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Neue Impulse für ein Erfolgsrezept

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Deutschland erlebt eine zweite Lean Management-Welle / Mit Lean Management Arbeitsplätze sichern / 300 Teilnehmer am ersten deutschen Lean Management Summit


Aachen. - Beim "Lean Management Summit", der vom 11. bis 12. November in Aachen stattfand, diskutierten hochkarätige Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit rund 300 Teilnehmern über Wege und Chancen, die das Lean Management deutschen Unternehmen eröffnen kann. Fazit dieses erfolgreichen ersten Gipfeltreffens internationaler Spezialisten auf deutschem Boden: "Deutschland ist reif für eine zweite Lean Management-Welle!"

Das Lean Management-Konzept hat weltweit in der produzierenden Industrie mehr Veränderung und Verbesserung ausgelöst als alle anderen Analysen und Konzepte, die es bisher gab. In Deutschland allerdings konnte sich Lean Management bisher noch nicht durchsetzen. Bis auf wenige Ausnahmen von Vorzeigefirmen, die - wie etwa Porsche - mit dieser Strategie beeindruckende Erfolge erzielt haben, ist die erste Lean-Welle, die vor gut zehn Jahren durch das Land rollte, versandet - anders als vor allem in Japan und in der angelsächsischen Welt, wo mit konzentrierten Lean-Programmen die notwendigen Veränderungen und Produktivitätsverbesserungen in den Unternehmen konzipiert und umgesetzt worden sind.

Lean bedeutet nicht schlank

Deutsche Unternehmen dagegen haben die Potenziale und Chancen, die Lean Management bietet, bisher nicht ausreichend erkannt. Das liegt auch daran, dass trotz aller Begeisterung vielfach der Kern, der in dem Lean-Gedanken steckt, nicht verstanden worden ist. Bei den Lean-Programmen, die hierzulande in Gang gesetzt wurden, stand die Verschlankung des Unternehmens (lean = schlank) im Vordergrund, mit dem Ziel, möglichst viel Personal freizusetzen. Aber die eigentliche Idee von lean, nämlich "Werte ohne Verschwendung zu schaffen", ist vielen fremd geblieben. Dan Jones, neben Jim Womack einer der Autoren der Standardwerke über Lean Management1 und ausgewiesener Kenner der Szene, sieht in Lean Management keinen Job-Killer, sondern vielmehr "die einzige Möglichkeit, Arbeitsplätze in deutschen Unternehmen zu sichern!".

Dr. Bodo Wiegand, Gründer und Leiter des Aachener Lean Management Instituts, konstatiert: "Zehn Jahre nach der ersten Lean-Welle steht die deutsche Wirtschaft an einem vergleichbaren Punkt. Wieder gilt es, die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Zwar haben die Unternehmen hierzulande aufgeholt, sind aber nach wie vor von lean weit entfernt. Wieder ist Toyota ein erfolgreiches Vorbild, das eine Herausforderung für die produzierende Industrie darstellt und damit - so die übereinstimmende Einschätzung der Experten - eine neue Lean-Welle in Deutschland inspiriert." Dan Jones spricht bereits von einem "erdrutschartigen Meinungsumschwung", der in Deutschland gerade zu beobachten ist. Das betrifft vor allem die Autoindustrie, die durch Toyotas Offensive auf dem europäischen Markt aufgerüttelt wird. Aber auch aus anderen Branchen ist starkes Interesse an Lean Management zu hören.

Gefordert ist bei diesem Konzept ein prinzipielles Umdenken. Im Zentrum des Lean Thinkings steht die Erhöhung des Kundennutzens und die Ausrichtung des gesamten Unternehmens auf die wertschöpfenden Prozesse. Die Auswirkungen sind messbar an der Reduzierung von Durchlaufzeiten und Beständen, an der Steigerung der Qualität und dem Abbau unnötiger Komplexität sowie an einer deutlichen Verbesserung der Produktivität. Optimiert werden so gleichzeitig die vier entscheidenden Wettbewerbsfaktoren eines Unternehmens: Verfügbarkeit, Qualität, Individualität und Kosten (VQUIK). Auf diese Weise werden herausragende Erfolge erzielt, wie nicht zuletzt das Beispiel Toyota zeigt.

Deutsche Unternehmen haben Nachholbedarf

"Deutsche Unternehmen dagegen beschränken sich meistens noch auf die funktionsorientierte Optimierung einzelner Faktoren, anstatt das gesamte Produktionssystem zu betrachten", konstatiert Prof. Dr. Günther Schuh, Mitglied des Direktoriums des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) der RWTH Aachen. Jahrelang galt beispielsweise - an Universitäten wie in Unternehmen - die Devise, dass die Maschinen bestmöglichst auszulasten sind. Doch das Ziel einer hohen Maschinenauslastung optimiert nicht gleichzeitig den Wertstrom, sondern kann im Gegenteil zur Verschwendung von Ressourcen führen, weil mehr produziert wird, als der Kunde aktuell geordert hat. Das führt zu unnötigen Transporten und Lagerbeständen. Genauso nutzt es wenig, flächendeckend mit dem Konzept von Six Sigma an der Prozessqualität zu arbeiten, wenn man gar nicht weiß, ob diese optimierten Prozesse überhaupt zur Wertschöpfung beitragen.

