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Bertrandt AG |

„In allen Bereichen flächendeckend gewachsen!“

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Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Vorstands der Bertrandt AG, Dietmar Bichler, über das Leistungsspektrum seines Unternehmens, die Zukunftsaussichten der Branche und darüber, welche Neuheiten in naher Zukunft zu erwarten sind.

Sie decken eine vielfältige Angebotspalette ab. Was sind die Leistungsschwerpunkte der Bertrandt AG?
Dietmar Bichler: „Für die internationale Automobilindustrie deckt unser Angebot heute die gesamte Wertschöpfungskette der Produktentstehung ab: von der ersten Idee über die Entwicklung und Absicherung von Bauteilen, Modulen und Systemen bis hin zu kompletten Fahrzeugen mit angrenzenden Dienstleistungen wie Qualitäts-, Lieferantenund Projektmanagement oder auch CAD-Schulungen. In der Luftfahrt ist Bertrandt schwerpunktmäßig in den Bereichen Struktur- und Kabinenentwicklung, Elektronik, Prototypenbau und Prozessmanagement tätig. Um komplexe Anforderungen bei der Entwicklung und der Integration moderner Produkte zu erfüllen – beispielsweise rund um neue Materialien, intelligente Elektroniksysteme oder moderne Antriebe –, haben wir wichtige Themen im Bertrandt-Konzern in Fachbereichen gebündelt. Beispiele für unsere Leistungen sind in der Elektronikentwicklung die Themen Bordnetz, Infotainment oder Integrationsmanagement. Im Fachbereich Powertrain unterstützen wir bei der Entwicklung von Motorvarianten, Abgasanlagen, Kraftstoffsystemen oder Bremsanlagen. Im Versuch führen wir Komponententests wie Airbag- oder Kopfaufprallversuche, Festigkeitsuntersuchungen oder Dauerfahrerprobungen durch. Betrachten wir Module, entwickeln wir beispielsweise Cockpits oder Sitzanlagen im Interieur, in der Rohbauentwicklung Front- und Heckmodule und Türen. Gehen wir zu den Varianten, so können wir im Rahmen der Gesamtfahrzeugentwicklung auf Grundlage eines Basismodells Kombis, Coupés, Cabrios oder Vans entwickeln.“

Wen unterstützen Sie hauptsächlich mit Ihrem Leistungspaket als externer Dienstleister?
Dietmar Bichler: „Unsere Hauptkunden sind die großen Hersteller sowie Systemlieferanten.“

Sie fungieren als kompetenter Partner und praxisorientierter Umsetzer. Was bedeutet dies im Detail?
Dietmar Bichler: „Mit unseren breiten und tiefen Leistungen decken wir den gesamten Wertschöpfungsprozess der Produktentwicklung ab und können so maßgeschneiderte Kundenlösungen erarbeiten. Durch unsere dezentrale Aufstellung sind wir direkt am Puls unserer Kunden und stellen uns auf ihre Wünsche und Anforderungen ein. Durch die langjährige Zusammenarbeit kennen wir die Prozesslandschaft unserer Kunden und haben uns ganz auf sie eingerichtet. Projekte setzen wir von der Entwicklung bis in die Fertigungsprozesse um und koordinieren auf Wunsch beispielsweise auch alle im Projekt involvierten Lieferanten. Auf den Punkt gebracht: Den unterschiedlichen Anforderungen begegnet Bertrandt mit einem einheitlichen Anspruch: Für jeden Kunden die beste Lösung.“

