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Interview mit Fondsinitiatoren zur nachhaltigen Energieversorgung

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faktwert-Spezial: European Energy Conference


faktwert sprach anlässlich der European Energy Conference mit Axel Stiehler, Geschäftsführer bei Aquila Capital, und Thomas Hartauer, Vorstand der Lacuna AG. Im Gespräch erläutern sie ihre Sichtweise zum Status Quo der Branche und den Perspektiven der regenerativen Energien.

Guten Tag Herr Stiehler, guten Tag Herr Hartauer. Ich freue mich, dass Sie sich anlässlich der European Energy Conference die Zeit für ein Gespräch nehmen. Herr Stiehler, der Begriff „Nachhaltigkeit“ hält zunehmend Einzug in die gesellschaftliche Debatte. Wie definieren Sie diesen in Bezug auf die Energieversorgung?

Stiehler: Laut der Enquete-Kommission hat Nachhaltigkeit eine ökologische, eine ökonomische und eine soziale Dimension. Man spricht daher auch vom Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit. Meiner Meinung nach lässt sich das sehr gut auf den Bereich der Energieversorgung übertragen.

Herr Hartauer, haben Sie hier einen anderen Ansatzpunkt?

Hartauer: Grundsätzlich nein. Natürlich braucht Veränderung den politischen und sozialen Willen zur Abkehr von ausgetretenen Pfaden. Entsprechendes ist in Deutschland gut zu beobachten: Erst ein längerer Prozess und schließlich die Reaktorkatastrophe in Fukushima haben hier zur Energiewende geführt. Trotz dieser ehrgeizigen Zielsetzung muss für einen Industriestandort wie Deutschland natürlich die nachhaltige Energieversorgung sichergestellt sein.

Diese Anforderung lässt sich doch auf alle Industrienationen übertragen, oder Herr Stiehler?

Stiehler: Stimmt. Wobei sich die Situation natürlich je nach Energiebedarf zuspitzt. Außerdem verzeichnen besonders Schwellenländer derzeit einen überdurchschnittlichen Anstieg bei der Energienachfrage. Von daher ist es sinnvoll, den Fokus über die Industriestaaten hinweg zu erweitern.

Demnach variieren die Gründe für einen höheren Bedarf an Energie. Im Endeffekt ist es folglich notwendig, diesem das Potenzial in den einzelnen Energiebereichen gegenüberzustellen.

Stiehler: Vor allem ist hier natürlich eine langfristige Perspektive wichtig. Wie stark werden die Wirtschaft eines Landes und damit der Energiebedarf wachsen? Hier spielen auch demografische Faktoren eine Rolle. Und mit welchem Energiemix kann diese Nachfrage bedient werden? Gibt es Potenzial für Erneuerbaren Energien und wenn ja, für welche? Ob ein Land oder eine Region für Wind-, Solar oder Wasserkraft geeignet ist, hängt ja auch von klimatischen und geografischen Gegebenheiten ab.

Herr Hartauer, Sie hatten eingangs schon angesprochen, wie wichtig die zuverlässige Energieversorgung für den Industriestandort in Deutschland ist. Verfügen alternative Energieträger hier denn überhaupt über das notwendige Potenzial, um diese vor dem Hintergrund der Energiewende sicherzustellen?

Hartauer: Auf jeden Fall. Zunächst einmal: Schon im vergangenen Jahr haben Erneuerbare Energien erstmals einen größeren Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland geleistet als die Kernkraft. Besonderes Potenzial hat unserer Auffassung nach Windenergie. Zu diesem Ergebnis kommen wir auf Basis der von Herrn Stiehler angesprochenen Beurteilung der klimatischen und geografischen Gegebenheiten einzelner Regionen.

