info@PortalDerWirtschaft.de | 02635/9224-11
Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) |

Motor Arbeitsmarkt: Warum wir Zeitarbeit auch in Zukunft brauchen

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
1 Bewertung (Durchschnitt: 5)


Die Parteiprogramme zur Bundestagswahl lassen an Deutlichkeit zur Zeitarbeit keine Wünsche offen. Zeitarbeit muss auch nach der Bundestagswahl btw13 eine Zukunft in Deutschland haben.

Lange ist es her, dass der Motor der deutschen Volkswirtschaft, der Arbeitsmarkt, gründlich gewartet worden ist. Die letzten nennenswerten Reformen, die Agenda 2010, liegen bereits ein Jahrzehnt zurück. In Anbetracht der gut laufenden Wirtschaft geht der Trend weniger zu Schmieröl als vielmehr zu Sand im Getriebe. Dabei droht die Zeitarbeit unter die Räder zu kommen.



Die Parteiprogramme zur Bundestagswahl lassen an Deutlichkeit zur Zeitarbeit keine Wünsche offen. SPD, Bündnis 90/Die Grünen und die Linke sprechen sich für eine erneute Regulierung der Branche aus. Das bedeutet; Löhne die sich an der Entlohnung der Stammbelegschaft orientieren plus eines sogenannten Flexibilitätszuschlags und mehr Entscheidungsspielraum für die Betriebsräte über den Einsatz. Das Geschäftsmodell Zeitarbeit wäre dann in Deutschland mausetot. Die FDP lehnt eine erneute Regulierung der Zeitarbeit ab. CDU/CSU lassen in ihrem Wahlprogramm genug Spielraum, um zu beiden Seiten anschlussfähig zu sein. Damit ist je nach Wahlergebnis klar, wie es mit der Branche weitergeht.



Bindeglied zum Arbeitsmarkt



Die Zahlen des Zugangs in Zeitarbeit sprechen eine deutliche Sprache. Nahezu die Hälfte der Zeitarbeitnehmer kommt aus der Arbeitslosigkeit. Acht Prozent waren bereits länger als ein Jahr arbeitslos. Nahezu ein Drittel der Zeitarbeitnehmer ist ohne Berufsausbildung. Damit ist klar, Zeitarbeit ist für viele der Einstieg in den Arbeitsmarkt. Eine Einschränkung der Zeitarbeit bliebe nicht folgenlos. Die Wirtschaft wird die Zeitarbeitsplätze nicht eins zu eins mit festangestellten Mitarbeitern ersetzen.



Einsatz in der Wirtschaft



Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland beschäftigen 800.000 Mitarbeiter. Die ganze Wirtschaft setzt auf Zeitarbeit. Während der Einsatzschwerpunkt der Männer mit 40 Prozent in der Metall- und Elektrobranche liegt, ist es bei Frauen mit 50 Prozent der Dienstleistungssektor.



Durch die Krise



Deutschland ist gut durch die letzte Wirtschaftskrise gekommen. Eine Ursache hierfür war die Flexibilität durch den Einsatz von Zeitarbeit. Den Einbruch auf der Nachfrageseite mussten die Unternehmen nicht mit teuren Entlassungen von Stammpersonal abfedern. Das hätte viele negative Begleiterscheinungen gehabt, angefangen von erheblichen Kosten, über den Verlust von Fachkräften bis hin zur schlechten Stimmung in den Unternehmen. Vielmehr konnte Zeitarbeit zurückgefahren werden. Die meisten der betroffenen Mitarbeiter in den Zeitarbeitsunternehmen konnten bei anderen Aufträgen eingesetzt werden, wurden weitergebildet oder bezogen Kurzarbeitergeld.



