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Messe Husum veranstaltet Expertenpanel zur Zukunft der Windenergie

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Husum, 20. September 2012. Die Messe Husum hat im Rahmen der HUSUM WindEnergy eine moderierte Talkrunde zur Zukunft der Windenergie veranstaltet. Politiker, Energieversorger und Hersteller aus Deutschland, Dänemark und China haben hier die wichtigsten Branchenthemen diskutiert. Durch die Diskussion führte Professor Dr. Jochen Twele, Windenergieexperte und Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin.

Überschüssige Windkraft zum Heizen

Die dänische Regierung will den Anteil der Windenergie bis 2020 auf 50 Prozent verdoppeln. „Überschüssige Windenergie soll künftig von kostengünstigen Elektroboilern verbraucht werden“, sagte Windpionier Preben Maegaard, Direktor des Nordic Folkecenter for Renewable Energies, im Rahmen der Diskussionsrunde. Windstrom lässt sich dadurch mindestens zum gleichen Preis verkaufen wie der eingesparte Brennstoff. „Bisher mussten die Erzeuger ihren überschüssigen Windstrom häufig zu schlechten Preisen an der Strombörse verkaufen oder ihre Anlagen abschalten. Weil in Dänemark jedes Jahr rund 105 Terawattstunden für das Heizen benötigt werden, stellt die Fernwärme einen großen Absatzmarkt dar, um Leistungsspitzen erneuerbarer Energien aufzunehmen“, ergänzte Maegaard.

Mit Windkraft die Eurokrise stoppen

Ähnlich sieht es Hans-Josef Fell, Bundestagsabgeordneter und energiepolitischer Sprecher bei Bündnis 90 / Die Grünen. „Die Eurokrise ist eine Ölkrise. Öl-, Gas- und Kohleimporte der Euroländer sind teurer als der Ausbau erneuerbarer Energien, und die Kosten für fossile Energien steigen.“ Dabei sei die Windenergie in Deutschland der wichtigste Treiber der erneuerbaren Energieversorgung. „Die Eurokrise zeigt, dass es sehr viel teurer ist, die Energiewende zu stoppen. Wenn man die Energiewende aber weiterführt, ist eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien in Deutschland bereits in 15 Jahren möglich.“

40.000 Kilometer neue Hochspannungsleitungen schaffen

Wegen des rasanten Ausbaus der Windenergie stieß das chinesische Stromnetz 2011 an seine Grenzen. Mit 62,4 Gigawatt installierter Leistung ist China der weltgrößte Windmarkt und verzeichnete mit 17,6 Gigawatt im vergangenen Jahr auch den größten Zubau. „Damit der Windmarkt weiter wachsen kann, forciert die chinesische Regierung den Ausbau der Hochspannungsleitungen“, erklärte Wu Gang, Vorsitzender, Geschäftsführer und Präsident der chinesischen Firma Goldwind. „Der aktuelle Fünf-Jahresplan sieht die Fertigstellung von 40.000 Kilometern neuer Hochspannungsleitungen bis 2015 vor.“

Mit Industrialisierung die Akzeptanz der Windenergie sichern

Für Mike Winkel, Geschäftsführer der E.ON Climate & Renewables steht die Windbranche vor mehreren Herausforderungen: „Noch sind Windkraftanlagen überwiegend Einzelstücke der Ingenieurskunst. Gemeinsam mit den Herstellern arbeiten wir an einer stärkeren Standardisierung und Industrialisierung von der Planung über die Fertigung bis hin zum Bau von Anlagen. Industrialisierung ermöglicht die Produktion größerer Stückzahlen und die Senkung der Kosten für Bau und Betrieb. Für das Gelingen der Energiewende ist das zentral: Nur wenn wir die Kosten weiter senken, werden wir die Belastungen für die Verbraucher niedrig halten können und sichern so die Akzeptanz für einen weiteren Ausbau der Windenergie.“

Über die HUSUM WindEnergy
Die HUSUM WindEnergy ist weltweit die größte Messe für Windenergie. Sie findet alle zwei Jahre in Husum statt. Vom 18. bis 22. September 2012 stellen hier rund 1.200 Aussteller aus 30 Ländern auf einer Fläche von 58.000 Quadratmetern ihre Produkte und Dienstleistungen aus. Zur diesjährigen Messe erwartet der Veranstalter einen neuen Rekord von mehr als 36.000 Besuchern aus 90 Ländern. Zu den Partnern der Messe zählen die internationalen Verbände GWEC (Global Wind Energy Council), BWE (Bundesverband WindEnergie e.V.), VDMA (Fachverband Power Systems), EWEA (European Wind Energy Association) sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Lea Schmitz (Tel.: +49 (0)221 912 49949), verantwortlich.

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