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HIV - Der große Durchbruch?

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In den letzen Jahren wurden in der Aidsforschung enorme Fortschritte erzielt. Diese Fortschritte bezogen sich stets auf die Behandlung von bereits erfolgten HIV-Infektionen. Um sich vor der Infektion mit AIDS zu schützen gab es bis dato keine Alternative als das Kondom. Inzwischen scheint den Wissenschaftlern der McCormick School of Engineering hier der Durchbruch gelungen zu sein. Ein Vaginalring (TDF-IVR) soll dann nicht nur vor HIV, sondern auch gegen Herpes und vor Schwangerschaft schützen. Die ersten klinischen Studien begannen im November 2013 mit einer Kontrollgruppe von 60 Frauen. Tierversuche ergaben eine Erfolgsquote von 100%.

Ein Vaginalring –Die Alternative zu Kondomen zum Schutz vor HIV?



US-Wissenschaftler haben einen Vaginalring (TDF-IVR) entwickelt, der das Medikament Tenofovir freisetzt. Das Prinzip des Vaginalringes wird bereits seit Jahren zur Verhütung eingesetzt und ist in Deutschland unter dem Namen NuvaRing bekannt. Der Ring selbst besteht aus Kunststoff und gibt kontinuierlich Wirkstoffe in geringer Dosierung ab. Die Wissenschaftler haben nun, nach einem ähnlichen Prinzip, einen Vaginalring(TDF-IVR) entwickelt, der sobald die Scheide feucht wird, die Wirkstoffdosis um ein vielfaches erhöht und dabei den Wirkstoff Tenofovir abgibt.

Was ist Tenovir?



Tenofovir ist ein Virostatikum, das seit 2001 in den USA und seit 2002 in der Europäischen Union zugelassen ist. Tenofovir wird erfolgreich zur Behandlung von HIV und Hepatitis eingesetzt. Dabei wird der Wirkstoff Tenofovirdisoproxil in die Virus-DNA eingebaut und verhindert so dessen Vermehrung, indem es die Form eines wichtigen Enzyms verändert. Damit ist die Infektion mit HIV unterbunden. Dies ist ein vollkommen neuer Ansatz gegenüber einer Impfung gegen AIDS, woran bereits viele Jahre erfolglos geforscht wurde. Weiterhin wurde der Wirkstoff mit HIV-infizierten Neugeborenen erfolgreich angewendet. Hier scheint sogar eine Heilung möglich zu sein.
Der Kunststoffring mit Tenofovir bzw. genauer das Applikationssystem TDF-IVR (tenofovir disoproxil fumarate intravaginal ring) wurde von Patrick Kiser und seinem Team in zehnjähriger Forschungsarbeit an der McCormick School of Engineering in Evanston entwickelt.

100 % Schutz vor HIV bei Tierversuchen



Der SHI-Virus (Simian Immunodeficiency Virus) ist die HIV-Variante bei Affen und letztlich der Ursprung von HIV. In einer Testreihe wurde der Vaginalring (TDF-IVR) mit dem Virostatikum Tenofovir einer Gruppe weiblicher Affen eingesetzt. Über einen Zeitraum von vier Monaten wurden die Makaken vaginal 50 Mal mit infektiösen Mengen des SHI-Virus in Kontakt gebracht. Dabei kam es bei keinem der Tiere zu einer Infektion. Bei der Kontrollgruppe wurde derselbe Ablauf angewandt. Dies jedoch ohne das Medikament Tenofovir. In der Kontrollgruppe infizierten sich elf von zwölf Tiere mit dem Virus. In der Testreihe ergab der Wirkstoff Tenofovir somit eine Wirksamkeit von 100%.
Das Fachjournal „PNAS“ beschrieb die Ergebnisse als vielversprechend. In einer klinischen Studie am Albert-Einstein-College in New York, wird der Tenofovir-Ring nun am Menschen getestet.

Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen



Seit über einem Jahrzehnt wird Tenofovir in Form von Tabletten bereits erfolgreich in der Humanmedizin eingesetzt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse weisen dabei lediglich auf Nebenwirkungen bzw. Anwendungsbeschränkungen bei Patienten mit Niereninsuffizienz hin. Weitere Nebenwirkungen z.B. Kopfschmerzen können als harmlos eingestuft werden. Dabei ist die Datenlage und somit die Aussagekräftigkeit beschränkt. Beispielsweise gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, ob Tenofovir in die Muttermilch übertritt. Weiterhin gibt es auch keine Daten zu Patienten mit einem Alter von unter 18 und über 65 Jahren. Allgemein ist aus der Anwendung des NuvaRinges bekannt, dass die notwendige Wirkstoffdosierung zur Empfängnisverhütung deutlich geringer, als bei der Einnahme in Tablettenform ist. Selbiges Prinzip ist auch bei der Anwendung des Wirkstoffes Tenofovir in Kombination mit dem Kunststoffring (TDF-IVR) zu erwarten. Somit sind geringe Nebenwirkungen wahrscheinlich.
Darüber hinaus liegt die Kombination des Kunststoffringes (TDF-IVR) mit weiteren Wirkstoffen nahe. So kann der Ring nicht nur vor HIV schützen, sondern auch Wirkstoffe zur Empfängnisverhütung und gegen Herpesviren enthalten.

Anwendung



Ein Ring kann bis zu 30 Tage in der Vagina verbleiben und gibt dabei eine konstante Menge Tenofovir ab. Wenn die Scheide feucht wird, dehnt sich der Ring aus und kann dann bis zu der tausendfachen Wirkstoffmenge abgeben.

Fazit:



Währenddessen seit vielen Jahren an der Bekämpfung der Krankheit erfolglos geforscht wird, ergibt sich nun erstmals die Möglichkeit die Infektion überhaupt zu verhindern. Besonders wichtig ist dies für die Länder der Dritten Welt, in denen der Gebrauch von Kondomen kaum akzeptiert wird. Allein in Südafrika sind 28% der Schülerinnen HIV-positiv. Die Studien sind erfolgsversprechend. Allerdings wird es noch einige Jahre dauern, bis das Verfahren zugelassen wird.

Quellen



http://www.plosone.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pone.0088509

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-115560292.html

Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS (2013; doi:10.1073/pnas.1311355110)

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/suedafrika-fast-ein-drittel-aller-schulmaedchen-ist-hiv-positiv-a-888924.html


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