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Massives Angebot der ungarischen Staatsoper in Budapest - Pfingsttourismus füllt die Hallen

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Die ungarische Hauptstadt entwickelt sich mehr und mehr zu einem Besuchermagnet der Superlative ...

Ausländischen Touristen lassen sich nicht vom tagespolitischen Geschehen abhalten, Budapest, eine der schönsten europäische Hauptstädte zu besuchen. Kaum noch eine Übernachtung war in den zahlreichen Hotels zu ergattern, ähnlich verhielt es sich mit den Tickets zu den Aufführungen der ungarischen Staatsoper. Gleich acht Opernaufführungen standen über die Pfingsttage auf dem Spielplan.



Puccinis Madame Butterfly eröffnete den Reigen der Festtagsveranstaltungen, zu dem im Budapester Opernhaus ein Stimmengewirr europäischer, asiatischer und amerikanischer Laute die altehrwürdigen Hallen füllte. Dem Publikum gefiel es mächtig, es gab brav den Applaus. Nicht ganz zufriedenstellend jedoch war`s für den Rezensenten. In einem Bühnenoutfit, das eher einem Supermarkt für asiatisches Garteninterieur (Set Design Kentaur) glich als einem japanisch edlen Garten, dessen nüchterne Bescheidenheit seinen Besitzer ausmacht, setzten sich die Protagonisten in Szene. So entstand schon zu Beginn der Eindruck marktschreierischer Aktion. Regisseur Miklós Gábor Kerényi mag es eben bunt und laut. Die ungarische Sopranistin Eszter Sümegi als Butterfly, ihr uruguayisch-US-amerikanischer Tenor Gaston Rivero als Pinkerton und Katalin Gémes (Mezzosopran) als Suzuki, sind ausgezeichnete Sänger, aber warum müssen sie sich an diesem Abend die Lunge aus dem Hals schreien? Am Dirigenten János Kovács kann es nicht gelegen haben. Er führte das Orchester der Staatsoper sehr differenziert und souverän. Vielleicht schwappte die Woge der Begeisterung zu stark aus dem Publikum auf die Bühne.



Des Königs neue Kleider von György Ránki gab es an zwei Tagen im renovierten und gerade wiedereröffneten Erkel Theater. Mozarts Entführung aus dem Serail als Matinee im großen Haus. Hinzu kam die Richard Strauss Premiere Ariadne auf Naxos, die seit 1967 erstmalig wiederaufgeführt wurde, dazu auch in deutscher Sprache. In den abstrakten Bühnenbildern im Vorspiel sowie auf der "öden" Insel der Oper und originell gewandet von Gergely Z. Zöldy ließ Regisseur Ferenc Anger seiner Spielfreude freien Lauf. Wie im Stummfilm wird die Vorgeschichte auf Bühne und Leinwand projiziert, wobei Theseus sein Motorrad durchstartet und Ariadne im (verrosteten) Beiwagen auf Naxos zurücklässt. Anger liebt das Spiel mit komödiantischen und tragischen Elementen, die er kontrastierend immer wieder zueinander fügt.



Andauernd werden lebensgroße nackte Puppen mit angewinkeltem rechten Bein im Hintergrund der Bühne hin- und hergeschleppt und liegen in der Oper dann wie ein nacktes Soldatenheer auf dem Boden. In gleicher Manier betreten dann noch Akteure die Szene und heben ihr Feigenblatt, worunter sich künstliche Genitalien lustvoll sehen lassen. Keine neue Erfindung, Mengen nackter Männer brachte man bereits vor Jahren in Köln und Graz auf die Bühne und die Idee künstlicher Genitalien gestaltete damals Stuttgart mit Adam und Eva in Pendrecki's Paradise Lost. Hinzu kommt in der Budapester Ariadne noch ein Oktopus, mit dessen Tentakeln es sich ausgezeichnet vergnügen lässt. Ferenc Anger ist von sich und seiner Arbeit überzeugt: Das darf er. Er hat schließlich ein solides Opernschauspiel abgeliefert, wobei ihm wieder einmal ausgezeichnete Stimmen zu Verfügung standen. Tünde Szabóki als Prima Donna-Ariadne, souverän und ergreifend, Viktória Vizin als Komponist mit bravourösem Mezzosopran und Tenor-Bacchus Thomas Piffka, dazu die drei Nymphen Zita Váradi als Najade, Atala Schöck als Dryade und Eszter Wierdl als Echo, wundervoll. Mit Faltenröcken und Uniformjacken persiflieren sie vergangene Zeiten in kommunistischem Umfeld. Der kleine Minotaurus Milovan Goran Bredács führte schon als frisch Geborener die Liste der Publikumslieblinge des Abends an. Zerbinetta Rita Rácz erklang mit weichen Koloraturen ein wenig zu lieblich oder besser gesagt zu klein, obwohl das kleine Orchester dieser Strauss-Oper eigentlich kein Problem für sie hätte darstellen dürfen. Noch jung, aber sehr begabt führt Domonkos Héja das Orchester der Ungarischen Staatsoper durch die Ariadne zwischen echt und unecht, Slapstick und Ergriffenheit. Von ihm muss man mehr hören.



