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Namensverwechslung führt zu Boom der falschen Aktien

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Ein Lehrbuchstück darüber, was falsch laufen kann: die Rosneftegazstroy-Aktie


Neuss – Die letzten beiden Wochen des Jahres 2004 brachten noch ein geradezu bilderbuchartiges Beispiel davon, wie „exotische“ Aktienmärkte Anleger mit Hoffnung auf Spekulationsgewinne dazu verleiten, sogar die völlig falschen Aktien zu kaufen. Das Beispiel betrifft die Aktie des russischen Pipeline-Bauers Rosneftegazstroy und den Boom um Rosneft im Zuge der Yukos-Auflösung. Bei Rosneftegazstroy handelt es sich um eine Holding, die rund 30 Unternehmen der Pipeline- und Öl-/Gas-Infrastrukturtechnik umfasst und an etlichen weiteren Firmen der Branche beteiligt ist. Hans Geldmacher, Vorstand der Stratega-Ost Beteiligungen AG http://www.stratega-ost.de mit Sitz in Neuss, die seit 1990 existiert und seit 1995 auf den russischen Markt spezialisiert ist, erläutert den Vorgang: „Nach der Versteigerung der Yukos-Tochter Yuganskneftegas an die Baikal-Finanz gingen die Spekulationen um die Yukos-Aktie los. Das Papier erfuhr innerhalb kurzer Zeit Veränderungen von über 100 Prozent. Als dann am 23. Dezember bekannt wurde, dass Rosneft hinter der Übernahme steckt, kam es aufgrund einer Namensähnlichkeit zu der Verwechslung von Rosneft und deren börsennotierter Tochter Roseneftegaz mit der Holding Rosneftegazstroy. Spekulanten wollten auch auf Rosneft setzen. Obwohl bereits am gleichen Tag, am 23. Dezember, in den einschlägigen Internet-Foren auf diese Verwechslung hingewiesen, zog das Papier von Rosneftegazstroy bis zum 27. Dezember von 0,22 Euro auf 2 Euro in der Spitze an“.

Hintergrund der Spekulationen um Rosneftegaz ist die Zerschlagung des Yukos-Konzerns. Rosneft ist der letzte Ölkonzern, siebtgrößter Russlands, welcher sich komplett in staatlichem Besitz befindet. Das Unternehmen hatte in 2003 knapp 20 Millionen Barrel gefördert. Die Tendenz der russischen Regierung, Rosneft mit dem halbstaatlichen Konzern Gazprom zusammen zu legen, ist deutlich erkennbar. Die staatlich angeordnete Versteigerung von Yukanskneftegas, das plötzliche Auftauchen der Baikal-Finanz als Käufer, und die angekündigte Klage von Yukos-Aktionären vor amerikanischen Gerichten haben die Spekulationen genährt. Daraufhin sind viele Anleger kurzfristig in die russischen Aktien eingestiegen, getrieben von der Hoffnung, dass die Rosneftegaz-Aktien durch den Vorgang deutlich wertvoller werden. Immerhin würde durch den Übergang Yukanskneftegas über Rosneft zu Gazprom ein Konzern entstehen, der täglich 1,6 Millionen Barrel Öl fördert und damit zu den großen Ölkonzernen der Welt gehört. Obwohl aber zwischen Rosneft und Rosneftegazstroy kein Zusammenhang besteht, und diese Tatsache bereits schon im Spätsommer 2004 in Anleger-Foren dargestellt wurde, brach am 23. Dezember trotz aller Warnungen ein Run auch auf das Rosneftegazstroy Papier aus. Mit dem Motto „viele Käufer können nicht irren“ wurden sogar die Hinweise auf die Verwechslung beiseite geschoben. Der Rosneftegazstroy-Kurs stieg enorm an und schloss am 27. Dezember mit einem Schlusskurs, der über dem fünffachen des Kurses vom 22. Dezember lag. Und alles aufgrund einer Verwechslung. Erwartungsgemäß gab der Kurs des Rosneftegazstroy-Papiers anschließend sofort wieder nach, lag am 30. Dezember noch bei 0,60 Euro.

Hatten spekulationswütige Laien die Kurse genährt, so lag der eigentliche und unerwartete Vorteil bei den Profis. Auf dem Höchstkurs vom 27. Dezember, welcher den Höchststand des Papiers seit dem Jahr 2000 darstellte, konnte die Beteiligungsgesellschaft Stratega-Ost hohe Gewinne durch den Verkauf von Aktien realisieren. „Das Rosneftegazstroy-Papier war in unseren Büchern mit 0,34 Euro bewertet. Angesichts der völlig unbegründeten, aber von uns beobachteten rasanten Entwicklung am 27. Dezember konnten wir sehr gute Gewinne mit dem Verkauf der Aktie realisieren. Das wirklich erstaunliche dabei ist, dass die spekulierenden Anleger immer wieder alle Bedenken wegen der Verwechslung Rosneftegazstroy mit Rosneft ignoriert haben. Alleine die These ‚andere kaufen, also muss daran was sein’, hat viele dazu verführt, in das Papier einzusteigen“, erläutert Geldmacher. Für Stratega-Ost war das Geschäft ein erfreulicher Zufall außerhalb der Reihe. Die Beteiligungsgesellschaft mit der Börsennotierung WKN 733 130 ist damit auf dem besten Wege, ein sehr positives Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr zu erreichen. Das Portfolio von Stratega-Ost umfasst zu etwa zweidrittel russische Papiere mit dem Schwerpunkt Energie und Rohstoffe. Dank nun zehnjähriger Aktivitäten in diesem Markt gehört die Gesellschaft zu den führenden Russland-Experten der deutschen Börsenszene.

Die Geschichte um das Rosneftegazstroy zeige aber auch, so Geldmacher, wohin sich spekulierende Anleger ohne wirkliche Kenntnisse des betreffenden Marktes gegenseitig treiben. „Im Grunde ist das eine Warnung für alle ernsthaften interessierten Anleger. Emerging Markets wie Russland sind börsentechnisch kein Feld für Laien. Langjährige Kenntnisse des Marktes, Kontakte zu einheimischen Insidern und natürlich auch die sprachliche Kompetenz, sich aus primären Informationsquellen direkt zu informieren, sind Grundvoraussetzungen für erfolgversprechende Börsenaktivitäten. Das muss jeder für sich selbst bewerten und dann für sich entscheiden, ob er selbst an der Börse Roulette spielen will oder lieber in Fonds einsteigt, die von Profis gemanaged werden“, so Geldmachers Resümee.




Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Silke Landwehr, verantwortlich.

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