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Auch die freie Marktwirtschaft kommt nicht ohne Regeln aus

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Monopolisten müssen von Regulierungsbehörden gezähmt werden


Bonn/Wolfsburg – Mit dem Zusammenbruch des Ostblocks hat sich die Überlegenheit des westlichen Wirtschaftssystems erwiesen. Nur noch in Ländern wie Kuba oder Nordkorea erhofft man sich von der Planwirtschaft das Heil. Einige meinen, nun sei es auch mit der sozialen Marktwirtschaft vorbei. Das "rheinische Modell des Kapitalismus" habe sich gegenüber der anglo-amerikanischen Wirtschaftsweise als unterlegen erwiesen, da es mit den neuen Gesetzen der Globalisierung nicht klar komme. In dem "Magazin der Autostadt" Wolfsburg namens StadtAnsichten http://www.autostadt.de schreibt Gerd G. Wagner, der an der Freien Universität Berlin Volkswirtschaftslehre unterrichtet und als Forschungsdirektor am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) http://www.diw.de arbeitet, ein Markt ohne Regeln mache weder Käufer noch Händler glücklich.

Die Überlegenheit der Marktwirtschaft liegt auch für Wagner auf der Hand. Ein Planwirtschaftler mache einfach zu viele Fehler: "Und da er sie zentral macht, wirken sie sich überall gravierend aus." Selbstverständlich sei auch die freie Marktwirtschaft nicht ohne Fehl und Tadel. Doch da nicht alle Entscheider dieselben Fehler machten, seien die Folgen nicht so dramatisch. Laut Wagner drohen dem freien Markt zahlreiche Gefahren: "Zum Beispiel weil es zu wenig Regeln gibt, zu wenig Informationen, zu wenig Regulierungsbehörden oder zu viele Freiheiten für Monopolisten. Eine Marktwirtschaft sollte deshalb nie ganz frei sein, damit sie einigermaßen funktioniert." Deutschland leide insbesondere an der Übermacht bestimmter Monopole. Diese Monopole verlangsamten den technischen Fortschritt, veranschlagten die Preise unnötig hoch und nutzten ihre Macht aus. Musterbeispiele sind die Entwicklungen auf dem deutschen Telekommunikations- und Engergiemarkt.

Nicht nur staatliche Monopole behindern den freien Markt. Auch privatisierte Großunternehmen – so Wagners These – könnten zu marktbeherrschenden Großunternehmen werden oder es bleiben, wenn die staatlichen Regulierungsbehörden ihrer Kontrollfunktion nicht nachkommen. In Deutschland treffe es dies insbesondere auf den Energiemarkt zu. Interessantes Anschauungsmaterial bietet auch das Duale System Deutschland (DSD), von Kritikern auch als "Müllmulti" oder Müllmonopolist" gescholten. Bisher ist es dem Grüne-Punkt-Müllkonzern gelungen, Konkurrenten möglichst klein zu halten. Das Ziel des Kartellamtes, dass die Konkurrenten des DSD Marktanteile von 25 bis 30 Prozent erhalten, ist bisher klar verfehlt worden. Beim Verpackungsrecycling könne von einem ständigen Wechsel zwischen Anbietern und Nachfragern und einem starken Wettbewerbsdruck mit positiven Folgen für die Abnehmer und Verbraucher keine Rede sein, so die Kritik von Branchenkennern. Und auch die von Wagner bemängelten überhöhten Preise, die ein Zeichen von Monopolen sind, treffen nach Ansicht von Experten auf den Kölner Müllkonzern zu. Matthias Schmitz hat für die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Criticón http://www.criticon.de recherchiert, wie der DSD-Müllkonzern vom US-Finanzinvestor KKR "günstig eingesackt" wird, und kommt zu dem Schluss: "Der DSD-Geschäftsbericht weist nach den Berechnungen des Handelsblattes enorme Liquiditätsreserven von 836 Millionen Euro aus. Woher diese pralle Kasse kommt, ist kein Geheimnis. Über Jahre hinweg sollen den Verbrauchern deutlich überhöhte Preise für den Grünen Punkt in Rechnung gestellt worden sein. Brancheninsider halten das für einen klaren Satzungsverstoß, war doch das DSD bisher als Nonprofit-Organisation und ‚gemeinwohlorientierte Einrichtung neuen Typs‘ angelegt."



Web: http://www.criticon.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Nicolaus Gläsner, verantwortlich.

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