In welchen Bereichen sind Sie führender Innovationstreiber?
Dietmar Bichler: „Ich sehe unseren Vorteil nicht in einem speziellen Bereich, sondern in unserer sehr großen Leistungsbreite, die in diesem Umfang nur wenige Anbieter im Markt abbilden. Aufgrund der spezifischen Ausrichtung auf die jeweiligen Kundenwünsche bedienen wir Entwicklungsthemen auch in der Tiefe. Unsere dezentrale Aufstellung direkt beim Kunden vor Ort und ein optimales Leistungsangebot bilden das Fundament, um individuelle Entwicklungslösungen zu erbringen. Aktuelles Branchen- und Prozess-Wissen über komplexe Module und Systeme hinweg sichern uns hierbei einen wertvollen Wettbewerbsvorteil. Beispielsweise engagieren wir uns verstärkt in jungen Technologien wie der umweltfreundlichen Mobilität. Diese Entwicklung betrifft das gesamte Fahrzeug mit seinen Modulen Rohbau/Karosserie, Antriebsstrang und Interieur. Hier wird derzeit jede Menge Neuland beschritten, beispielsweise bei klima- und/oder schadstoffüberlagerten Versuchsabläufen. Auch neue Materialien, wie CFK als fester und gleichzeitig leichter Werkstoff, rücken in den Mittelpunkt und sollen beispielsweise das höhere Gewicht des Triebstrangs teilweise kompensieren: Leichtbau verringert das Gesamtgewicht des Fahrzeugs und erhöht damit auch die Reichweite. Auch das Energiemanagement ist in E-Fahrzeugen von großer Bedeutung. Ziel ist es, den bedarfsgerechten Energiefluss sicherzustellen und nicht benötigte Energie in Reichweite oder höhere Leistung umzusetzen. Zudem beeinflussen alternative Antriebe das Design der Fahrzeuge, denn umweltfreundliche Mobilität soll immer häufiger eine besondere Lebenseinstellung zum Ausdruck bringen. Neue Interieurkonzepte tragen etwa der Anforderung nach multifunktionalen Innenräumen Rechnung. In all diesen Themen ist Bertrandt als Entwicklungspartner involviert. Wir investieren gezielt in Zukunftsthemen, zum Beispiel im Technikum in Ehningen in ein Batterietestzentrum. Im Rahmen von Komponentenprüfungen können wir Funktionstests an Energiespeichern unter variablen Umweltbedingungen wie Temperatur und Feuchte durchführen. Lebensdauertests zeigen, wie lange sich der Konsument auf neue Energiespeicherlösungen verlassen und wie das Alterungsverhalten optimiert werden kann. Auf einem neuen Verbundprüfplatz werden Tests zur Integration kompletter Systeme durchgeführt, wie etwa von Batterie und Ladegerät. In der Gesamtfahrzeugabsicherung prüfen wir elektrische Antriebsstränge auf ihr Verhalten im Komplettfahrzeug. In Wolfsburg haben wir unser Fahrwerkskompetenzzentrum ausgebaut. Hierzu gehört beispielsweise ein Federungs- und Achskinematikprüfstand. Zudem beschäftigen wir uns mit der Gesamtfahrzeug- Virtualisierung. Die Subjektivbeurteilung bildet eine weitere Leistung, bei der insbesondere Komfort-Fahreigenschaften charakterisiert werden.“

Welches fachspezifische Spektrum decken Sie in der Sparte Entwicklungsdienstleistungen ab?
Dietmar Bichler: „Mit unserem Angebot decken wir aktuelle Herausforderungen genauso ab wie wichtige Zukunftsthemen. Wir haben uns aus der Rohbaukonstruktion heraus weiterentwickelt und bedienen heute das gesamte Spektrum inklusive der Versuchsabsicherung. Wir entwickeln einzelne Bauteile genauso wie Module bis hin zu kompletten Fahrzeugen oder integrieren komplexe Systeme in ein Fahrzeug, beispielsweise die gesamte Elektronik. Mit dem Blick auf das Ganze garantieren wir unseren Kunden nachhaltige Entwicklungslösungen – und damit die Verknüpfung von Fachwissen aus allen Bereichen des Fahrzeugs und seines Umfelds.“

Welche Neuheiten können Sie im Bereich Simulationstools vermelden?
Dietmar Bichler: „Neue Werkstoffe, zum Beispiel Faserverbundwerkstoffe, weisen ein unterschiedliches Materialverhalten in den einzelnen Raumrichtungen auf. Zudem sind Materialeigenschaften sehr stark fertigungsabhängig. Auf dieser Basis kommen veränderte Anforderungen an die Simulation auf uns zu, die neue CAE-Simulationstools erfordern, wie zum Beispiel Abacus oder Fibersim.“

