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Mit fünf Jahren Verspätung: Plasma-Ofen soll ab Sommer chemische Kampfstoffe verbrennen

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Rheinbach - Nach gravierenden Pannen bei der Bauausführung und mit fünfjähriger Verspätung soll im Sommer dieses Jahres auf dem Truppenübungsplatz Munster-Nord ein neuer Verbrennungsofen zur Beseitigung mit chemischen Kampfstoffen belasteter Erde seinen Probebetrieb aufnehmen. Das berichtet die Zeitschrift Wirtschaftsbild http://www.wirtschaftsbild.de in ihrer Februar-Ausgabe.

Wie die Zeitschrift weiter schreibt, handelt es sich dabei um einen so genannten „Plasma-Ofen“, in dem das belastete Material mit einem Lichtbogen geschmolzen und von einem speziellen Plasmabrenner in einem Temperaturbereich von bis zu 1550 Grad Celsius gehalten wird. Dabei entsteht eine glasartige Schlacke, in der die nicht brennbaren Schadstoffe wie Arsen unlösbar eingebunden sind. Das nach Angaben des Ofenbetreibers, der bundeseigenen Gesellschaft zur Entsorgung chemischer Kampfstoffe und Rüstungsaltlasten (GEKA) http://www.geka-munster.de, unschädliche Material soll im Straßenbau eingesetzt werden.

Die ersten Planungen des Plasma-Ofens, mit dem seinerzeit technologisches Neuland betreten wurde, liegen bereits 15 Jahre zurück. Mit dem Bau begonnen wurde 1996. Anlässlich der Expo 2000 in Hannover, so die ursprüngliche Planung des Bundesverteidigungsministeriums, hätte die Anlage eigentlich in Betrieb gehen sollen.

Zu den erheblichen Verzögerungen war es unter anderem gekommen, weil sich das Bundesverteidigungsministerium offenbar auf ein kompliziertes Geflecht an Zuliefererbetrieben eingelassen hat. Nachdem schließlich ein Schweizer Unternehmen als Lieferant des wichtigsten Bauteils, des Plasmareaktors, Konkurs anmelden musste, lag das Projekt zwei Jahre auf Eis.

Weitergebaut wurde der Ofen schließlich von Ingenieuren der GEKA. Die erforderlichen Bauteile, so Wirtschaftsbild, habe sich das Unternehmen auf dem freien Markt zusammengesucht, teilweise sogar über das Internet. Die Verzögerungen beim Bau haben dazu geführt, dass der Plasma-Ofen bei Kosten von rund 135 Millionen Euro den Steuerzahler mehr als doppelt so teuer zu stehen kommt als jene 112 Millionen Mark, die für die Anlage ursprünglich veranschlagt worden waren. Zu entsorgen gibt es für den Ofen reichlich: In Munster-Nord liegen mittlerweile mehr als 40.000 Tonnen mit Giftgaschemikalien belasteter Erde in Silos auf Halde. Der Ofen hat eine Kapazität von 17 Tonnen pro Tag.

Web: http://www.wirtschaftsbild.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Claudia Klemp, verantwortlich.

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