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Wie Deutschlands Frauen gründen: MHMK-Studie offenbart Eigenheiten weiblichen Unternehmertums

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Über die Persönlichkeit von Deutschlands Unternehmerinnen, die Motivation hinter ihren Gründungen und die Erwartungen an das eigene Unternehmertum gibt eine Studie der MHMK Auskunft.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich bei Unternehmensgründungen von Frauen typische Muster, Stärken und Schwächen erkennen lassen. Eine gezielte Unterstützung von Gründerinnen wird allerdings nicht flächendeckend angeboten - besonders im Süden und in der Mitte Deutschlands ist die Unzufriedenheit darüber groß. Auch das bringt die im Auftrag der HypoVereinsbank und in Kooperation mit der Bundesweiten Gründerinnenagentur (bga) durchgeführte Untersuchung unter Leitung von Prof. Dr. Lars Rademacher zutage.



München (17.04.2013) - In Deutschland gründen Frauen die meisten Unternehmen im Dienstleistungssektor (60 Prozent). Beim Großteil der angebotenen Services handelt es sich um Kreativleistungen. Motiviert wird die Unternehmensgründung meist durch den Wunsch nach einer erfüllenden Tätigkeit (24 Prozent) und nach der Entwicklung der eigenen Talente (19 Prozent). Als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit (3 Prozent) oder aus Mangel an passenden Angestelltenpositionen (4 Prozent) entscheiden sich hingegen nur sehr wenige Frauen für eine Gründung. Große Bedeutung besitzt für die Gründerinnen eine ausgewogene Work-Life-Balance (43 Prozent) - selbst in der akuten Gründungsphase nehmen nur 32 Prozent der Befragten persönliche Abstriche für das Unternehmen in Kauf. "Wer eine erfüllende Tätigkeit als wichtigste Zielsetzung der Gründung nennt und großen Wert auf eine ausgewogene Work-Life-Balance legt, hat sehr präzise Vorstellungen von seinem Leben. Entsprechend verwundert es nicht, dass die durchschnittliche Unternehmensgründerin in Deutschland 45 Jahre alt ist. Sie hat also bereits erhebliche berufliche Erfahrung vorzuweisen, gegebenenfalls eine Familie gegründet und entscheidet sich bewusst für das selbständige Unternehmertum", so Prof. Dr. Lars Rademacher, Leiter des Studienganges Medienmanagement an der MHMK.





Barrieren im Gründungsprozess

Als größte Hindernisse bei der Gründung nennen die Befragten die Einarbeitung in wirtschaftliche und steuerliche Fragen sowie die Sicherstellung der Finanzierung - ihre Bank hat lediglich jede fünfte Gründerin als guten Sparringspartner empfunden. Anders die Erfahrungen mit Mentoren: 93 Prozent der Gründerinnen sind mit ihrem Mentoring zufrieden. Allerdings werden Mentoringprogramme nur von einem guten Drittel (38 Prozent) der Frauen überhaupt genutzt. 10 Prozent der Befragten wissen noch nicht einmal von der Existenz solcher Programme. Grundsätzlich würde fast jede zweite Gründerin (48 Prozent) eine weibliche Mentorin bevorzugen - motiviert wohl durch die Erwartung, dass Mentorinnen die spezifischen Herausforderungen und Wünsche weiblicher Gründerinnen besser adressieren können. "Mit der vorliegenden Studie sehen wir noch deutlicher, was Gründerinnen wirklich wichtig ist und welche konkreten Bedürfnisse sie haben. Die Ergebnisse bestärken uns bei der Weiterentwicklung des HVB-Gründerinnen-Mentorings mit Fokus auf direkten Austausch, persönliche Gespräche und gute Praxistipps", sagt Maria-Theresia von Seidlein, Mit-Initiatorin des HVB Gründerinnen-Mentorings und Geschäftsführerin der S&L Medien Gruppe.



