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RFID-Systeme nicht am Kunden vorbeiplanen

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Bisherige Anwendungen zu techniklastig


Bonn – „Elektronische Kennzeichnungssysteme für kontaktlose Identifikation“ (Radio Frequency Identification, kurz RFID) rufen mittlerweile die unterschiedlichsten Organisationen auf den Plan. Beispielsweise das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) http://www.bsi.de/ oder der „Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.“ http://www.foebud.org (FoeBud), einer Initiative des Bielefelder Allround-Künstlers „padeluun“. Das BSI stellte vor kurzem die Studie „Risiken und Chancen von RFID-Systemen vor“ und FoeBud brachte den Feldtest „Future Store“ der Metro mit heimlich in Kundenkarten eingesetzten RFID-Chips an die Öffentlichkeit. RFID polarisiert, was man aktuell an den Planungen für die Fußball-WM 2006 in Deutschland erkennen kann, wo die Eintrittskarten durch RFID fälschungssicher gemacht werden sollen. „Erwartungsgemäß hat sich sofort eine Initiative gegen Tickets mit RFID-Tags formiert. Kommunikationstechnisch ist das Vorgehen hierbei genauso verkehrt wie das von der Metro. Im Metro-Fall wurde die Einführung heimlich gemacht, in Fall der Fußball-WM wird das Thema als eine bahnbrechende Errungenschaft kommuniziert. Auch das muss unweigerlich Widerstand hervorrufen“, so die Einschätzung von Sabine Sohn, Kommunikationsexpertin von nic-pr in Bonn http://www.nic-pr.de, einer Agentur, die auf Marktkommunikation spezialisiert ist.

Zunächst einmal müsse der Datenschutz und die Datensicherheit beim Einsatz von RFID-Tags zufrieden stellend geregelt sein. „Das ist eine Vorbedingung“, so Sohn. Tatsächlich fordere selbst FoeBud nicht etwa ein Verbot für diese Technik, sondern nur Minimalrichtlinien, die die Persönlichkeitsdaten eines Einzelnen vor Missbrauch schützen. Dazu zähle FoeBud Transparenz und Datensicherheit genau wie die Angabe des Zwecks einer RFID-Anwendung. „Von den Eigenschaften her lassen sich RFID-Tags durchaus mit den Cookies von Internetseiten vergleichen. Auch Cookies dienen der Markierung, etwa des Besuchs von Internetseiten, erleichtern in vielen Fällen das Surfen, aber können auch Informationen beinhalten, von denen der Anwender nichts weiß. Und ähnlich wie Cookies können RFID-Tags vom Anwender unbemerkt existieren. Was hier fehlt, ist die Kontrolle des Anwenders über die Identifikatoren. Ich kann von Endverbrauchern nicht erwarten, dass sie sich RFID-Scanner zum Auffinden und Deaktivieren anschaffen, um ihre private Umgebung nach verborgenen RFID-Tags abzusuchen“, beschreibt Sohn die Situation. Sie sieht die Man sollte daher nur Anwendungen realisieren, bei denen die RFID-Tags dem Verbraucher Vorteile bringen.

Viele der angepriesenen Vorzüge seien zwar zweifellos nützlich für den Anbieter, bringen dem Anwender aber nichts. „Wenn ein Handelsunternehmen seine Ware mit RFID-Tags ausstattet, um seine Lagerhaltung, Warenverteilung und Inventarisierung effizienter zu machen, bringt das noch nicht eindeutige Vorteile für den Endkunden. Und wenn ein Hersteller von Druckern oder etwa auch Autos mittels RFID-Tags dafür sorgt, dass nur Original-Ersatzteile oder Verbrauchsmaterial benutzt werden kann, so sichert er zwar dadurch sein Geschäft gegen sogenannte Third Party-Anbieter, aber es entstehen keine Vorteile für den Benutzer. Der hat in diesen Fällen gar keine Wahlmöglichkeit mehr, sich für preisgünstigere Alternativen zu entscheiden.“ Die Bonner Kommunikationsexpertin sieht ihre These dadurch bestätigt, dass im reinen Geschäftskunden-Markt der Einsatz von RFID-Technik in vielen Fällen kein Diskussionsthema sei. Ob RFID-Tags in Karten zur Zutrittsauthorisierung, ob Long-Range Tags für automatische Container-Verladung, die Vorteile für die Geschäftsprozesse seien offensichtlich. „Das kritischste Einsatzgebiet liegt bei Konsumgütern. Für viele Anwendungsfälle sind zur Zeit die RFID-Tags einfach noch zu teuer. Das wird sich ändern, wenn die Stückpreise auf 10 bis 15 Cent gefallen sind. Natürlich werden dabei die Marketingstrategen versuchen, diese Technik für eine gezielte Ansprache der Verbraucher zu nutzen. Hier treten aber sehr schnell Akzeptanzbarrieren auf. Technische Marketing-Möglichkeiten ersetzen nicht die tatsächlichen Produktvorteile und eine intelligente Kundenbindung“, führt Sohn aus.

Auch die aktuelle Studie des BSI sei zu sehr in der Technik verankert, so das Resümee von nic-pr. Zumindest aber werde darin klar gestellt, dass auch die RFID-Technik nicht sicher gegen Fälschung und Manipulation sei. Zwar sei dazu ein gewisser technischer Aufwand erforderlich, aber das Resultat sei dann offenkundig authentisch. „Da darf man sich nichts vormachen: eine elektronische Kodierung lässt sich leichter perfekt imitieren als eine physikalische Kodierung. Man sollte nicht die Möglichkeiten von RFID überbewerten. Wir empfehlen zum Einsatz der RFID-Technik die auch in Zukunft sehr aktuelle Guideline ‚Klasse statt Masse’. Die Technik dort einsetzen, wo sie für alle Beteiligten Vorteile bringt und dabei dem Verbraucher eine Wahlmöglichkeit lässt“, rät Sohn. Die Bonner Agentur geht davon aus, dass sich der Durchbruch von RFID in den Massenmarkt über mehrere Jahre hinziehen wird. Nicht übersehen werden dürfe, dass umwälzende technische Neuerungen sich auch selten alleine ohne Veränderungen in anderen Bereichen ereignen würden. nic-pr sieht durchaus Akzeptanz und Nutzen von RFID in einem sich verändernden Konsumverhalten, zum Beispiel im Markt von stark Lifestyle-orientierten Gütern.





Web: http://www.nic-pr.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Silke Landwehr, verantwortlich.

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