Und da ist noch der Haushofmeister Franz Tscherne, dessen Darstellung weniger Nachhaltiges liefert als das, was er zu sagen hatte. Da heißt es, dass es alleine die Sache des Hausherrn sei, was und in welcher Reihenfolge er was aufgeführt sehen wolle, denn schließlich bezahle er das Spektakel. Das Stück müsse dem Geldgeber gefallen, es habe geändert und so aufgeführt zu werden, wie der Herr es wünsche, ohne Rücksicht auf Inhalt und zeitlichen Ablauf. Wie ein billiger Fernsehmoderator schaut er in seinem roten Frack aus, genauso klingen seine Befehle. Zum Schluss schießt er wild um sich, als wolle er alles, was sich ihm in den Weg stellt niedermachen. Haben da Librettist und Komponist hellseherische Fähigkeiten bewiesen?



Die ungarische Staatsoper tanzt wie alle großen Häuser Europas den Drahtseilakt zwischen singenden Museen, Touristenattraktionen, nationalen Musentempeln und innovativen Experimentierstätten. Ein Kampf, der bereits 125 Jahre andauert. Vor einigen Jahren gab es, nach dem Rauswurf der alten Garde, einige zarte Neuansätze mit jungen, begabten Leuten, die wiederum das Schicksal der alten teilen mussten, denn konzeptionell und strukturell ist das Opernhaus immer noch ein Staatsbetrieb und hängt am Tropf der herrschenden Partei. Und damit muss man leben. So darf der Zuschauer wie in alten Zeiten die Geschichte hinter der Geschichte suchen und die Wahrheit aus vielen angebotenen Versionen herausfinden. Da hat doch der Haushofmeister ein wahres Wort gesprochen. Und man konnte sich auf eine weitere Ariadne zu den Pfingsttagen freuen.



Doch nicht alles, was im Haus in tradierter Aufführungspraxis geboten wird, ist zu verdammen oder gar schlecht. Zweimal auch gab es Mozart und die Entführung aus dem Serail. Einen weiteren Höhepunkt neben der Strauss Premiere bildetet Puccinis Tosca. Gergely Kesselyák führte einen rasanten Taktstock und ist bekannt dafür, dem Orchester gerne das Voluminöseste abzuverlangen, was er in dieser Vorstellung gut und ausgiebig durchzieht. Und alle folgen. Eine Orgie fulminanter Stimmen des Trios Tosca (Szilvia Rálik), Cavaradossi (Attila Fekete) und Scarpia (Mihály Kálmándi) agieren im Raum einer voll ausgestatteten Bühne von Tamás Vayer. Kein Versatzstück, sondern bühnenhohe Wände umschließen schweres Mobiliar, zu dem die üppigsten Kostümen von Nelly Vágó sich als Muß verstehen. Regisseur Viktor Nagy lässt die Protagonisten schauspielern, und das können sie wahrhaftig. Szilvia Rálik spielt mit durchdringendem, hysterischen Sopran - einer Rachegöttin gleich - in tiefster Hassliebe zu Mihály Kálmándi. Die Szenen im Zimmer des Scarpia gehören zu den Höhepunkten des Abends, ein Gemisch aus schauspielerischer und sängerischer Glanzleistung. Auch diese Vorstellung war - wie ganz Budapest zu Pfingsten - bis auf den letzten Platz ausverkauft.



Es wird den Liebhaber der Staatsoper freuen, dass bis zum Saisonende beide Häuser täglich mit guten Angeboten auf den Bühnen und zur Zeit auch in finanzieller Hinsicht punkten. Darunter mehrfach "Fünf Tänze" eine Premiere von zeitgenössischem Ballet (Komponist Max Richter, Choreographie David Dawson) und ebenfalls die Premiere der Barockoper Hippolyte et Aricie von Jean-Philippe Rameau (Regisseur Csaba Káel) zum Abschluss.



Weitere Informationen unter opera.hu

Foto: Peter Herman



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