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Das Ende der linearen Laufbahnen

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Barbara Meili bricht eine Lanze für den freiberuflichen Wissensarbeiter


Bonn/Zürich – In Deutschland fehlt es an einer Kultur der Selbständigkeit. Oft ist es keine Herzensentscheidung, sondern gehorcht der nackten Not, wenn Menschen sich selbständig machen. Doch es gibt auch fest angestellte Führungskräfte in Konzernen, die irgendwann den Wunsch verspüren, einmal ihr eigener Chef zu sein. Barbara Meili ist so ein Fall. Sie verantwortete die Konzernkommunikation in einem Industrieunternehmen, bevor sie sich 2001 als Unternehmensberaterin für Kommunikation http://www.meiliconsulting.ch selbständig machte.

In ihrem im Haupt-Verlag http://www.haupt.ch erschienenen Buch „Die maßgeschneiderte Karriere“ bricht sie eine Lanze für diejenigen Alleinunternehmer, die freiberufliche Wissensarbeit leisten.

Meili geht vor allem vom Schweizer Beispiel aus. Viele Beobachtungen lassen sich aber auch sehr gut auf die Situation in Deutschland übertragen. Bei den Eidgenossen und den Deutschen gibt es ein Phänomen: Die Wirtschaftsberichterstattung lebt von den Großunternehmen oder von deren prominenten Exponenten. Die kleinen und mittleren Unternehmen finden hingegen wenig Beachtung, obwohl sie auf zwei Drittel aller Beschäftigten zum Beispiel in der Schweiz entfallen. Auch in der Berichterstattung über die wirtschaftlichen Akteure wird häufig fein säuberlich zwischen „Täter“ und „Opfer“ getrennt. Auf der einen Seite stehen die „Kapitalisten“, auf der anderen Seite die „kleinen Leute“. Dieses Schablonendenken hat keine Zukunft, da es wegen der ökonomischen Veränderungen immer mehr flexible Arbeitskräfte geben wird, die man als „Freelancer“ oder wie auch immer bezeichnen kann. Meilis Buch möchte den freiberuflichen Wissensarbeitern „ein Stück anerkannte gesellschaftliche Identität“ verleihen.

Die Autorin schlägt eine Brücke zwischen den Freiberuflern und den fest Angestellten. Dies ist auch gut so, denn das Erwerbsleben verläuft bunter als früher: Es existieren kaum noch lineare Laufbahnen. Die Akteure können während ihres Berufslebens die Seiten wechseln. Meili hat einige Freiberufler für ihr Buchprojekt interviewt, die alle auf eine vorherige Karriere in einem Konzern als angestellte Führungskräfte zurückblicken können. Viele kommen mit dieser Lage noch nicht recht klar. „Als die New-Economy-Blase platzte und die Arbeitsplätze nicht nur im IT-Sektor rar wurden, war das Angestelltendasein auch für junge, gut qualifizierte Menschen plötzlich nicht mehr spießig, sondern in hohem Maße erstrebenswert. Die unbefristete Hundertprozent-Stelle mit Altersvorsorge und Krankentaggeld war begehrter als Abwechslung, Experimente und eine Vielfalt von Aufgaben“, hält die Verfasserin fest.

„Selbständigkeit ist eine Charakterfrage. Nicht jeder hat das Zeug, unternehmerisch zu agieren“, sagt Markus Mingers von der Rechtsanwaltskanzlei Mingers & Land http://www.justus-online.de, der auch Existenzgründer berät. „Grundvoraussetzung ist, dass man ein Handwerk beherrscht und eine originelle und solide Geschäftsidee entwickelt hat. In einem großen Konzern kann man als fest angestellter Mitarbeiter im breiten Strom mitschwimmen. Menschen, die sich nicht jeden Tag aufs Neue beweisen wollen, nicht gern aus der grauen Masse herausragen und sich nur ungern exponieren, sind in einem solchen Unternehmen sicher besser aufgehoben. Als Selbständiger oder als Existenzgründer verzichten Mensch bewusst auf Sicherheit und Hierarchien. Freiberufler verdienen häufig auch weniger als angestellte Manager. Dafür werden sie durch mehr persönliche Freiheit und die Chance, etwas aus eigener Kraft auf die Beine zu stellen, mehr als entschädigt. Sie sollten den Weg in die Selbständigkeit jedoch nicht als Sprung ins kalte Wasser inszenieren, sondern sich kompetenten Rat von externen Experten einholen, bevor sie an den Start gehen. Blauäugigkeit ist tödlich.“

Meilis Buch liest sich wie ein Plädoyer für die Lebensform des eigenverantwortlichen Freiberuflers. Es soll Vorurteile abbauen und Verständnis wecken. Insofern schließt der Leitfaden eine Lücke. Allerdings weiß die Schweizer Autorin auch, dass in einigen westeuropäischen Ländern eine Veränderung der Mentalitäten stattfinden muss, damit eine Kultur der Selbständigkeit möglich ist. Manchmal zahlt sich die im Vergleich zu den Vereinigten Staaten größere Vorsicht und Behäbigkeit der Europäer aus. So überleben beispielsweise Spin-offs der ETH Zürich viel häufiger als Spin-offs vergleichbarer amerikanischer Universitäten.



Barbara Meili: Die maßgeschneiderte Karriere. Freiberufliche Wissensarbeit und Portfolio-Work. Haupt Verlag: Bern-Stuttgart-Wien 2005, 187 Seiten, 29 Euro, ISBN 3-258-06858

Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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