Stiehler: Aber auch beim Thema Windenergie in Deutschland ist nicht jeder Standort gleich attraktiv, hinzu kommen die Unterschiede zwischen On- und Offshore-Parks. Es ist wichtig, jedes Projekt gesondert zu beurteilen: Wasserkraft beispielsweise ist global die am meisten genutzte regenerative Energiequelle: 16 Prozent des produzierten Stroms weltweit stammt aus Wasserkraft. Das liegt auch daran, dass sich die Energieerzeugung mittels Wasserkraft bereits heute ohne staatliche Subventionen rechnet. Die Technik ist bewährt und mit einem Wirkungsgrad von 95 Prozent die effizienteste Art der Stromerzeugung. Wasserkraft ist grundlastfähig, kann also rund um die Uhr zur Energiegewinnung genutzt werden. Und ein Wasserkraftwerk hat eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren. In Deutschland aber - wie an den meisten anderen westeuropäischen Standorten auch - sind die attraktiven Standorte für Wasserkraftwerke ausgeschöpft. Deshalb haben wir uns bei unseren aktuellen Wasserkraftfonds für die Türkei entschieden. Für den Verbraucher allerdings spielt es aufgrund des europäischen Stromverbundsystems eigentlich kaum eine Rolle, in welchem Land der Strom erzeugt wird. Auch die Türkei wird voraussichtlich ab Herbst 2012 diesem Verbund fest angehören, die Testphase läuft bereits.

Herr Hartauer, Sie legen Ihren Schwerpunkt aktuell auf Windenergie in Bayern. Ist das nicht eher eine untypische Region?

Hartauer: Von genau diesen Kategorisierungen müssen wir uns verabschieden, um das Potenzial Erneuerbarer Energien auszuschöpfen. Während es für Wasserkraftwerke inzwischen kaum mehr geeignete Standorte in der Bundesrepublik gibt, verfügen wir im Bereich der Windenergie noch über erhebliches Potenzial: Neben den klassischen Zielregionen wie Niedersachsen und Schleswig-Holstein stieg der Leistungszubau zum Beispiel in Bayern mit 165 MW im vergangenen Jahr deutlich an. Zudem bietet Bayern als größtes deutsches Bundesland mit ca. 71.000 km2 deutschlandweit inzwischen das meiste ungenutzte Potenzial. Insbesondere in Nordbayern sind die geografischen Bedingungen ideal. Gepaart mit neuester Technik ergeben sich hieraus optimale Voraussetzungen für ein erfolgreiches Investment.

Herr Stiehler, auf welcher Basis erfolgt bei Ihnen die Projektauswahl?

Stiehler: Abgesehen von generellen Kriterien, die für alle unsere Investitionen gelten, haben wir hier einen sehr breiten Ansatz. Herr Hartauer hat gerade schon erläutert, wie wichtig der Blick über den Tellerrand ist. Erst dieser ermöglicht die Identifizierung der aussichtsreichsten Investitionsobjekte. Seit 2006 beschäftigen wir uns mit Wasserkraft, 2007 haben wir unsere eigene Beteiligungsgesellschaft für Wasserkraft gegründet. Zu dieser gehören drei Asset Manager; zwei davon kommen aus Norwegen, das weltweit führend in der Nutzung von Wasserkraft ist. Und seit dieser Zeit haben wir uns so ziemlich jedes europäische Land angeschaut und geprüft, inwieweit man dort erfolgreich in Wasserkraft investieren kann. Das Ergebnis dieser langen Prüfphase sind Kraftwerke zu herausragenden Einstandskonditionen in der Türkei, welche wir bereits sehr lange verhandelt haben. Zu diesen Konditionen werden Asset Manager heute nicht mehr kaufen können… Aber nicht nur der Kaufpreis muss stimmen, auch die laufenden Einnahmen sind natürlich wichtig. Daher investieren wir vornehmlich in Ländern mit umlagefinanziertem EEG, um eine verlässliche Kalkulationsgrundlage zu haben. Auch auf umfangreiche Investitionsschutzabkommen legen wir bei Investitionen im Ausland großen Wert. Und die makroökonomischen Werttreiber müssen nachhaltig sein. Eingangs haben wir schon angesprochen, dass insbesondere Schwellenländer mit ihren hohen Wachstumsraten einen steigenden Energiebedarf haben. Hierfür steht die Türkei exemplarisch: Im vergangenen Jahr belief sich das Wirtschaftswachstum laut IWF-Prognose auf 6,6 Prozent. Gleichzeitig müssen bereits heute mehr als zwei Drittel der benötigen Energierohstoffe importiert werden. Der Ausbau Erneuerbarer Energien ist dort also politisch wie ökonomisch und ökologisch gewollt – und das Potenzial gerade für Wasserkraft groß.

