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Rekordumsätze im Fairen Handel

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Verbraucher engagieren sich verstärkt gegen Hunger und Armut


Deutsche Verbraucher kauften 2010 mehr fair gehandelte Produkte als jemals zuvor. Die vergangenen und aktuellen Nahrungsmittelkrisen zeigen, dass insbesondere die ländliche Bevölkerung in vielen Entwicklungsländern unter klimabedingten Ernteeinbrüchen sowie steigenden Preisen für Rohstoffe, Nahrungsmittel und Energie leidet. Der Faire Handel ermöglicht es Kleinbauern, ihre Produktion diesen Bedingungen nachhaltig anzupassen und das Potential ländlicher Regionen zur Ernährungssicherung zu entfalten. Durch den Kauf fair gehandelter Produkte unterstützen Verbraucher daher langfristige Strategien zur Bekämpfung von Hunger und Armut.

(Berlin.) Deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher kauften 2010 mehr fair gehandelte Produkte als jemals zuvor: Im vergangenen Jahr gaben sie dafür 413 Millionen Euro aus, wie das Forum Fairer Handel (FFH) mitteilt. Dies entspricht einer Steigerung von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einer Vervierfachung innerhalb der letzten sechs Jahre. In absoluten Zahlen konnte ein Rekordzuwachs von 91 Mio. Euro erreicht werden.

Mit dem Kauf fair gehandelter Waren unterstützen Verbraucher langfristige Strategien zur Bekämpfung von Hunger und Armut. Die vergangenen und aktuellen Nahrungsmittelkrisen zeigen, dass insbesondere die ländliche Bevölkerung in vielen Entwicklungsländern unter klimabedingten Ernteeinbrüchen, stark schwankenden Rohstoffpreisen und steigenden Kosten für Nahrungsmittel und Energie leidet. "Der Faire Handel schafft sichere Einkommen im ländlichen Raum und ermöglicht es Kleinbauern, das Potential ländlicher Regionen zur Ernährungssicherung zu entfalten", erläutert Antje Edler, Geschäftsführerin des FFH. In langfristigen Handelspartnerschaften erhalten Produzenten im Fairen Handel existenzsichernde Preise und Zuschüsse für soziale Projekte oder den Aufbau der Infrastruktur. Hinzu kommen Beratungsleistungen z.B. bei der Umstellung auf nachhaltigen Landbau, der Diversifizierung landwirtschaftlicher Produktion und der Anpassung an den Klimawandel. Den Erfolg bestätigen zahlreiche Wirkungsstudien, die in einem Papier des Fair-Handels-Netzwerks ausgewertet wurden: Unter adäquaten Rahmenbedingungen und mit angemessener Unterstützung können Kleinbauern ihre Produktionskapazität ausweiten, die Produktqualität verbessern und Nahrungsmittelmärkte besser bedienen. "Auch die Politik ist hier gefragt", betont Edler. "Wir brauchen einen grundlegenden Wandel der globalen Agrarpolitik hin zu einer stärkeren Förderung kleinbäuerlicher Nahrungsmittelproduktion."

Mit einem Anteil von 32 Prozent am Gesamtumsatz ist Kaffee nach wie vor das wichtigste Zugpferd im Fairen Handel. Der Absatz wuchs hier um 38 Prozent auf 8.152 Tonnen. Auch andere Klassiker wie Tee (plus 42 Prozent), Zucker (plus 14 Prozent), Kakao und Schokolade (plus 16 Prozent) konnten deutlich zulegen. "Die seit Jahren zweistelligen Umsatzzuwächse zeigen, dass das Bewusstein für die globalen Zusammenhänge von Konsum und Produktion steigt. Sozial verantwortungsvolles Handeln wird von Verbrauchern daher immer stärker eingefordert", so Edler. "Gastronomen und Einzelhändler haben diesen Trend erkannt und bieten Kunden immer öfter die Möglichkeit, den Kauf fair gehandelter Waren in Ihren Alltag zu integrieren."

Rund 33.000 Lebensmittelgeschäfte, Supermärkte, Drogerien und Discounter bieten mittlerweile Produkte aus Fairem Handel an. Das sind 3.000 mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen rund 800 Weltläden, die Fachgeschäfte für Fairen Handel. Hier finden Kunden neben Lebensmitteln auch ein großes Sortiment an Handwerksprodukten aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Laut einer erstmaligen Erhebung des FFH sind in Deutschland rund 10.000 Produkte aus Fairem Handel erhältlich. Davon entfallen etwa 8.000 auf Handwerksprodukte und Non-Food-Artikel. Trotzdem machen Lebensmittel den Löwenanteil am Gesamtumsatz aus. Bei den anerkannten Fair-Händlern beträgt ihr Anteil 77 Prozent. Dies liegt auch am gestiegenen Interesse der Gastronomie, dem aktuell größten Wachtumsmarkt des Fairen Handels. 2010 konnte die Anzahl an Kantinen, Restaurants und Cafés, die faire Produkte anbieten, um 20 Prozent auf 18.000 Betriebe gesteigert werden.

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Bild: GEPA - The Fair Trade Company/Christian Nusch


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