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Jens Tamm: IT und Journalismus haben vieles gemein

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Der SIBB e.V. als Branchenverband der IT-Wirtschaft in Berlin und Brandenburg stellt mit der Serie 'Gesichter der IT in der Hauptstadtregion' die Menschen hinter den Dienstleistungen und Lösungen vor.

Kleinmachnow. Eigentlich war für den General Manager der Interoute GmbH in Kleinmachnow, Jens Tamm, der berufliche Weg relativ klar vorgezeichnet. Nach seinem Studium der Politikwissenschaften und Volkswirtschaftslehre gehörte der geborene Grömitzer und seit 1993 in Berlin lebende Tamm zu zehn auserwählten Bewerbern, die zum Aufnahmegespräch in der Axel-Springer-Journalistenschule eingeladen wurden. "Es hat nicht geklappt, eine bestimmte Frage des Eignungstests habe ich nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet," erinnert sich verschmitzt lachend der 44-jährige. Für ihn kein Beinbruch, denn er startete unmittelbar seine berufliche Karriere in einer Berliner Werbeagentur, die ihm die ersten Berührungspunkte zur IT-Welt brachte.



Nach dem Niedergang der Agentur wechselte er zum ehemaligen Kunden Strato und war hier zuständig für neue Mehrwertservices. Er bezeichnet seine nächsten Berufsjahre selbst als verrückte, wilde Zeit. Nach nur zwei Jahren kündigte er und gründete 1999 gemeinsam mit Marc A. Ullrich (Gründer der Strato AG) sein erstes Start-up - die livingNet Medien AG in Berlin. Die Idee war, die Attraktivität von Webseiten durch kostengünstige Dienstleistungen in den Bereichen Marketing, Design und Content zu steigern. Wenn heute Shops, interaktive Module, News und selbst Wetterberichte integraler Bestandteil von Webseiten sind, betraten sie damals völliges Neuland. "Wir wollten einen Marktplatz für Werbung im Internet etablieren. Es stellte sich jedoch heraus, dass wir mit unserer Technologie einfach zu früh waren, und so haben wir nach anderthalb Jahren verkauft und sind mit einem blauen Auge davon gekommen."



Der IT-Wirtschaft blieb er fortan treu. 2001 nahm er beim Hosting-Anbieter PSINet seine Arbeit auf. Dort baute er als Partner-Manager strategische Kooperationen und Technologiepartnerschaften unter anderem mit HP, IBM sowie Agenturen und Systemintegratoren auf. Seit 2003 und bis zur Übernahme des Unternehmens durch Interoute war Tamm Sales Manager und Leiter des Key Account Teams von PSINet. 2005 kaufte Interoute das Unternehmen. Vor seinem Wechsel an die Spitze von Interoute in Deutschland und Österreich bekleidete er unterschiedliche Führungspositionen im Unternehmen. Seit 2006 war er Sales Director und stellvertretender Country Manager. 2007 zog er mit der gesamten Mannschaft in den Europarc Dreilinden. 2011 stieg der 44-jährige zum Country-Manager Deutschland und Österreich auf.



"Heute weiß ich, dass Journalismus und IT gar nicht so weit auseinanderliegen", blickt Tamm auf seine eigene Entwicklung. "Auf beiden Feldern gilt es Zusammenhänge zu erklären und klar zu kommunizieren. "IT-Infrastrukturen sind erklärungsbedürftig. Unser Geschäft ist von einer unglaublichen Dynamik geprägt, die Rechner unserer Kunden müssen immer größere Kundenanstürme bewältigen, Ausfälle darf es nicht geben. Daher sind ein enger Kontakt zu den Kunden und das ständige Ausloten der Bedürfnisse von enormer Bedeutung und fordern das Gespräch. Daher mache ich heute im weitesten Sinne einen Kommunikationsjob. Ich muss nicht nur auf die Einhaltung von Budgets achten, Marketingaktivitäten freigeben oder unseren über 100 Mitarbeitern in den sechs deutschen und österreichischen Büros Richtung geben und Ansprechpartner sein. Ich stehe ständig in engem Kontakt mit unserer Londoner Zentrale, aber auch unseren sogenannten Network Operations Centern in Prag und Sofia. Das ist pure Kommunikation."



