werden einander eher ergänzen. Beide Technologien haben Vorteile, die es zu kombinieren gilt. Insbesondere verweist er auf die noch ausstehenden Standardisierungen für die Datencodierung bei RFID. Zudem gibt es noch physikalische Probleme in Anwendungsbereichen, wo RFID-Technologie in und auf Gegenständen integriert werden soll, deren Oberfläche leitend sind, wie beispielsweise bei Cola-Dosen. Zudem sieht Kurt Rindle die weite Verbreitung von RFID von einem Preisverfall von derzeit rund 30 Cent auf unter 5 Cent pro RFID-Etikett abhängig.

Auch Thomas Ebbinghaus, stellvertretender Vorsitzender des VDEB, plädiert für Augenmaß. Für ihn ist RFID nicht automatisch die Wunderlösung für alle logistischen Herausforderungen. Gerade das Thema Rückverfolgbarkeit in der Herstellung und im Handel mit Lebensmitteln erfordert praktikable Anwendungen. So steht bei ihm die Chargenverfolgung statt der Kennzeichnung von einzelnen Produkten im Vordergrund. In der Praxis lässt sich schon mit dem Einsatz von PDAs die Effizienz von Handelsunternehmen deutlich erhöhen, während gleichzeitig die rechtlichen Auflagen erfüllt werden.

Bei der Rückverfolgung von Frischeprodukten sieht Dr. Klemens van Betteray von der CSB-System AG ebenfalls den Fokus auf einer exakten Chargenbildung. In seinem Vortrag wird die Tragweite einer einheitlichen Rückverfolgbarkeit vom Hersteller bis zum Verbraucher sichtbar, die ab 2005 verbindlich in der EU in Kraft tritt. Insbesondere beleuchtet er die komplexe Gesetzeslage und mahnt nachdrücklich dazu, "unternehmensinterne Systeme und Verfahren zur Rückverfolgung" einzurichten. Nur so lassen sich die erheblichen Risiken, die in einer Rückrufaktion liegen, minimieren. Es macht eben einen Unterschied, ob nur 200 Torten einer Charge oder 5000 einer Tagesproduktion zurückgerufen werden müssen.

Die abschließende Diskussion galt ganz dem Thema Datenschutz und RFID. Jürgen Autor vom Innenministerium Baden-Württemberg hatte zuvor prägnant die rechtlichen Grundlagen skizziert, wann personenbezogene Daten überhaupt erhoben werden dürfen, - nämlich nur dann, wenn dies das Bundesdatenschutzgesetz oder eine andere Rechtsvorschrift erlauben oder der Betroffene zuvor eingewilligt hat. Eine Ausweitung der RFID-Anwendungen auf offene Systeme stellt dabei die größte Herausforderung in der Zukunft dar. Hier könnten unterschiedliche Datenquellen, etwa die Kundenkarte und das RFID-Etikett auf einem Produkt, zu personenbezogenen Informationen kombiniert werden. Die Verantwortung, dies zu verhindern, sieht Jürgen Autor aber klar bei den Unternehmen und den dortigen Datenschutzbeauftragten und nicht in staatlichen Eingriffen.

Oliver Grün, Vorsitzender des VDEB, zeigte sich schließlich mit dem Verlauf des 7. VDEB-Infotag sehr zufrieden und freute sich über die rege Teilnahme. Auf die weiteren Pläne des VDEB zum Thema RFID angesprochen, bestätigte er: "Der VDEB wird eine RFID-Fachgruppe ins Leben rufen. Hier sollen sich mittelständische Softwarehersteller über die Anwendung von RFID in Softwaresystemen austauschen und konkrete Vorschläge erarbeiten. Wir sehen hier ein enormes Potential, was es zu erschließen gilt. Melden Sie sich in unserer Geschäftsstelle."

Alle Vorträge, die auf dem 7. VDEB-Infotag gehalten wurden, stehen auf den Internetseiten des VDEB unter www.vdeb.de zum Download bereit.

Marc Houben, Zeichen: 6.252 (inkl. Leerzeichen)

Hintergrundinformationen

Der Verband der EDV-Software- und -Beratungsunternehmen e.V. (VDEB) vertritt die Interessen des IT-Mittelstands, speziell der kleinen und mittleren Software- und EDV-Beratungsunternehmen, in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel der Arbeit des Verbandes ist die verstärkte Zusammenarbeit der mittelständischen IT-Unternehmen. Die Interessen der Mitglieder werden durch eine gemeinsame Fach- und Öffentlichkeitsarbeit zum Ausdruck gebracht. Der VDEB ist beim Deutschen Bundestag akkreditiert.


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