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Wirtschaftsethik

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Wirtschaftsethik Marketing-, Management- und Führungsethik

Zahlreiche Unternehmensskandale, wie etwa um den US-amerikanischen Energiekonzern Enron, das italienische Milchimperium Parmalat oder den deutschen Technologiekonzern Siemens, und nicht zuletzt die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/2009 haben auch in der breiteren Öffentlichkeit nicht unerheblich zur Popularität wirtschafts- und unternehmensethischer Themen beigetragen. Insbesondere in den Medien werden Fragen wie etwa nach der Moral einzelner Manager, nach der Standortreue von Unternehmen und ihrer Pflicht zum Erhalt von Arbeitsplätzen oder nach der Verantwortung der Unternehmen für die Herstellungsbedingungen bei ihren Zulieferbetrieben zumeist in sogenannten Niedriglohnländern tagesaktuell thematisiert. Diskutiert werden die Frage nach den ethischen und normativen Grundlagen des Wirtschaftens und der Moral der Wirtschaft insgesamt ebenso wie die Gründe für das Fehlverhalten einzelner Wirtschaftsakteure. Wohl kaum ein Themenbereich der angewandten Ethik erfuhr innerhalb der letzten Jahre eine derartige öffentliche Resonanz wie die Wirtschafts- und Unternehmensethik. Unternehmerisches Handeln steht zunehmend im Rampenlicht des öffentlichen Interesses. Und dabei geht es längst nicht mehr ausschließlich um Fragen der ökonomischen Leistungsfähigkeit oder der betrieblichen Mitbestimmung. Zunehmend häufiger rückt vielmehr bei der Beurteilung unternehmerischer Aktivitäten die Frage nach der moralischen Integrität von Unternehmen in den Vordergrund. Die Aufmerksamkeit der kritischen Öffentlichkeit gilt den ökologischen und sozialen Problemen der Unternehmen ebenso, wie den Fragen fairer Produktions- und Geschäftsbedingungen. Fragwürdige Geschäftspraktiken einzelner Skandalunternehmen erschütterten dabei nicht nur das Vertrauen der Öffentlichkeit in diese Unternehmen und ihre Manager, sondern ließen auch die Selbststeuerungsmechanismen einer liberalen Marktwirtschaft selbst zunehmend fragwürdiger erscheinen.
Demgegenüber steht augenfällig die gestiegene Aufmerksamkeit, die Unternehmen dem Thema Wirtschafts- und Unternehmensethik entgegenbringen. Trotz der medial inszenierten pauschalen ‚Managerschelte’ und der, mitunter durchaus berechtigten, Skandalisierung der Geschäftspolitik einzelner Unternehmen hat die Frage nach der Wertorientierung und den normativen Grundlagen der Geschäftspolitik längst auch Einzug in die unternehmerische Praxis gehalten. Insbesondere unter den Schlagworten „Corporate Social Responsibility“, „Good Corporate Citizenship“ oder auch „Soziale und ökologische Nachhaltigkeit” beginnen Unternehmen, nach Mitteln und Wegen zu suchen, derartigem Fehlverhalten entgegenzusteuern und das Vertrauen der Öffentlichkeit in unternehmerische Aktivitäten wieder herzustellen. Das Spektrum unternehmerischen Engagements in Sachen ‚Ethik’ reicht dabei von den Bemühungen, die eigene Geschäftspolitik gegenüber der Öffentlichkeit transparent und vergleichbar zu machen, bis hin zur aktiven Auseinandersetzung mit den durch das Unternehmenshandeln betroffenen Anspruchsgruppen im Rahmen sogenannter Stakeholder-Dialoge als festen Bestandteil der Corporate Social Responsibility-Politik von Unternehmen.

Fazit: In Zeiten der Globalisierung ist eine Reflexion über eine übergeordnete und für alle verbindliche Wirtschaftsethik dringlicher denn je.

Quelle: Michael S. Aßländer (Hrsg.), Handbuch Wirtschaftsethik
Ca. 500 S., Gebunden, EUR 49,95, ISBN: 978-3-476-02270-7,
Erscheint am: 12.04.2011 im J. B. Metzler Verlag, Stuttgart


Web: https://www.metzlerverlag.de/index.php?mod=bookdetail&isbn=978-3-476-02270-7


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Joachim Bader (Tel.: 0711 / 2194 - 112), verantwortlich.

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