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HP hat es nicht nur hardwaretechnisch versaut: Software und Applikationen treiben das IT-Geschäft

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Palo Alto/Düsseldorf - „#HP will nicht mehr Apple sein, sondern IBM. Stimmiger Turnaround“, so bringt Dr. Wilhelm Greiner in einem Tweet http://bit.ly/potyKj die Ankündigung von HP-Chef Leo Apotheker auf den Punkt, sich stärker auf Software und Dienstleistungen zu konzentrieren. Der größte Computerhersteller der Welt rüstet sich für die Post-PC-Phase und ist für das Fiasko auf der Herstellerseite nicht ganz unschuldig, wie netbooknews treffend bemerkt: „HP hat es hardwaretechnisch versaut! Anstatt ein einzigartiges Tablet auf den Markt zu bringen und mit dem Pre 3 das Topmodell der Smartphone-Reihe zu launchen, bekamen wir das ‚Kaugummi-Automaten-Phone‘ Veer und ein Tablet, welches sich wie eine Antwort auf die erste Generation des Apple iPad http://www.netbooknews.de/tab/apple-ipad/ anfühlte. Fail… ne, epic fail”. 


Es komme heute auf die Entwickler-Szene an. „Hast du keine App-Developer für deine mobile Plattform, dann hast du keine Chance auf dem dynamischsten IT-Markt aller Zeiten. HP hat nichts für die Entwickler getan und dachte wohl, die kommen von alleine. Anstatt Developer-Challenges und Events zu starten, dachte HP wohl, die würden sich nur so auf webOS stürzen (das haben sie schon nicht in der Vergangenheit gemacht), da es ja jetzt ein Teil einer marktbeherrschenden Firma ist. Schnickschnack, diese unerträgliche Arroganz war ein weiterer Sargnagel für dieses Betriebssystem“, schreibt netbooknews-Blogger Sascha Pallenberg http://www.netbooknews.de/47688/kommentar-hewlett-packard-webos-desaster/.


Hewlett-Packard, eine Ikone der IT-Welt habe sich ein ultimatives Armutszeugnis ausgestellt. Die Nummer könne keine Hardware bauen und sei durch eine verfehlte Release-Politik nicht in der Lage, die Entwicklergemeinschaft zu begeistern.


Für die Maschinisten und Internetausdrucker in Deutschland dürfte der HP-Kurswechsel recht lehrreich sein. Insgesamt müsse Deutschland endlich erkennen, sich nicht nur über die Produktion von Gütern zu definieren. Es würden zu viele Maschinisten und Internetausdrucker den Ton angeben, so Bernhard Steimel von der Unternehmensberatung Mind Business: „Unternehmen, die sich nur über ihre herstellende Rolle definieren, haben ein Problem. Das Endgerät ist häufig nur noch das Tor zur Nutzung eines Dienstes. Es kann der Antrieb sein für neue Dienste, wie man das beim iPad derzeit erlebt. Ohne iTunes und die App-Economy wäre Apple niemals erfolgreich. Produkte und Anwendungen des Steve Jobs-Konzerns üben so viele Reize aus, dass im Moment pro Quartal 150 Millionen iOS-fähige Endgeräte verkauft werden. Das haut einen um. Apple pulverisiert gerade mit dem iPad den PC-Markt. Was wird denn passieren, wenn auch Fernseher mit dem Apfel-Symbol ins Portfolio aufgenommen und nahtlos in die Anwendungsmöglichkeiten von Apple integriert werden? Das dürfte den etablierten Herstellern einige Kopfschmerzen bereiten. Es geht am Ende des Tages natürlich um Produkte. Doch der Mächtige ist derjenige, der die bessere Software hat“, sagt Steimel im Interview mit dem Düsseldorfer Fachdienst Service Insiders http://www.service-insiders.de/.


Die Wertschöpfung von Apple liege klar bei den Applikationen. Analysten hätten berechnet, dass die angekoppelten Verkäufe nach dem Erwerb eine iPhones das Achtfache ausmachen. Das sei ein eindeutiger Befund für die Kraft von Software. „Nun müsse allerdings HP auch die richtigen Anwendungen mit einer leistungsfähigen Entwickler-Community aus dem Boden stampfen. Das hat Leo Apotheker auch bei SAP erkannt, aber nicht umgesetzt“, erklärt Udo Nadolski, Geschäftsführer des IT-Beratungshauses Harvey Nash. Apotheker wollte für den Weltmarktführer von Unternehmenssoftware einen Strategiewechsel durchsetzen und künftig schneller als bisher Softwarelösungen auf den Markt bringen sowie enger mit den Kunden zusammenarbeiten. SAP, so Apotheker biete häufig noch zu komplizierte Softwarepakete für Unternehmen an und müsse einfacher werden.


Sein Zukunftsprogramm firmierte unter dem Begriff „simplicity“, Einfachheit. Weit mehr als bisher sollte die wachsende Komplexität der Wirtschaft und damit auch die Software von SAP hinter intuitiven Benutzeroberflächen und leicht verständlichen Visualisierungen versteckt werden. „Unternehmenssoftware“, so Apotheker, „muss so leicht konsumierbar werden wie Web 2.0-Dienste oder sogar Videospiele.“ Die Stärke des Walldorfer Konzerns, komplexe Lösungen für komplex Unternehmen zu schaffen, wollte er mit dem kreativen Talent der Amerikaner verbinden, „etwas marktgerecht so darzustellen, dass es jeder haben will.“ Für den Schweizer Innovationsforscher Bruno Weisshaupt kommen die Verwerfungen auf dem IT-Markt nicht überraschend: Produkte, die man irgendwo auf der Welt als Module herstellt, würden zu Gunsten von Applikationen an Marktbedeutung verlieren. Worauf es ankomme, sei die Konfiguration. „Zwar wird die bessere Technologie auch in Zukunft ein wesentlicher Grundstein für den Erfolg einer neuen Anwendung sein. Wer würde bezweifeln, dass man mit der Entwicklung einer funktionierenden Brennstoffzelle nicht gute Geschäfte machen kann. Der Erfolg am Markt wird aber nicht an der Technologie hängen, sondern an ihrer kundenorientierten Umsetzung“, sagt Weisshaupt. Wer sich auf die Produktion der Basisprodukte konzentriere, werde das Ausscheidungsrennen gegen Länder wie China oder Indien verlieren.


So muss sich HP wohl auch in seinem radikalen Kurswechsel eher an Apple und nicht an IBM orientieren.

von Gunnar Sohn


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Gunnar Sohn, verantwortlich.

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