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Deutschland braucht Überwindung der industriegebundenen Sichtweise


Frankfurt am Main/Lindau - "Wachstum schaffen wir vor allem mit Innovationen, also der Umsetzung neuer Technologien in Anwendungen in Deutschland." Und neue Technologien bieten die Hersteller nur an, wenn innovative Produkte auch nachgefragt werden. Edward Krubasik, Präsident des ZVEI Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. http://www.zvei.com/, hat dieser Tage festgestellt, dass es in Deutschland nicht an innovativen Ideen fehlt, sondern an ihrer Umsetzung. Wo es an Nachfrage mangelt oder Regeln den Markt behindern, könne sich nach Ansicht von Krubasik auch nichts Neues entwickeln.

„Seine Kritik an der reinen Fixierung der Wirtschaft auf Kostensenkung und Rationalisierung ist vollkommen richtig. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland sind rückläufig, was die Unternehmen wie auch die öffentliche Hand betrifft. Das ist bereits seit 1990 der Fall. Erstaunlich ist da geradezu, was in Deutschland immer noch an neuen Entwicklungen erfolgt, allerdings immer wieder ohne eine tragfähige kommerzielle Umsetzung, wie etwa bei MP3“, sagt Michael Sander Geschäftsführer der TCP Terra Consulting Partners GmbH http://www.terraconsult.de/ in Lindau am Bodensee. Krupasik führt an Kritikpunkten die zu langsame Digitalisierung von Rundfunk und Fernsehen an, dass Navigationssysteme für Fußgänger über das Handy hierzulande weitgehend unbekannt sind und auch die Bahnautomation oder das so genannte elektronische Krankenhaus nur schleppend vorankommen. Hoffnung setzt er darauf, dass das Mautsystem zur Erfassung von Lastwagen auf den Bundesautobahnen bald funktioniert. Wenn es in Deutschland funktioniere, würde auch berechtigte Hoffnung bestehen, dass es von Großbritannien übernommen werde.

Aber schon beim Mobilfunk ist seit drei Jahren erkennbar, dass das Bedürfnis der Verbraucher nach weiteren Kommunikationsmöglichkeiten sehr eingeschränkt ist. So ist längst ein großer Teil der auf dem Markt erhältlichen Handys nicht nur GPRS-fähig, sondern verfügt über einen POP3-Client für eMail-Bearbeitung. Somit ist normales Senden und Empfangen von eMails über das Handy möglich, was in der Praxis aber fast niemand tut. „Offensichtlich existiert kein Bedürfnis, auf dem Weg zwischen dem PC am Arbeitsplatz und dem privaten PC zu Hause, im Stau oder im Restaurant oder irgendwo Outdoor eMails zu bearbeiten. Bei der Digitalisierung von Rundfunk und Fernsehen tritt eine weitere Problematik auf. Der technologische Nutzen bedarf adäquater Inhalte. Der vorwiegend mobil genutzte Rundfunk ist dank flächendeckender UKW-Versorgung und der Möglichkeit, auch digitale Informationen mit der analogen Sendung zu übertragen, vollständig in der Lage, die Anforderungen der Radiohörer abzudecken. Digital Audio Broadcast (DAB), der digitale Nachfolger von UKW, kann praktisch schon als gescheitert betrachtet werden. Das derzeit propagierte Digitale Terrestrische Fernsehen (DVB-T) vermag zwar den Zuschauer auf eine Anzahl von empfangbaren Kanälen zu heben, die fast an analoge Kabelnetze herankommt, aber ist nur noch für deutlicher weniger als zehn Prozent der Haushalte interessant. Und die Kanäle auf den Kabelnetzen selbst sind trotz schleppender Digitalisierung längst schon überall mit ausländischen Programmen zwecks „Auffüllung“ bestückt. Tatsächliche Vorteile durch eine digitale Übertragung stellen sich nur sehr zögerlich ein und ganz gewiss nicht über die Inhalte. Innovative Inhalte im Fernsehen sind längst Mangelware, so dass mangels eigener Ideen der Programmgestalter nun schon lateinamerikanische Formate wie Telenovelas adaptiert werden“, bemängelt Sander.

Die Hoffnung Krupasiks auf den Exporterfolg des deutschen Mautsystems führe zu einer dritten Schwachstelle: es geht in der Zukunft nicht um Technik, sondern um Dienste. „Das deutsche Mautsystem wird nicht deshalb ein Exportschlager, weil es technisch so gut ist, sondern es wird kein Exportschlager, weil die deutschen Marktführer im Toll Collect-Konsortium gezeigt haben, dass sie ein solches Projekt nicht vernünftig handhaben und zum Erfolg bringen können“, so die Bedenken von Sander. Beratungsleistung und Dienste wie Projekt- und Servicemanagement seien entscheidend und das sei im internationalen Rahmen die Schwäche von fast allen deutschen Unternehmen. „Es ist nicht schwer vorherzusehen, dass in den nächsten Jahren die Produktion von praktisch allen Konsumgütern hierzulande unrentabel wird. China, Indien und andere asiatische Länder können den Bedarf der weitgehend gesättigten europäischen Märkte leicht mit abdecken. Hier hat IBM aktuell mit dem Verkauf der PC-Sparte an den chinesischen Lenovo den richtigen Schritt gewagt: das Geschäft abstoßen, bevor es durch den Wettbewerb ausgehebelt wird“, führt Sander weiter aus. Gleichzeitig könne IBM aber weiter Systemgeschäfte machen, in dem die IBM/Lenovo-Produkte enthalten seien und als Partner von Lenovo auch nach China expandieren. Denn genauso wenig wie Chinesen hier in Europa Service- und Systemgeschäft direkt machen könnten, sei es für Europäer oder Amerikaner möglich, solche Geschäfte in China umzusetzen. Damit folge IBM dem richtig erkannten Trend vom Hersteller zum Dienstleister für das IT-Systemgeschäft und zwar mit weltweitem Fokus. „Es geht nicht um Technik und um geeignete Ingenieure, hier hat Krupasik zu sehr die Siemensbrille auf, sondern um Beratungs- und Dienstleistungskompetenzen und um internationale Expertise. Was auch immer in Asien günstig produziert wird, muss vermarktet, verkauft und gewartet werden. Auch die deutschen Unternehmen müssen sich ihren Platz in der sich verändernden globalen Arbeitsteilung suchen. Es reicht nicht mehr aus, ein paar ‚Schräubchen’ zu justieren“, prognostiziert Sander.



Web: http://www.terraconsult.de


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