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Innovationsstandort Deutschland bietet ambivalentes Bild

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Große Koalition verspricht mehr Geld für Forschung und Entwicklung


Bonn/Hamburg – Viele vernahmen die Botschaft der Großen Koalition, sie wolle mehr Geld für Forschung und Entwicklung (F & E) ausgeben. Allein es fehlt der Glaube, dass Deutschland bei den Spitzentechnologien im internationalen Wettbewerb weiter mithalten kann. Bei der Klausurtagung in Genshagen verabredeten die Rot-Schwarzen, die Bundesregierung wolle bis zum Jahr 2009 zusätzliche sechs Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung bereit stellen. Dabei sind die Grundlagen gar nicht mal so schlecht. Noch immer kommen fast zehn Prozent aller wissenschaftlichen Publikationen weltweit aus Deutschland, berichtet der Spiegel http://www.spiegel.de in seiner aktuellen Ausgabe. Bei der Zahl der angemeldeten Patente führe Deutschland in ganz Europa. Allein ein Konzern wie Daimler-Chrysler gebe jährlich über 5,6 Milliarden Euro für F & E aus.

„Dennoch bietet der Innovationsstandort Deutschland ein ambivalentes Bild: als Land, das über technologische Leistungsfähigkeit auf höchstem Niveau verfügt und zugleich nicht in der Lage ist, sich selbst schnell genug zu erneuern“, so das Hamburger Nachrichtenmagazin. Zurzeit geben Staat und Wirtschaft rund 2,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung aus. Bis 2010 soll der Anteil bei drei Prozent liegen, damit das Land nicht weiter international zurückfällt. „Viele Deutsche ruhen sich noch auf der alten Erfolgsgeschichte aus. Der Verband der Automobilindustrie gibt mit Stolz an, dass in Deutschland jeder siebte Arbeitsplatz vom Auto abhängt und dass jede vierte Steuermark von der Nutzung des PKW stammt. Dieser Stolz ist berechtigt, er darf aber nicht alle Deutschen in trügerischer Sicherheit wähnen. Bei zahlreichen Zukunftstechnologien wie der Gentechnik, der Medizintechnik oder auch bei der Weiterentwicklung des Internets besteht Nachholbedarf. Dieses Defizit ist jedoch nicht nur mit Geld zu beheben. Wir müssen unser Bildungs- und Ausbildungssystem grundlegend erneuern und dafür sorgen, dass Deutschland wieder mehr naturwissenschaftliche Fachkräfte hervorbringt. Denn von diesem Humankapital hängt letztlich die Innovationsfähigkeit unserer Volkswirtschaft ab“, sagt Michael Müller, Geschäftsführer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a & o-Gruppe http://www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de.

Müller verweist auf die vom Spiegel veröffentlichten Zahlen, wonach von 100.000 Erwerbstätigen gerade einmal 853 naturwissenschaftlich ausgebildete Akademiker seien. Dies sei im nationalen und internationalen Maßstab selbstverständlich viel zu wenig, um dauerhaft Anschluss bei den Spitzentechnologien zu halten. Laut OECD-Angaben könnte Deutschland auch bei der Finanzierung der Grundschulen deutlich zulegen. So gab der Staat 2002 für jeden Grundschüler 4.800 Euro aus; damit rangiert die Bundesrepublik auf Platz 19 unter 28 OECD-Staaten. Die Basis für den späteren Lernerfolg sehen Experten aber gerade bei einer guten Wissensvermittlung in der Grundschule. „Dort werden die Weichen gelegt“, so Müller. „Aber insbesondere bei der vorschulischen und bei der Erziehung in der Grundschule rangiert Deutschland nicht an der Spitze des Fortschritts.“

Das Wissen wird aber auch noch in anderer Form vergeudet. Hariolf Grupp, Leiter des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe http://www.isi.fraunhofer.de, hält das deutsche Innovationssystem zwar für eines der leistungsfähigsten der Welt. „Was uns fehlt, ist die Dynamik“, so Grupp gegenüber dem Spiegel. Strukturell hapere es in Deutschland an Flexibilität und Wettbewerb. Ein Grund für die deutsche Lust an der Langsamkeit: Der in Jahrzehnten entstandene Föderalismus-Dschungel behindert den Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft. Eine gleichmacherische Bildungspolitik insbesondere in den sozialdemokratisch regierten Ländern hat schon in den 80er und 90er Jahren die Grundlagen dafür gelegt, dass es in Deutschland zu wenig Spitzenuniversitäten gibt. Dies geht aus einer Vorauswahl hervor, die der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) http://www.dfg.de getroffen haben. Zehn Hochschulen kamen in die engere Auswahl; fünf werden voraussichtlich ab Herbst 2006 Spitzenförderunge erhalten. Ein Großteil der Unis liegt im Süden (Würzburg, Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen, Freiburg, Uni und TU München); nur drei Unis liegen außerhalb Bayerns und Baden-Württembergs (Aachen, Bremen, FU Berlin).



Web: http://www.ne-na.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Ansgar Lange, verantwortlich.

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