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3. Deutscher Kongress der Weltmarktführer

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China: Chancen und Herausforderungen für Weltmarktführer


Beim 3. Deutschen Kongress der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall stand das Thema „Next China“ im Mittelpunkt. Auf der Pressekonferenz am 23.01.2013 Vorstände von weltmarktführenden Unternehmen und Experten die Erkenntnisse zusammen:

„Wer sich als Weltmarktführer behaupten will, muss sich mit China auseinander setzen“, erklärte Corinne Abele von Germany Trade & Invest (gtai). Dies treffe vor allem auf den Maschinenbau, aber in zunehmendem Maße auch auf andere Branchen zu. „An der Spitze kann nur bleiben, wem es gelingt, erfolgreich am chinesischen Markt zu partizipieren”, so Corinne Abele. Nach neuesten Zahlen für die ersten zehn Monate 2012 ist China mit 56,5 Mrd. Dollar bereits Deutschlands fünftwichtigster Absatzmarkt weltweit – hinter Frankreich, den USA, dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden (Quelle: destatis). Trotz Konjunkturschwäche wuchs die Ausfuhr um 5,6%. Ebenfalls ist China hinter den Niederlande und vor Frankreich zweitgrößter Lieferant. „Mit zunehmender Innovationskompetenz wächst die Konkurrenz aus China, aber auch das Kooperationspotenzial – nicht zuletzt auch im Hinblick auf Drittmärkte.” Diese haben chinesische Herausforderer im Visier. Jahr für Jahr steigen die Investitionen chinesischer Firmen im Ausland. Sowohl 2010 als auch 2011 erhielt Deutschland laut fDi Markets (Datenbank für ausländische Direktinvestitionen weltweit) die meisten chinesischen Neuansiedlungen weltweit jeweils vor den USA. Die gtai geht davon aus, dass Deutschland als Investitionsstandort für chinesische Unternehmen auch künftig sehr attraktiv bleiben wird.

Keine Übernahmewelle
Deutsche Mittelständler sind ein hochinteressantes Ziel für die chinesische Wirtschaft. Dies wird auch dadurch belegt, dass viele deutsche Unternehmen in denjenigen Branchen Technologieführer sind, in denen der aktuelle chinesische Fünf-Jahres-Plan einen Anschluss an die weltweiten Spitzentechnologien vorsieht. „Doch von einer Übernahmewelle lässt sich nicht sprechen, da 2012 von den rund 1170 Unternehmenskäufen in Deutschland nur 16 auf chinesische Unternehmen entfielen, also insgesamt 1,3 Prozent“, berichtete Prof. Dr. Bernd Venohr. Der Wirtschaftsprofessor und Mitveranstalter des Kongresses bezieht sich dabei auf eine Studie, die er zusammen mit Prof. Dr. Gert Bruche von der Berlin School of Economics and Law jüngst abgeschlossen hat. Das Fazit: In vielen Fällen wurden deutsche Unternehmen mit wirtschaftlichen Problemen erworben, einige sogar aus der Insolvenz. Die Anzahl der Übernahmen stieg allerdings in 2012 in Vergleich zu den Vorjahren stark an, auch verlagert sich der Fokus der chinesischen Käufer auf wirtschaftlich stabile Unternehmen. Venohr: „Ich erwarte auch in Zukunft, dass es trotz der erheblichen finanziellen Mittel keinen Ausverkauf der „Perlen“ des deutschen Mittelstands an chinesische Unternehmen geben wird.“

Fachkräfte in China werden bald knapp
China erlebt – grob skizziert – vier Trends, auf die sich deutsche Unternehmen einstellen müssen, erläuterte Dr. Matthias Metz, Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG: „Zum einen investiert China massiv in den Wohnungsmarkt, um den Zuzug in die Städte zu meistern. Zum anderen altert das Land schnell durch die Folgen der Ein-Kind-Politik.“ Deutsche Unternehmen müssten deshalb damit rechnen, dass bald der Fachkräftemarkt schrumpft, so dass die Suche nach gut ausgebildeten Mitarbeitern vor Ort erschwert werde. Außerdem beobachtet Metz, dass China verstärkt seinen Dienstleistungssektor ausbaut. Die Investitionen würden insbesondere in den Logistik- und Umwelttechniksektor fließen, aber auch im Bereich der Finanzdienstleistungen wachse der Markt. Die Bausparkasse macht seit 10 Jahren Erfahrungen auf dem chinesischen Markt und vertreibt seit 2004 Bausparverträge an chinesische Kunden. Bislang ist Schwäbisch Hall das einzige ausländische Finanzinstitut, das in China Finanzprodukte Privatpersonen anbieten darf – gemeinsam mit der China Construction Bank in den Metropolregionen Tianjin und Chongqing.

