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Bonn/Düsseldorf – Aktuelle Antworten auf Fragen unserer Zeit versprach der Gastgeber Michael Ohoven, Vorstand der Deukap Deutsche Kapitalanlagen Holding AG http://www.deukap.de, dem zahlreich erschienenen Publikum im Düsseldorfer Radisson SAS Hotel. Unter dem Titel "Prominente hautnah" präsentierte der Düsseldorfer Jungunternehmer Dr. Jens Ehrhardt, den Herausgeber der Finanzwoche http://www.finanzwoche.de, den Bestsellerautor und Publizisten Peter Scholl-Latour sowie Mario Ohoven, den Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de. "Prominente hautnah" führt die langjährige Tradition der "Zeitgespräche mit Prominenten" fort, die Mario Ohoven ins Leben gerufen hatte. Jahr für Jahr konnte er für ein ausgewähltes Publikum in mehreren deutschen Städten hochkarätige Referenten gewinnen, die sich zu drängenden wirtschaftlichen und politischen Fragen äußerten. Mit der diesjährigen Veranstaltungsreihe – weitere Veranstaltungen finden in diesen Wochen in Hannover, Hamburg, Ettlingen und Stuttgart statt – ist sowohl Kontinuität als auch ein Neuanfang gesichert.

In seinem Eröffnungsvortrag beleuchtete Ehrhardt, wie Konzerne, Rohstoffe, Anleihen und Fonds Kurse und Märkte beeinflussen. Obwohl er den Blick in die Kristallkugel nicht beherrsche, so der Referent, der unter anderem als Vermögensverwalter von Stern-Gründer Henri Nannen tätig war, gab er einige Anlagetipps. Die Treffsicherheit des Mannes, der die Trends wittert, hat sich immer wieder gezeigt. So brummt beispielsweise bei K+S das Geschäft. Nach einem guten ersten Quartal will der Düngemittelhersteller in diesem Jahr bei Umsatz und Ergebnis weiter zulegen und den Rekordgewinn 2004 übertreffen. Der Börse gefällt das. Vor allem wegen der weltweit gestiegenen Kalipreise und eines guten Salzgeschäfts in dem ungewöhnlich langen Winter verdiente der Konzern im ersten Quartal deutlich mehr als vor Jahresfrist, so der Börsenbericht der ARD http://boerse.ard.de. Die K+S-Aktie ist eine der Lieblinge des Münchener Vermögensverwalters Jens Ehrhardt. Der Börsenprofi empfahl insbesondere Public Privat Partnership-Projekte, da bei solchen Unternehmungen die Finanzierung durch den Staat gesichert sei. Auch von seinen anderen nutzerorientierten Ratschlägen konnten die Gäste profitieren. Und von seinem Optimismus: Die Deutschen seien in der Gefahr, meinte Ehrhardt, sich die Konjunktur kaputt zu reden und kaputt zu sparen. Zwar sei der Export momentan der einzige echte Konjunkturmotor, doch die schlechte Stimmung spiegele die reale Lage an der Börse und in der Wirtschaft allgemein nicht richtig wider.

Die turbulenten politischen Entwicklungen in Berlin waren eine Steilvorlage für den zweiten Redner des Abends. Mit Parteien-Hickhack finde sich kein Weg aus der Krise, gefragt sei eine Koalition der Vernunft, betonte Mario Ohoven, der neben seiner Tätigkeit als Unternehmer und BVMW-Präsident auch als Präsident des Europaverbandes KMU in Brüssel aktiv ist. Ohoven befürwortete klare Verhältnisse durch vorgezogene Wahlen im September 2005. Warnungen vor einem flächendeckenden "schwarzen Block", wie er von einigen Linken als Schreckgespenst an die Wand gemalt worden seien, könne man nicht ernst nehmen. Die politischen Verhältnisse in Bundestag und Bundesrat hätten sich in der Bundesrepublik immer wieder ausgependelt. Und er appellierte an die Verantwortlichen: "Mit der elendigen politischen Blockade muss endlich Schluss sein."

Die von Franz Müntefering angezettelte pauschale Unternehmerschelte hält Ohoven für falsch und gefährlich. Die mittelständischen Unternehmer, also 97 Prozent aller Unternehmer, müssten sich im globalen Wettbewerb behaupten. Ehrabschneidende Behauptungen, sie seien unanständig, raffgierig oder unpatriotisch, könnten sie bei diesem harten Existenzkampf nicht gebrauchen. Konkurrenz könne nicht über die Löhne stattfinden, sondern nur über die Wertschöpfung. Hier dürfe Deutschland nicht den Anschluss verlieren. Der BVMW-Präsident rief aber nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber zu neuem und positivem Denken auf. "Als Wanderprediger in Sachen Mittelstand sage ich den Unternehmern: Kommt raus aus Eurer Lethargie! Denkt nicht nur problem-, sondern vor allem lösungsorientiert." Das Land solle sich wieder stärker an Ludwig Erhard orientieren und die Freiheit an die erste Stelle rücken. Auf vielen Reisen nach Russland, Osteuropa oder China erlebe er hautnah, was Dynamik sei. Davon könnten sich die satt gewordenen Deutschen ein Scheibchen abschneiden.