Ihr Expansionskurs ist ungebrochen. Sie haben rund 1.000 offene Stellen. Woher kommt dieses enorme Wachstum und wie gehen Sie mit dieser beschleunigten Expansion um?
Dietmar Bichler: „Vor dem Hintergrund der hohen Modellvielfalt und des hohen Investitionsvolumens für technischeTrendthemen wie CO2-Reduktion, Sicherheit und Komfort steigt die Nachfrage für die Entwicklung zukünftiger Mobilitätslösungen. Den zusätzlichen Entwicklungsaufwand decken Hersteller und Zulieferer auch mit Hilfe von externen Partnern wie Bertrandt ab. Auf dieser Basis sind wir im abgelaufenen Geschäftsjahr in allen Bereichen flächendeckend gewachsen. Sowohl im Inland als auch im Ausland konnten wir neue Arbeitsplätze schaffen. Insgesamt gelingt es uns durch das attraktive Stellenangebot weiterhin, jeden Monat viele hochqualifizierte neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für uns zu gewinnen. In einzelnen Fachgebieten dauert die Stellenbesetzung heute aber tatsächlich länger als Anfang 2010. In der aktuellen starken Wachstumsphase werden neben der Personalbeschaffung zunehmend auch die erfolgreiche Integration der neuen Mitarbeiter sowie das Nachziehen der Strukturen zum Erfolgsfaktor. Unser Patenmodell hilft uns beispielsweise dabei, neue Kolleginnen und Kollegen schnell in das Unternehmen zu integrieren.“

Gut ausgebildete Mitarbeiter sind die Grundlage eines erfolgreichen Technologieunternehmens, wie es die Bertrandt AG darstellt. Wie qualifizieren Sie Ihre Mitarbeiter und welche Weiterbildungsmaßnahmen führen Sie durch?
Dietmar Bichler: „Die Basis für fachliches und persönliches Weiterkommen stellt eine systematische Personalentwicklung mit umfassenden Qualifizierungsmaßnahmen dar. Wissen im Alltag konsequent zu vernetzen bildet bei uns eine wichtige Voraussetzung, um individuelle und tragfähige Lösungen für unsere Kunden zu schaffen. Um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter branchen-und kundenspezifisch weiterzuentwickeln, haben wir ein eigenes Qualifizierungsprogramm entwickelt, das Bertrandt-Wissensportal. Hier sind rund 300 unterschiedliche Weiterbildungsangebote zu einem ganzheitlichen Bildungsprogramm systematisiert aufgeführt und greifen modular ineinander. Beispielsweise haben wir das Schulungsprogramm um die Qualifizierung „Arbeiten an Hochvolt-Systemen“ erweitert. An mehreren Standorten werden unsere Ingenieure und Techniker für neue technologische Herausforderungen rund um die Elektromobilität mit ihren speziellen Anforderungen geschult. Wir haben im Geschäftsjahr 2010/11 insgesamt 8,7 Millionen Euro in die Fortbildung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert und damit den Vorjahreswert von 4,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt.“

Wie schätzen Sie die Entwicklung Ihrer Branche ein?
Dietmar Bichler: „Wir gehen von einem weiterhin positiven, wenn auch nicht mehr ganz so dynamischen Marktumfeld aus. Die langfristigen Markttreiber – steigende Modellvielfalt sowie Technologie- und Innovationsdruck – sind weiterhin intakt. Hersteller haben jüngst den Trend zu hoher Modellvielfalt bestätigt und profitieren von dem Wiedererstarken der Absatzmärkte vor allem in den USA und Asien. Die Prognosen der Premiumhersteller sind hierbei optimistischer. Wir gehen davon aus, dass sie weiterhin verstärkt in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien und Modelle investieren, um ihre weltweit führende Marktstellung beizubehalten. Trends zu mehr Sicherheit, Komfort, neuen Antriebskonzepten und mehr Infotainment im Fahrzeug bieten für externe Partner Potenzial, ihre Kunden zu unterstützen.“

Was sind die wichtigsten und zentralen Themen der Bertrandt AG in naher Zukunft?
Dietmar Bichler: „Mittelfristig gibt es zwei Schwerpunkte:
1.) Ausbau des Kerngeschäftes durch Verbreiterung und Vertiefung des Leistungsspektrums in der Automobil- und Luftfahrtindustrie: Potenziale für zukünftiges Wachstum sehen wir vor allem in der Weiterentwicklung individueller umweltfreundlicher Mobilität in all ihren Facetten. Gerade in Deutschland sind die ansässigen OEM weltweit führend im Premiumsegment und gewinnen stetig neue Marktanteile. Insofern sind wir zuversichtlich, dass wir thematisch und auch regional weiterhin gute Aussichten auf ein profitables Wachstum haben.
2.) Ausbau von zukunftsorientierten Technologiebranchen wie Elektrotechnik, Energie- und Medizintechnik sowie Anlagen-/Maschinenbau mit der Tochtergesellschaft Bertrandt Services.“

Das Interview führte Peter Rensch.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Anja Schauser, verantwortlich.

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Unternehmensprofil: Bertrandt AG


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