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Nur noch 72 Stunden bis zum Burnout!

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Der Hamburger Trainer, Coach und Unternehmerberater Volker Skibbe provoziert mit seiner These, das aus der gern zitierten "Work-Life-Balance" ganz schnell auch "Work-Life-Bullshit" werden kann.

"Seit dem ich hier arbeiten muss, habe ich gar keine Zeit mehr!" ist die oft gehörte Antwort mancher Teilnehmer meiner Trainings auf die Frage nach ihren Hobbies. Diese lässt sich sowohl provozierend, als auch als Hilfeschrei interpretieren. Ich lasse die Antwort heute erst einmal unkommentiert stehen. Aber dann wird in der Trainings-Pause weiter diskutiert - über steigende Anforderungen am Arbeitsplatz, zunehmender Konkurrenzkampf, den unfähigen Chef und die daraus resultierende schlechte Stimmung. Der Stress am Arbeitsplatz würde immer größer - sagen die Teilnehmer.



Kein Wunder, dass Burnouts, also das sich ausgebrannt fühlen, und manche auch anerkannte, psychische Erkrankung deutlich zunehmen. Der Schuldige ist ebenso schnell gefunden. Es ist der unmenschliche Arbeitgeber, die Firma, der Chef und Vorgesetzte und seine Forderungen und Ziele, mit denen er die armen Mitarbeiter traktiert.



Nur, auch Wikipedia weiß: Das Burnout-Syndrom ist ganz klar ein Problem der Lebensbewältigung. Und die Betonung liegt hier auf "Leben" und nicht auf "Arbeit". In eine ähnliche Richtung bewegt sich ein weiterer, gern missverstandener Begriff: Die "Work-Life-Balance"! Welche Botschaft soll damit transportiert werden? Einfach gesagt, betrachten Kurzsichtige hier gern das Verhältnis zwischen Sklaverei und Freizeitspaß. Also - "Wie viel Zeit verschwende ich, weil ich ja zur Arbeit gehen muss?" und "Wie viel Zeit bleibt mir, um die schönen Dinge des Lebens zu tun?" Die Menschen gehen dabei davon aus, das "Work" etwas anderes ist, als "Life". Die daraus resultierende, fast absurde Annahme lautet: Arbeit gehört nicht zum Leben, und deshalb muss das möglicherweise vorhandene Ungleichgewicht ausbalanciert werden. Arbeit ist meist zuviel da und Leben immer zu wenig! Die Verringerung der Wochen-Arbeitszeit will das Problem lösen. Diese einseitige und unreflektierte Betrachtungsweise sollte man, so Volker Skibbe, dann auch eher einen "Work-Life-Bullshit" nennen.



Keineswegs leugnen lässt sich, dass stressbedingte Krankheiten zunehmen. Stress - wie immer wir ihn auch definieren - gilt vielfach letztendlich als Auslöser für Hektik und Unwohlsein, Unzufriedenheit und Krankheit. Nehmen wir doch jetzt mal an, dass Stress - ähnlich wie ein Burnout - kein Problem der Arbeit, sondern eine Aufgabe der Lebensbewältigung sei! Was würde das konkret bedeuten?



Unsere eigene Zeit ist das vielleicht am gerechtesten verteilte Gut auf dieser Welt. Dem Reichen und dem Armen, dem Schnellen und dem Langsamen, dem Jungen und dem Alten - allen stehen genau 24 Stunden täglich zur Verfügung. In der Woche sind das 168 Stunden. Davon sollten wir pro Tag ca. 8 Stunden schlafen, um gesund zu bleiben, das sind 56 Stunden. Es bleiben also 112 Stunden "wache" Zeit. Bei einer, sagen wir mal, 40-Stunden-Arbeitswoche, haben wir also immer noch 72 Stunden für die freie Gestaltung der Zeit übrig. Anders betrachtet: Wir haben fast doppelt soviel Freizeit, wie Arbeitszeit. Es bleiben uns also genau diese wöchentlichen 72 Stunden, dem Burnout clever und wirkungsvoll zu entgehen.



Kann aller Arbeitsstress wirklich so groß sein, so viele Menschen (auch psychosomatisch) krank zu machen? Ist der Stress im Beruf der einzige Grund für die deutliche Zunahme "berufsbedingter" Krankheiten? Oder ist es eher der eigene, bewusste oder unbewusste verantwortungslose Umgang mit der großen freien Zeit? Für viele Menschen - und nicht nur für Gewerkschaften und Verbände - ist es leicht, dem Arbeitgeber alle Schuld in die Schuhe zu schieben. Und es ist schon gar nicht opportun den Betroffenen selbst und seine eigene Unfähigkeit, die Freizeit und Freiheit zu gestalten, als Grund für ein Burnout auszumachen. Aber vor diesem Hintergrund würde die manchmal geforderte Verringerung der Wochenarbeitszeit eher zu noch mehr Stress führen. Vielleicht sollte daher die Arbeitszeit angehoben werden, z.B. auf 45 Stunden? Die so belastende Arbeit würde auf 5 Stunden mehr pro Woche verteilt. Das würde dann für manche Arbeitnehmer rund eine Stunde weniger Stress pro Tag bedeuten!



Was sich hier ironisch anhören mag, ist durchaus ernst gemeint! Wer seine Freizeit wesentlich damit verbringt, im Internet zu surfen, ständig am Handy oder Tablet-PC für Telefonate, SMS, WhatsApp oder E-Mails erreichbar zu sein, auf z.B. Facebook "social networkt", am PC oder der Gamekonsole spielt, sich vom Fernsehprogramm berieseln lässt oder einfach nur "abhängt", kann sich nicht erholen bzw. stresst sich selbst mit diesem Freizeitverhalten noch zusätzlich.



Und ja - die Belastungen am Arbeitsplatz sind gestiegen. Die Belastungen in der Freizeit aber auch. Vielleicht ist der Freizeitstress sogar noch stärker ausgeprägt, weil subtiler und unbewusster, als allgemein vermutet wird. Welche Belastung ist wohl schneller oder leichter reduzier- und veränderbar: Die des Arbeitsplatzes, die ja nur rund 1/3 der zur Verfügung stehenden, wachen Zeit ausmacht oder der eigene Freizeitstress, der immerhin rein rechnerisch fast 2/3 der Tageszeit in Anspruch nehmen kann?



Der Norddeutsche Unternehmer-Trainer und Coach Volker Skibbe will in seinen Management-Seminaren in Deutschland, Österreich und der Schweiz immer auch ein Stück weit aufklären und mit seinen Teilnehmern über andere, neue Sichtweisen auf scheinbar eindeutige Ansichten und Meinungen sprechen. Im Training und Coaching stehen dabei stets die eigene Einsichten und schlüssige Erkenntnisse der Teilnehmer im Vordergrund - vor der Vermittlung fachlicher Inhalte. Mehr Informationen über Volker Skibbe unter www.field-coach.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Herr Volker Skibbe (Tel.: 04122-901446), verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 843 Wörter, 6089 Zeichen. Als Spam melden


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