So kommt es, dass Jim Womack sich darüber wundert, dass "in angeblich hochentwickelten Unternehmen weltberühmte Experten für ihre jeweiligen Fachgebiete sitzen, die nicht die leiseste Ahnung vom Gesamtwertschöpfungsprozess ihres Unternehmens haben". Und er bemängelt, dass "in Deutschland immer kompliziertere Produkte in oft sehr ineffizienten Organisationen" gefertigt werden. Speziell für die deutschen Ingenieure, die vielfach einem perfektionistischen und komplizierten Konstruktionsdenken anhängen, sieht Womack eine neue Herausforderung: Anstatt teure, komplizierte, aber nicht kompetitive Produkte zu entwickeln, deren Leistungen der Kunde gar nicht alle braucht, gilt es vielmehr, clevere Produkte unkompliziert zu gestalten.

Dass die Lean Management-Ansätze und -Methoden in Deutschland in der Praxis noch so wenig genutzt werden, liegt sicher auch an der in Europa bisher noch eher dürftigen theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema Lean. Unterschätzt wurden zudem die bestehenden kulturellen Unterschiede. In Europa denken die Menschen anders als in Japan oder den USA, die Unternehmen und die Wirtschaftssysteme funktionieren anders. Das wurde in der Lean Management-Literatur, die sich im wesentlichen auf die Werke von Womack und Jones beschränkt, bisher nicht ausreichend berücksichtigt.

Lean Management Institut bietet Know-how

Hier setzt das zu Beginn des Jahres 2004 gegründete Lean Management Institut in Aachen an. Mit dem internationalen Netzwerk von Lean Enterprise Instituten im Rücken kann es die Bekanntheit und das Verständnis von Lean im deutschsprachigen Raum gezielt vorantreiben und ein zentrales Forum für den Austausch von Know-how und Erfahrungen sowie für weitergehende Forschungen bilden.

Die Ansiedelung des Lean Management Instituts beim Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen schafft beste Voraussetzungen für die Nutzung von Synergieeffekten aus einer engen Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft. Dies gilt auch für die Übertragung des Lean-Gedankens auf Bereiche außerhalb der Produktion, auf Innovations- und Instandhaltungsprozesse sowie auf Administrations- und Serviceprozesse. Diese Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft soll dazu beitragen, die Defizite, die in Theorie und Praxis derzeit noch bestehen, abzubauen. So entsteht in Aachen nach der Überzeugung von Prof. Dr. Günther Schuh "ein 'New Planet of Lean', der mit seinen Resultaten und Anstößen als ein wichtiger Impulsgeber für die Entwicklung des Lean Managements in der deutschen Wirtschaft wirken wird". Zu den Früchten, die aus dieser Zusammenarbeit entstanden sind, zählt beispielsweise der in 2004 erstmals durchgeführte deutsche "Lean Management Summit", der von Prof. Dr. Günther Schuh und Dr. Bodo Wiegand geleitet wurde. Veranstalter des Kongresses, der auch in 2005 (17. bis 18 November 2005) wieder stattfinden wird, waren das Lean Management Institut (Aachen), das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) und das WZLforum an der RWTH Aachen sowie das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT), Aachen.


Kontakt:

Lean Management Institut
Dr. Ulrike Schömig
Steinbachstraße 25, D - 52074 Aachen
Telefon: +49-(0)241-89 49 99 93
Telefax: +49-(0)241-89 49 99 94
E-Mail: info@lean-management-institut.de
www.lean-management-institut.de


Über das Lean Management Institut:

Lean Management Institut (LMI)
Das LMI ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Aachen. Seine Aufgabe ist die Weiterentwicklung und Verbreitung des Lean Management-Konzeptes und der Tools im deutschsprachigen Raum. Zu den Aktivitäten zählen Forschungsprojekte, Veröffentlichungen sowie ein breites Kongress- und Seminarprogramm. Das Institut gehört zum globalen Netzwerk der Lean Enterprise Institute rund um James P. Womack und Daniel T. Jones, den Begründern der Lean Management-Bewegung, und nimmt auf diese Weise teil am internationalen Austausch über aktuelle Entwicklungen und Erfahrungen in Unternehmen und Institutionen.
www.lean-management-institut.de


1 "The Machine That Changed the World", 1990, und "Lean Thinking", 1996






Web: http://www.lean-management-institut.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Sabine von der Heyde, verantwortlich.

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