Hartauer: Genau hier schließt sich der Kreis. Grundsätzlich streben alle Staaten Unabhängigkeit bei der Energieversorgung an. Die Rahmenbedingungen variieren natürlich, aber das Ergebnis stimmt überein. Zielsetzung muss es daher sein, den Anteil der regenerativen Energien möglichst umfassend und zeitnah auszubauen – zur Sicherstellung der Energieversorgung, zum Einhalten der Klimaschutzziele, aufgrund der Endlichkeit fossiler Brennstoffe. Für die Umsetzung sind privatwirtschaftliche Investitionen in großem Umfang unumgänglich.

Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht hier die Einschränkung der finanziellen Förderung durch die Politik?

Hartauer: Aus meiner Sicht gibt es hier zwei Komponenten. Als politischen Faktor sehe ich in Deutschland die geplante Energiewende. Diese ist mit Kosten verbunden, die nicht folgenlos für den Strompreis bleiben wird. Allerdings wird auch die Kernenergie in Deutschland finanziell gefördert – und stellt erst dadurch die derzeit günstigste Form der Energiegewinnung dar. Würde die vorangegangene Erforschung, die Gewinnung und die Endlagerung vollständig eingepreist, wären die Kosten immens. Ein dauerhaft auf Subventionen basierendes System ist allerdings auch nicht wünschenswert. Meiner Meinung nach können staatliche Gelder lediglich ein Anreiz sein, den Ausbau regenerativer Energien zu forcieren. Damit kommen wir zur wichtigeren Komponente, der ökonomischen. Betrachten wir Windparks, Solaranlagen und Wasserkaftwerke als kleine Unternehmen. Diese müssen in der Lage sein, sich selbst zu tragen, also die Ausgaben rechtfertigen, die für Ihre Errichtung notwendig sind. Wenn das nicht der Fall ist, rentieren sie sich nicht und die Investition als solche sollte überdacht werden. Von daher sehe ich aus ökonomischer Sicht langfristig kein Problem in der Kürzung staatlicher Zuschüsse. Auch auf lokaler Sicht bieten sich hier neue Möglichkeiten, so hat Bayern 2011 ein eigenes Klimaprogramm verabschiedet. Darin ist unter anderem festgeschrieben, dass bis zum Jahr 2021 die Hälfte des in Bayern verbrauchten Stroms regenerativ erzeugt wird. Ein Fokus liegt dabei auf Windenergie. Bislang trägt Windkraft mit 521 MW Gesamtleistung jedoch nur etwa 1 % zur Stromerzeugung bei. Bis 2021 soll sich dieser Anteil auf 10 % signifikant erhöhen.

Da sowohl die Lacuna AG als auch Aquila Capital für dieses Jahr weitere Fonds im Bereich der Erneuerbaren Energien planen, schließe ich daraus, dass Ihre Zielobjekte diese Hürde erfolgreich genommen haben.

Stiehler: Richtig. Bei der endgültigen Analyse geht es darum, ob es sich um ein profitables Investment handelt. Dafür stellen wir die notwendige Investition und die Rückflüsse gegenüber. Und im Ergebnis sind wir mit dem identifizierten Investitionsobjekt „Türkei 1“ und der so entstehenden Beteiligungsmöglichkeit für Investoren sehr zufrieden.

Hartauer: Dem kann ich nur beipflichten. Mit unserem Partner Fronteris errichten wir derzeit den größten zusammenhängenden Windpark Bayerns. Das erste Teil-Projekt wurde bereits ans Netz angeschlossen und Platziert. Für den zweiten Bauabschnitt, bei dem die Arbeiten im Februar bereits begonnen haben, haben
wir heute die Vertriebszulassung durch die BaFin bekommen. Investoren können sich hier zu attraktiven Renditemöglichkeiten beteiligen.

Herr Hartauer, Herr Stiehler, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Thomas Galla, verantwortlich.

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