Zukunftsmarkt mit Potenzial
Auch für den Weltmarktführer Kärcher mit Sitz in Winnenden in Baden-Württemberg ist China ein wichtiger Markt. Kärcher macht inzwischen 85% seines Umsatzes außerhalb Deutschlands. Dabei nimmt China eine zunehmend wichtige Rolle für das internationale Geschäft des Familienunternehmens ein. Hartmut Jenner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Alfred Kärcher GmbH & Co KG: „Das Land ist ein bedeutender Zukunftsmarkt mit einem enormen Potenzial: Allein in den letzten fünf Jahren haben wir dort unseren Umsatz durchschnittlich um über 33% gesteigert. Der starken Nachfrage nach innovativer Reinigungstechnik in China werden wir auch durch unsere neue Produktionsstätte in Changshu gerecht, in die wir über 18 Mio. Euro investiert haben.“

Prognose für 2013
Gefragt in welchem Land 2013 das größte nationale BIP-Wachstum zu erwarten ist, ist die Aussage der Weltmarktführer sehr deutlich: 61% sehen China vorne, jeweils 15% prognostizieren Brasilien und die Türkei in der Spitzenstellung. 9,3% votierten für Indien und Russland. Dies ergab im Vorfeld der Kongresses eine Befragung der Akademie Deutscher Weltmarktführer unter 350 Weltmarktführern*. Mitveranstalter und Studienleiter Dr. Walter Döring: „Desweiteren sehen 57% der Top-Unternehmen dem Jahr 2013 ‚verhalten optimistisch‘ entgegen, 32% ‚optimistisch bis sehr optimistisch‘. Nur 11% bezeichnen ihre Erwartung als ‚nicht optimistisch‘.“ Im Jahr 2013 will die Mehrheit (51%) die Anzahl der Mitarbeiter nicht verändern, rund 40% wollen sogar noch Personal aufbauen. Lediglich 8% gehen davon, dass sie Mitarbeiter abbauen müssen.

Dr. Döring zog ein Resümee der 3. Tagung der Spitzenunternehmen: „Schon bevor die aktuelle Entwicklung auf dem Automobilsektor uns dieser Tage zeigt, wie relevant die chinesische Wirtschaft für hiesige Unternehmen ist – siehe der geplante Einstieg
von CIC bei Daimler -, haben wir uns vor einem Jahr für das Schwerpunktthema China entschieden. Dass diese Thematik den Weltmarktführern unter den Nägeln brennt, beweisen zum einen die hohen Teilnehmerzahlen, zum anderen die Präsenz unserer hochkarätigen Referenten.“ Rund 340 Gäste konnten die Veranstalter zum 3. Deutschen Kongress der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall begrüßen. Döring: „Im 3. Jahr in Schwäbisch Hall können wir zu Recht sagen, dass sich der Kongress etabliert hat. Wir liegen richtig, stoßen auf das große Interesse von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik und sind motiviert, auf diesem Wege weiterzumachen.“
*Die Umfrage führte die „Akademie Deutscher Weltmarktführer - ADWM “ in Zusammenarbeit mit der Südwestpresse und dem Wirtschaftsmagazin RegioBusiness durch. Die Rücklaufquote betrug 21 Prozent.

Pressekontakt:
Christiane Siemann, Press Officer
Mail: csiemann@t-online.de
Tel.: 08041/ 79 46 077
Mobil: 0151/ 20 70 5773
www.weltmarktfuehrer-kongress.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Christiane Siemann (Tel.: 08041/ 79 46 077), verantwortlich.

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