In seiner Analyse des Wirtschaftsstandortes Deutschland kritisierte Ohoven scharf die grassierende "Geiz-ist-geil-Mentalität". "Nicht Geiz, Qualität ist geil", so Ohoven wörtlich. Wegen der niedrigen Zinsen kauften jetzt vor allem ausländische Investoren deutsche Immobilien. Vielen Deutsche warteten zu lange ab und verpassten die besten Chancen, mit dem Erwerb von Immobilien eine relativ krisenfeste Geldanlage zu tätigen, die auch der Alterssicherung dient. Bei der Anhäufung der Bürokratie herrsche staatlicherseits keine „Geiz-ist-geil-Mentalität“. Allein 45 Milliarden Euro müssen die kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland für die Finanzierung des Bürokratiedschungels aufbringen. Und die Banken – Stichwort Basel II – erschweren ihnen das Geschäft, indem sie nur auf Sicherheit und nicht auf Werte schauen. "Wir müssen aufhören, Subventionen für den Erhalt von Friedhöfen zu zahlen, zum Beispiel für den Steinkohlebergbau. Wir sollten Subventionen für Neugeborenenstationen aufbringen", meinte der Redner. Zu diesen "Neugeborenenstationen" zählt Ohoven die modernen Technologien, die insbesondere von der rot-grünen Regierung eher behindert als befördert werden.

Am Ende seines mit viel Zustimmung aufgenommenen Vortrags wies Ohoven noch einmal darauf hin, dass Deutschland zwar in einer Krise stecke, man aber nicht den Kopf in den Sand stecken dürfe. Und hier sei jeder einzelne gefragt. Das eigene Unterbewusstsein sei die Baustelle des persönlichen Erfolgs und damit letztlich auch des Erfolges der ganzen Gesellschaft. Positives Denken, mehr Freiheit und weniger Sicherheit, das war die Botschaft. Es sei ein schlechtes Zeichen, wenn 80 Prozent der Studierenden am liebsten in Konzernen oder beim Staat arbeiten würden. Diese mentale Krise verstärke die ohnehin vorhandene Strukturkrise.

Mit besonderer Spannung wurde das Abschlussreferat von Peter Scholl-Latour erwartet, der vor kurzem mit dem Henri-Nannen-Preis für sein journalistisches Lebenswerk gewürdigt worden war. Der welt- und krisenerfahrene Autor von viel gelesenen Büchern über die Brennpunkte dieser Welt nannte die Ablehnung der EU-Verfassung durch den französischen Souverän einen "heilsamen Schock". Bei der maßlosen Erweiterung der EU habe es kein Mitspracherecht der Bevölkerung gegeben. In Brüssel besorgten oft abgehalfterte und drittklassige Politiker auf Versorgungsposten ihr Geschäft. Mit der Ablehnung der europäischen Verfassung durch die französischen Wähler sei ein Beitritt der Türkei zur EU sehr unwahrscheinlich geworden; eine Bemerkung, die bei den Gästen auf viel Anklang stieß. In den Maße, wie sich Europa ausdehne, verliere es auch an Macht. Wie bei den Vereinigten Staaten handele es sich um eine Überdehnung der Kräfte.

Scholl-Latour ist bekannt für seine amerikakritischen Töne, wobei für ihn feststeht, dass die Vereinigten Staaten der wichtigste Verbündete bleiben. Nicht nachvollziehbar aber sei es, dass Russland immer stärker nach Osten gedrängt würde. Die Gegenreaktion der Russen sei extremer Nationalismus. Das Riesenreich werde vom Ölreichtum des kaspischen Meeres abgeschnitten. "Erdöl ist für die USA wichtiger als elementare strategische Interessen", sagte der Bestsellerautor. Der Westen sei gut beraten, mit Russland zusammenzuarbeiten und nicht gegen das Land zu handeln. Denn eins ist klar: Schon jetzt sind die Vereinigten Staaten nicht mehr die alleinige Supermacht, sondern auch ein Koloss auf tönernen Füßen. Zwar beherrschten die Amerikaner konkurrenzlos die Luft und die See, aber nicht mehr das Land. Ein Gegensatz zwischen den USA und China ist nicht nur bei der Korea- und Taiwan-Frage vorprogrammiert. Mit den demokratischen Experimenten in Afghanistan und dem Irak kann Scholl-Latour nicht viel anfangen. Deutschlands und Frankreichs Haltung im Irak-Krieg sei richtig gewesen. Als Fazit seiner ausgedehnten Tour d’Horizon nahmen die Zuhörer mit auf den Weg, dass sich der Westen – also die Europäer und die Amerikaner - keine Selbstzerfleischung und auch keine allzu ehrgeizigen Demokratisierungsprojekte leisten können. Sie sollten sich auf ihre Stärken besinnen, die eigenen Interessen definieren, die Verteidigungsausgabe ins Lot bringen und darauf rechnen, dass mit dem dynamischen China die große Herausforderung der kommenden Jahrzehnte schon eindeutig zu erkennen ist.




Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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