Und genau dieser Kommunikationsjob bedient sich ebenfalls der IT. Während Jens Tamm in den Anfangsjahren regelmäßig von Kunde zu Kunde, von Büro zu Büro, von Standort zu Standort reiste, nutzt das Unternehmen heute die modernsten Videokonferenzensysteme, die zum eigenen Unternehmensportfolio gehören: "Damit ist die Welt schon kleiner geworden - und flexibler. Was aber nicht heißt, dass wir nur noch virtuell miteinander verkehren." Er versteht sich als Vermittler zwischen den Welten. Er will Teams zusammenbringen. Auch im Unternehmen ist ihm der Mix aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern wichtig. Genauso wie die internen Netzwerke, "denn es geht nicht nur darum, den Kunden zu überzeugen. Wenn du deine Mitarbeiter nicht mitnimmst, hast du keine Chance". Und er muss sich stets und ständig auf die unterschiedlichsten Charaktere und Menschen einstellen. Auch die Vielfalt der Kunden, die Interoute betreut- Logistiker, Fashionisten, Airliner, Automotive- und Healthcare-Firmen, Retailer, Chemie- oder Medienunternehmen - macht nach seine Worten die Spannung im Job aus. Immer wieder in Probleme anderer einzusteigen, interessiert zu bleiben und sich damit auseinanderzusetzen, lässt dem menschlichen Faktor und der Kommunikation viel Raum. "Wichtig ist für mich eine intensive Netzwerkarbeit außerhalb des Unternehmens, so wie in unserem Branchenverband SIBB. Der regelmäßige Austausch mit Branchenkollegen gibt uns die Chance, über Trends und Marktentwicklungen zu sprechen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen."



Bei allem Wissen und Können auf dem Gebiet der IT sieht der Manager seine eigene Branche auch mit kritischem Blick: "Mich ärgert, dass die IT sich mit ihrer Sprache absichtlich kompliziert macht. Außerdem stellt sich doch die Frage, braucht man all diese Entwicklungen überhaupt, erfüllt jede entwickelte App auch tatsächlich einen nützlichen Zweck? Das bezweifle ich. IT-Lösungen sollen sich angenehm ins Arbeitsleben integrieren, IT soll helfen, stützen, standardisieren. Das sollten wir aus Kundensicht ständig hinterfragen! Und auch deshalb bin ich kein Freund von Fördermitteln und der aktuellen Förderpolitik. Ein Unternehmen sollte aus sich selbst herauswachsen, gesund, strategisch, mit dem richtigen Produkt. So wie es in der ´old economy´ gang und gäbe ist."



Ein "normales" soziales Leben neben der virtuellen Welt spielt daher in seinen Augen eine entscheidende Rolle. Einen facebook-Account, um "Freunde" zu treffen, braucht er nicht. Auch die viel propagierte 24-Stunden-Erreichbarkeit hält er für Unsinn. Kino, Fußball, Sauna, ein Ferienhausurlaub oder eine Katamaran-Fahrt - all das sind Dinge, die er schätzt. Den Satz "home ist home und office ist office" lebt er. Und wenn seine beiden 12- und 9 jährigen Kinder fragen, womit er sein Geld verdient, erklärt er dies ganz bildhaft: "Euer Großvater hat Straßen gebaut. Auch ich baue Straßen - nur virtuelle." Und erklärt am Beispiel einer TV-Nachrichtensendung, dass das eingeblendete Bild aus den Auslandsstudios über die Interoute-Glasfaserkabel übertragen wird.



Nicht viele wissen im Übrigen, dass Jens Tamm vor 20 Jahren einer der Mitbegründer der Stiftung für krebskranke Tschernobyl-Kinder in Berlin war - eine Herzensangelegenheit von ihm. "Wir haben Kinder eingeladen, die in Berlin operiert wurden, Therapien ermöglicht, vor Ort Hilfe zur Selbsthilfe geleistet und viel Geld eingesammelt."



Wenn Tamm über Tamm spricht, beschreibt er einen extrovertierten, fokussierten und strukturierten Teamplayer, der auch Nein sagen kann und für den Job und Privatleben im Einklang stehen müssen. Dazu lässt sich nur noch ergänzen: authentisch in seiner Art, ehrlich und mit wachem Blick dafür, dass IT nicht geißelt, sondern Nutzen und Qualität in Arbeits- und Lebenszeit bringt.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Frau Astrid Vieth (Tel.: 03375 - 5 23 76 52 ), verantwortlich.

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