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KKR-Kauf des Grünen Punktes: „Dreck zu Gold gemacht“

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Wettbewerbspolitik zementiert Marktmacht des DSD-Müllkonzerns


Hamburg/Bonn - “Mit dem Verkauf des Dualen Systems gerät der deutsche Müll in die Hände ausländischer Investoren“, berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe über den Verkauf des DSD an die US-Beteiligungsfirma Kohlberg Kravis Roberts (KKR). KKR zählt zur Nummer eins im Buy-out-Markt, dem lukrativen Geschäft mit dem Kauf und Verkauf von Firmen.

Der Europa-Chef von KKR, Johannes Huth, scheue nicht davor zurück, „sich für ein gutes Geschäft auch mal ein wenig die Hände schmutzig zu machen - im übertragenen Sinn zumindest. Denn nun greift Huth sogar nach dem deutschen Müll. Mit Hilfe seiner Fonds hat er 260 Millionen Euro für den Grünen Punkt geboten. Bald wird das Kleinod deutscher Umweltpolitik und das Ärgernis vieler Hausfrauen aus einem Büro auf der feineren Seite des Londoner West End mit Blick auf den Big Ben gesteuert“, führt der Spiegel weiter aus. Die Zustimmung der DSD-Aktionäre, die vom Bundeskartellamt zum Verkauf gedrängt wurden, gelte als sicher. „Die weltgrößte so genannte Private-Equity-Firma bekommt den bisherigen Müll-Monopolisten quasi auf dem Silbertablett serviert“, so der Spiegel.

Wichtig für KKR sei das Geld, das zuverlässig beim DSD-Müllkonzern lande. “Wenn ein Konsument im Supermarkt nach verpackter Ware mit dem Grünen Punkt greift, klingelt in 95 Prozent aller Fälle wegen der Lizenzgebühren die Kasse des Kölner Unternehmens. Zwar wird der Umsatz auf Grund von Preisnachlässen und neuer Konkurrenz langsam zurückgehen. Doch die Wettbewerber sind bisher klein und schwach“, schreibt der Spiegel.

Das faktische Monopol des DSD sei nach Einschätzung von Branchenkennern die einzige Motivation für KKR, ins deutsche Müllgeschäft einzusteigen. Wenn das Bundeskartellamt dem Grünen Punkt jetzt einen wettbewerbspolitischen Freibrief erteile, sei dem Expansionsdrang des Kölner Konzerns wenig entgegenzusetzen. KKR erhoffe sich wohl Monopolrenditen wie in der Strombranche. „Das Ergebnis ist ein Müllmulti de Luxe. Von der Sammlung des Elektronikschrotts über Transportverpackungen bis zum Rücknahmesystem für das Dosenpfand wird dann alles aus einer Hand gesteuert. Da haben die Wettbewerbshüter in Bonn ganze Arbeit geleistet“, kritisiert ein mittelständischer Entsorger.

Die 1976 gegründete Firma KKR habe einen legendären Ruf als aggressivster Investor der Branche: Im Normalfall würden die sogenannten Firmenjäger ein Unternehmen zu einem Preis über dem Marktwert kaufen. „Sie bringen etwa ein Drittel bis die Hälfte auf. Das Geld stammt aus Fonds, die dafür aufgelegt werden. Der Rest kommt als hoch verzinster Kredit von Banken. Die hohen Schulden sind der Hebel zur Steigerung des Firmenwerts“, so Hans Sedlmaier, Autor des Buches „Firmenjäger“. Diese Finanzstrategie zwinge das Management des gekauften Unternehmens zu einem aggressiven Marktverhalten, denn die Rückzahlung des investierten Geldes müsse aus dem laufenden Geschäft finanziert werden.





Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

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