Qualifizierung von Zeitarbeitskräften



Weiterbildung von Mitarbeitern spielt für Zeitarbeitsunternehmen eine wichtige betriebswirtschaftliche Rolle. Je besser die Qualifikation der Mitarbeiter, umso höher deren Wertschöpfung. Darum bieten die Mehrzahl der Zeitarbeitsunternehmen Weiterbildung an. Von den Mitgliedsunternehmen des Bundesarbeitgeberverbandes der Personaldienstleister (BAP) liegt der Anteil der weiterbildenden Unternehmen in der Größe bis 49 Mitarbeiter bei 82,7 Prozent, in der Größe von 50 bis 250 Mitarbeiter bei 95,8 Prozent und bei den Großunternehmen bei 98 Prozent. Im Rahmen einer Umfrage wurden dem BAP insgesamt 130 verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen benannt, die von den Unternehmen angeboten werden. Knapp die Hälfte der BAP-Unternehmen finanziert ihre Weiterbildung alleine.



Die Rahmenbedingungen von Weiterbildung in Zeitarbeit sind komplex. Da wäre der Anteil von Mitarbeitern der Zeitarbeitsunternehmen ohne Berufsausbildung. Bildungsfernen Mitarbeitern eine Weiterbildung nahezulegen ist alles andere als einfach. Knapp die Hälfte aller Unternehmen hat weniger als 20 Mitarbeiter. Für kleine Unternehmen sind die bürokratischen Lasten von Weiterbildung nur schwer zu bewältigen. Hinzu kommt das Angebot an einfachen Tätigkeiten auf der Kundenseite mit einem großen Marktanteil.



Ein weiterer Faktor ist die Übernahme von Zeitarbeitnehmern durch Kundenunternehmen. Die Erhöhung der Übernahmequoten wird von Vertretern aller politischen Lager immer wieder gefordert. Für Zeitarbeitsunternehmen sind Übernahmen aber ein Verlust. Die Investitionen in die Mitarbeiter gehen verloren und es fällt schwer mit den Kundenunternehmen zu verhandeln, besteht doch in der Regel ein Abhängigkeitsverhältnis.

Quelle BAP



Fazit



Deutschland braucht nicht weniger, sondern mehr Zeitarbeit. Der Fachkräftemangel lässt sich nur mit einem leistungsfähigen Arbeitsmarkt erfolgreich bekämpfen. Dafür ist Flexibilität Grundvoraussetzung. Weiterbildung in Zeitarbeit zielt immer auf den ersten Arbeitsmarkt. Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit muss der Spielraum der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Zukunft besser genutzt werden.



Sie finden unsere Synopse und Bewertung der Wahlprogramme zur Bundestagswahl, inklusive des Themas Zeitarbeit, auf: www.bdwi-online.de. Maßstab ist das Positionspapier des BDWi "Agenda der Dienstleistungswirtschaft, Legislatur 2013 - 2017".



Michael H. Heinz



Präsident des BDWi


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Herr Matthias Bannas (Tel.: 49302888070), verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 685 Wörter, 5296 Zeichen. Als Spam melden

Unternehmensprofil: Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi)


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) lesen:

Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) | 09.04.2015

Erbschaftsteuer – eine Frage der Gerechtigkeit?

Sehr geehrte Leser, während auf dem politischen Parkett über die Auswirkungen der Erbschaftsteuer auf die Einnahmeseite der öffentlichen Haushalte, die Erhebungsbürokratie und die Belastungen für die Wirtschaft diskutiert wird, geht es am Stam...
Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) | 09.04.2015

Erbschaftsteuer – wie geht es weiter

Die Reform muss – entsprechend der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts – bis Mitte 2016 stehen. Während einige Bundesländer zu dem Vorschlag aus dem Bundesfinanzministerium bereits leise Zustimmung signalisiert haben, kam nicht nur von der ...
Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) | 25.03.2015

Verstöße gegen den Mindestlohn – Altenpflege in Privathaushalten

Mit der Einführung der niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsleistungen im Pflegestärkungsgesetz sind zusätzliche Anreize zur Beschäftigung von Betreuungskräften direkt in Privathaushalten entstanden. Diese Kräfte geben sich als Selbsts...