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Europäische Netzbetreiber benötigen mehr Freiheit

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A.T. Kearney-Studie: Marktvolumen der Telekommunikationsbranche kann sich bis 2020 um mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr vergrößern


Die europäische Telekommunikationsbranche verliert an Kraft und hinkt der Branchenentwicklung in anderen Weltregionen finanziell hinterher. Doch mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte der europäische Telekommunikationsmarkt bis zum Jahr 2020 zusätzliche...

Düsseldorf, 08.05.2013 - Die europäische Telekommunikationsbranche verliert an Kraft und hinkt der Branchenentwicklung in anderen Weltregionen finanziell hinterher. Doch mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte der europäische Telekommunikationsmarkt bis zum Jahr 2020 zusätzliche Umsätze in Höhe von bis zu 40 Milliarden Euro jährlich erwirtschaften. Netzbetreiber benötigen dafür mehr Freiheit bei der Gestaltung ihrer Preise, bei der Einführung von Innovationen und der Stärkung ihrer Marktposition. Nur so können sie den negativen Trend umkehren und eine gesunde, wettbewerbsfähige Branche am Leben erhalten. Dies zöge wiederum die notwendigen Investitionen für den Ausbau einer weltweiten digitalen Infrastruktur an.

A.T. Kearney und die Vereinigung der Europäischen Telekom-Netzbetreiber (European Telecommunications Network Operators' Association, ETNO) haben in der gemeinsamen Studie "A Future Policy Framework for Growth" die Potenziale der europäischen Telekommunikationsbranche untersucht. Die Studie analysiert aktuelle Umsatztrends der europäischen Telekommunikationsbranche und zeigt Möglichkeiten zur Regeneration des Wachstums auf.

Solange Politik und Netzbetreiber die momentanen Marktbedingungen nicht deutlich ändern, werde aus dem gesamten Telekommunikationssektor Kapital abgezogen, prognostiziert die Studie. Die Autoren analysieren deshalb Möglichkeiten für ein Umsatzwachstum. Mit bereits bestehenden wie auch mit neuen Dienstleistungen könnte sich das Marktvolumen bis zum Jahr 2020 um mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr vergrößern lassen. Zudem können die Netzbetreiber bis zu zehn Milliarden Euro jährlich einsparen, wenn sie ihre internen Strukturen optimieren und sich stärker im In- und Ausland positionieren.

Mehr Freiheiten für Netzbetreiber

In der Studie werden drei Erfordernisse genannt, um Telekommunikationsunternehmen eine möglichst effektive Marktteilnahme zu ermöglichen:

1. Sie brauchen die Freiheit, ihre Preise für Dienste noch flexibler gestalten zu können. Nur so können sie den tatsächlichen Wert ihrer Dienstleistung bei Kunden geltend machen und vom Wachstum der Breitbandnutzung profitieren.

2. Sie benötigen Freiraum, um auf Augenhöhe mit Wettbewerbern anderer Branchen innovative neue Dienstleistungen entwickeln und einführen zu können.

3. Zudem erfordern effektive Telekommunikationsunternehmen die Freiheit, ihre Tätigkeiten zu bündeln und ein europaweites Geschäft aufzubauen. Das stimmt mit den jüngsten Überlegungen überein, einen einheitlichen Markt für digitale Dienstleistungen aufzubauen.

Mark Page, Partner bei A.T. Kearney und leitender Autor der Studie: "Ein gesunder Telekommunikationsmarkt ist unverzichtbar für die europäische Wirtschaft. Hierzu sind umfangreiche Investitionen für den Ausbau der digitalen Netze notwendig. In jüngster Zeit haben Geldgeber aber bevorzugt in die Telekommunikation anderer Regionen investiert. Zukunftsweisende Rahmenbedingungen könnten nun wieder zu mehr Wachstum führen."

Investitionskürzungen drohen

Ohne regulatorische Änderungen und einen Wandel der Marktstruktur sieht die Branche schwierigen Zeiten entgegen. Laut Studie drohen Umsatzeinbußen von bis zu 50 Milliarden Euro im Jahr 2020. Der freie Cashflow der europäischen Telekommunikationsbranche könnte von 44 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf nur noch 23 Milliarden Euro im Jahr 2020 fallen - trotz ständiger Bemühungen der Betreiber zur Effizienzsteigerung und der Einführung neuer Dienstleistungen in den Hochgeschwindigkeitsnetzen. Dies könnte zu gravierenden Investitionskürzungen führen.

Luigi Gambardella, ETNO-Vorstandsvorsitzender: "Die Studie zeigt, dass die aktuellen Schwierigkeiten des europäischen Telekommunikationsmarktes auch durch eine Reform der aktuellen Regulierungsrahmenbedingungen überwunden werden können. Wir begrüßen die jüngsten Bestrebungen der Europäischen Kommission, die Stabilität der Großhandelspreise für den Mobile Access zu garantieren und Flexibilität bei Glasfaser Produkten zu schaffen. Gleichzeitig sind die Initiativen der Kommission zur Reform des Regulierungsansatzes zur Schaffung eines einheitlichen Marktes unabdingbar. Es besteht Handlungsbedarf, um den Netzbetreibern größere Skaleneffizienzen zu erlauben, wenn wir einen Markt wollen, der sein Wachstumspotenzial voll ausschöpft - zu Gunsten der gesamten Wirtschaft."

Über die Studie

Die Studie leistet einen unabhängigen Beitrag zur laufenden Debatte über die Zukunft des Telekommunikationsmarktes. Sie wurde von ETNO und A.T. Kearney in Zusammenarbeit mit zahlreichen europäischen Markteilnehmern angefertigt. Die Branchenanalyse betrachtet die Herausforderungen für Betreibergesellschaften, die ihre Unabhängigkeit erhalten wollen. Sie beobachtet und veranschaulicht, unter welchen Voraussetzungen der in Europa geltende rechtliche Rahmen geändert werden kann.

Die 38 ETNO-Mitgliedsunternehmen und zwölf Beobachter aus Europa und darüber hinaus repräsentieren einen bedeutenden Teil der Informations- und Kommunikationstechnologie-Geschäfte in Europa. Sie bringen es auf einen jährlichen Gesamtumsatz von mehr als 600 Milliarden Euro und beschäftigen 1,6 Millionen Menschen. ETNO-Firmen sind die Breitband-Hauptantriebskräfte und haben sich dem kontinuierlichen Wachstum von Breitband in Europa verpflichtet.


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