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Hahnenkampf unter Amerikas renommierten Wirtschaftswissenschaftlern

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Ist Offshore-Outsourcing mehr Fluch oder Segen


Bonn/New York – „Wenn ein erklärter Befürworter der freien Marktwirtschaft und des freien Welthandels sich gegen das derzeit in den USA so beliebte Outsourcing ausspricht, dann ist das etwa so, als wenn der Papst Zweifel an der unbefleckten Empfängnis Marias äußert“, so ein prägnanter Kommentar der vdi-Nachrichten http://www.vdi-nachrichten.com zur aktuellen Diskussion über Offshore-Outsourcing.

Der Hintergrund: Der Wirtschafts-nobelpreisträger Paul Samuelson hat die Debatte mit einem Fachbeitrag in dem „Journal of Economic Perspectives“ erneut angefacht. Der 89-jährige Samuelson nahm seinen Schüler Jagdish Bhagwati und US-Notenbankchef Allan Greenspan aufs Korn. Sie verbreiteten „populär-populistische Unwahrheiten“ über die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. Nicht für alle Länder sei die Produktionsverlagerung von Nutzen. Von der Verlegung von Call-Centern und Programmierarbeiten nach Indien und China profitierten nur diese Länder. Sie erhielten dadurch die technologischen Möglichkeiten, um die Vereinigten Staaten in wichtigen Teilmärkten zu überholen.

In einem großen Interview mit der Tageszeitung Die Welt http://www.welt.de hat der angegriffene Bhagwati nun zurückgeschossen. Laut Welt gilt der 70-jährige Wirtschaftswissenschafter als der „Papst der Internationalen Außenhandelstheorie“. Dafür stehen nicht nur 50 Bücher und rund 300 Fachartikel, sondern auch seine mittlerweile dreijährige Tätigkeit als Chefberater der Vereinten Nationen in Fragen der Globalisierung. Der anerkannte Wissenschaftler warnt vor der üblichen Panikmache beim Thema Outsourcing. Viele Dienstleistungen ließen sich gar nicht komplett ins Ausland verlagern, sondern seien an geografische Nähe gebunden: „Wir reden von Dienstleistungen. Einer bietet sie an, ein anderer nutzt sie. Nehmen wir den Friseur als Beispiel. Seine Dienstleistung kann man überhaupt nicht über weite Entfernungen anbieten. Oder Bildung: Wenn ich in Heidelberg studieren will, muss ich nach Heidelberg umziehen. Eine erstklassige Herzoperation bekomme ich nicht in Indien, aber in Boston. Geografische Nähe ist notwendig, um die entsprechende Dienstleistung zu bekommen.(...)Das Auslagern von Dienstleistungen, die weit entfernt erbracht werden können, hat die ganze Panik ausgelöst. Weil das oft im Ausland passiert, nenne ich das lieber ‚Offshore-Outsourcing‘.“

Globalisierungskritiker und Gegner der Auslagerung von Arbeitsplätzen verlören oft die wahren Dimensionen des Offshore-Outsourcing aus dem Blick. So seien in den USA in den vergangenen fünf Jahren jedes Jahr rund 100.000 Arbeitsplätze ausgelagert worden. Diese Zahl müsse mit der Zahl von Arbeitsplätzen in Relation gesetzt werden, die „jedes Jahr im Dienstleistungssektor auf der einen Seite wegfallen und woanders geschaffen werden“. Außerdem würden ja auch viele Arbeitsplätze in Richtung USA ausgelagert, „für Design beispielsweise, juristische Beratung“ und andere hochwertige Dienstleistungen. Bhagwati wörtlich: „Wer behauptet, dass Amerika oder auch Deutschland unter Outsourcing leiden, verliert das Größenverhältnis aus dem Blick.“ Und er macht die Vorteile des Outsourcing an einem konkreten Beispiel deutlich: „Jedes Mal, wenn man etwas auslagert, den Radiologen zum Beispiel nach Indien, werden auch finanzielle Ressourcen frei. Statt 50.000 Dollar für jemanden zu zahlen, kann ein US-Krankenhaus das Geld nun für andere Dinge investieren. Für die Bekämpfung von Fettleibigkeit, Diabetes, was auch immer. Schauen Sie sich die armen Kinder an, die sich nur noch von Fast Food ernähren.“

Abseits der akademischen Hahnenkämpfe zwischen Samuelson und Bhagwati, die in Zusammenhang stehen mit Kerrys populistischem Wahlkampf gegen die Verlagerung von US-Arbeitsplätzen, ist Offshore-Outsourcing die tägliche Realität. „Nicht die Frage ob, sondern wie Offshore-Outsourcing betrieben wird, in welcher Form und Organisation“, so Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de, „interessiert unsere Kunden wirklich.“ Die Auslagerung von Arbeitsplätzen sei eine schlichte Tatsache, die nicht mehr wegzudiskutieren sei. Allerdings entscheide die Organisation des Outsourcings über den Erfolg eines Projektes. Neben einem klar sturkturierten Prozess- und Phasenmodell setzt Harvey Nash bevorzugt auf das so genannte Co-Sourcing. Bei dieser Outsourcing-Variante liegen die eigenen Inhouse-Anteile des Kunden am Projektumfang und damit auch an den Mitarbeitern bei ungefähr 25 bis 30 Prozent. Nadolski pflichtet Bhagwati bei, der im Welt-Gespräch bemängelt, dass eine aufgeheizte Debatte über Offshore-Outsourcing im US-Wahlkampf die wichtigen Themen von der politischen Agenda verdrängt habe. Bhagwati formuliert das so: „Wie gehen wir mit einer immer älter werdenden Gesellschaft um? Wie können genug Arbeitsplätze für Senioren geschaffen werden?“ Für Nadolski ist die Ausgrenzung älterer Arbeinehmer aus dem Arbeitsprozess nicht nur ein gesellschaftlicher Skandal, sondern angesichts des demographischen Wandels geradezu widersinnig.



Web: http://www.harveynash.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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