Mentoringdiaspora im Süden

Bei der Suche nach einem geeigneten Mentoring erleben Gründerinnen je nach Region ein sehr unterschiedliches Angebot: So geben 41 Prozent der Befragten aus dem Norden Deutschlands und knapp 42 Prozent aus dem Osten an, dass sie genügend Informationen und Anlaufstellen finden, die Gründerinnen unterstützen. Im Süden und in der Mitte Deutschlands sagen das jeweils nur 24 bzw. 26 Prozent. Besonders in Bayern und Baden-Württemberg kritisiert fast jede Zweite der befragten Jungunternehmerinnen, dass die Beratungsangebote die spezifische Situation von Frauen nicht berücksichtigen (47 Prozent). Von einem grundsätzlichen Mangel an Verständnis für weibliche Gründerinnen wollen allerdings auch in Bayern und Baden-Württemberg nur 16,1 der Frauen sprechen - immerhin aber noch doppelt so viele wie in den ostdeutschen Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen) mit 8,5 Prozent.



Offenes Potenzial bei der Nutzung Sozialer Medien

Ein auffälliges Ergebnis der Gründerinnen-Studie 2013 ist die Beobachtung, dass die befragten Gründerinnen das Potenzial sozialer Medien noch nicht ausschöpfen. Nur knapp jede Zehnte sagt, dass soziale Medien Teil des Geschäftsmodells seien (9 Prozent). Demgegenüber spielen soziale Medien für 39 Prozent der Befragten noch gar keine Rolle. 45 Prozent der Gründerinnen nennen Social Media als einen Kanal unter vielen für ihr Unternehmen. Auch in der Gründungsphase hat die Hälfte der Befragten (49 Prozent) soziale Medien überhaupt nicht in die Planung einbezogen. Die kleinere andere Hälfte hat Foren und Blogs zumindest passiv zur Informations-gewinnung genutzt (41,5 Prozent). Lediglich 9 Prozent der Gründerinnen haben das Social Web aktiv genutzt, um sich mit anderen Gründinnen auszutauschen und Netzwerke aufzubauen. "Hier besteht sicherlich noch erhebliches Potenzial, das eigene Unternehmen durch Erfahrungsaustausch, Vernetzung und Marketingmaßnahmen in den sozialen Medien voranzubringen. Ein Training in der Social-Media-Nutzung muss zentraler Bestandteil bei jedem Gründermentoring sein - unabhängig davon, ob es sich um männliche oder weibliche Gründer handelt", kommentiert David Wawrzinek, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der MHMK.



Methodik und Struktur der Studie

Die Bevölkerungsumfrage wurde als Online-Befragung durchgeführt. Über die Bundesweite Gründerinnenagentur (bga) und ihre regionalen Mitgliedsagenturen wurden 8.042 Gründerinnen aufgefordert, an der Online-Befragung teilzunehmen. Mit Hilfe eines zweiten Fragebogens wurden Mentoren gebeten, weitere Fragen zum Gründungsverhalten von Frauen zu beantworten. Die Sicht der Mentoren vervollständigt die Perspektive zu Beratung und Mentoring. Durch die Verteiler der bga sollten möglichst viele Frauen, die in den letzten zwei Jahren gegründet haben, erreicht werden. Nach Bereinigung der von Mitte Januar bis Mitte Februar 2013 generierten Datenbasis verblieb eine Nettostichprobe von 424 Gründerinnen. Das Altersspektrum umfasst bei einem Durchschnittsalter von 40,5 Jahren eine Spanne von 21-62 Jahren. Die Gründerinnen besitzen eine hohe formale Bildung: Über 50% der Befragten haben einen Hochschulabschluss und weitere 30% aus der Stichprobe besitzen (Fach-)Abitur.



Autoren der Studie

MHMK, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, München

(Prof. Dr. Lars Rademacher, Jennifer Dean, M.A., David Wawrzinek,

M.A., Manuel Bayer, B.A.) in Zusammenarbeit mit der Bundesweiten

Gründerinnenagentur (bga).



Zum kostenlosen Download der Studie "Deutschlands neue Unternehmerinnen: Gründerinnen-Studie 2013" geht es unter: www.hvb.de/frauenbeirat.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Frau Inga Heins (Tel.: 089 5441 51-784), verantwortlich.

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