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Schüler vor Datenmissbrauch im Internet schützen

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Safer Internet Day 2012


Noch nie haben so viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein einziges Medienangebot so intensiv genutzt wie Facebook und noch nie waren Kindern und Jugendlichen die Gefahren durch Datenmissbrauch so wenig bewusst. Mittlerweile sind 84 Prozent aller...

Berlin, 07.02.2012 - Noch nie haben so viele Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein einziges Medienangebot so intensiv genutzt wie Facebook und noch nie waren Kindern und Jugendlichen die Gefahren durch Datenmissbrauch so wenig bewusst. Mittlerweile sind 84 Prozent aller Jugendlichen in Sozialen Netzwerken angemeldet, jeder Dritte feiert den 18. Geburtstag bei Facebook. Auch etliche Kinder mogeln sich durch falsche Altersangaben hinein. Allen Warnungen der Datenschützer zum Trotz, stellen Kinder und Jugendliche zahlreiche persönliche Informationen und Fotos online und geben damit die Kontrolle über ihre Daten aus der Hand.

Soziale Netzwerke speichern und verwerten persönliche Daten. So werden Nutzerprofile erstellt, die Unternehmen für gezielte Werbung angeboten werden. Ein Recht auf Löschung der eigenen Daten besteht nicht. Nach Auffassung des schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragten Thilo Weichert verstößt Facebook damit gegen deutsches Datenschutzrecht, weil es das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletze.

Doch Facebook ist nicht die einzige Datenfalle für Kinder und Jugendliche im Internet. Auch diverse deutsche Kinderportale fragen Daten ab bzw. schalten Werbung insbesondere in Form von Gewinnspielen, die mehr Daten abfragen als notwendig. Der werbliche Charakter und die mögliche Verwertung ihrer Daten für kommerzielle Zwecke sind für Kinder oft nicht erkennbar bzw. nicht klar vom Inhalt trennbar. 17 Anbieter von Kinderportalen wurden vom Bundesverband der Verbraucherzentralen daher jüngst abgemahnt.

Die Leiterin des Projekts 'Verbraucherrechte in der digitalen Welt', Carola Elbrecht, forderte angesichts der Fülle bedenklicher Kinderseiten gegenüber DIGITAL LERNEN, dass 'Werbung so gestaltet sein muss, dass sie jederzeit für Kinder zu erkennen und einfach zu deaktivieren ist und Daten auf Kinderspielseiten nicht über das zwingend erforderliche Maß hinaus erhoben und verwendet werden dürfen'.

Doch die wenigsten Jugendlichen werden durch ihre Eltern oder die Schule über die Gefahren im Internet informiert. Nur die Hälfte der 12- bis 13-Jährigen hat in der Schule etwas über Datenschutz gehört. Wie die in der letzen Woche vorgestellte FIM-Studie zeigt, gehen auch nur 13 Prozent der Eltern regelmäßig mit ihren Kindern gemeinsam ins Internet. Meist sind die Kinder also allein.

Aus Sicht des Hamburger Datenschutzbeauftragten, Johannes Caspar, ist die Thematisierung von Gefahren im Internet in den Schulen in der Regel 'unterentwickelt'. Er fordert gegenüber DIGITAL LERNEN: 'Datenschutz sollte fest in die Lehrpläne integriert werden um den Heranwachsenden eine bessere Orientierung in der digitalen Welt zu geben und sie vor einem allzu naiven Umgang zu schützen.' Dazu könnten auch intelligente Filtersysteme auf den Schulcomputern beitragen. Wenn Schulfilter in der Lage seien, Plugins der Sozialen Netzwerke und Werbung beim Surfen in der Schule auszuschalten, könne dies 'ein wichtiger Baustein sein, um fach- und themenbezogen störende Elemente des Internets im Unterricht auszublenden', so Caspar. Tatsächlich gibt es Schulfilter, mit denen Soziale Netzwerke gezielt ein- und ausgeschaltet und alle Facebook-Funktionen, wie der Like-Button, auf anderen Websites deaktiviert werden können. Auch störende Werbung kann auf den Internetseiten einfach ausgeblendet werden.

Pädagogen haben aus verschiedenen Gründen Bedenken gegen Werbung auf Kinderportalen insbesondere im Kontext mit Schule und Unterricht. 'Firmen, die selbst nichts zu Bildung und Erziehung in der Schule beitragen, sondern Kinder nur als Konsumenten ansprechen wollen, haben auf Internetseiten, die im Unterricht genutzt werden sollen, nichts zu suchen' meint die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Karla Etschenberg und verweist auf das Werbeverbot an Schulen. Bezüglich der Datenerhebung warnt sie: 'Jungen und Mädchen müssen mit Hilfe der Schule Medienkompetenz entwickeln. Dazu gehört auch die Kompetenz, ihr informationelles Selbstbestimmungsrecht wahrzunehmen. Bis dahin haben sie Anspruch auf einen pädagogisch geschützten Raum Schule. Schule darf keine Gelegenheit bieten, bei Kindern Daten zu sammeln, bevor diese überhaupt verstanden haben, was informationelles Selbstbestimmungsrecht bedeutet und wie sie damit bewusst umgehen können.'

Der Bildungsexperte und Chefredakteur des Online-Magazins DIGITAL LERNEN, Sascha Steuer, weiß, dass 'viele Lehrkräfte Soziale Netzwerke leider nicht im Unterricht thematisieren, weil sie die Sorge haben, die Schüler verstünden mehr davon als sie selber'. Steuer weiter: 'Wir müssen den Lehrkräften zeigen, wie sie ihre Scheu ablegen und die Gefahren des Internets im Unterricht thematisieren. Medienkompetenzvermittlung muss integraler Bestandteil jedes Unterrichtsfachs werden.'

Weitere Informationen über einen besseren Datenschutz in Schulen finden Sie auf

www.digital-lernen.de/datenschutz


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