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Nachrichtendienste agieren wie Cyberkriminelle

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Geheime Dokumente belegen die Kolonisierung des Internet


Die Geheimdienste fünf westlicher Staaten suchen flächendeckend und systematisch nach verwundbaren Computersystemen und nutzen bisher unbekannte Sicherheitslücken aus. Hacienda heißt das Programm, durch das die Dienste die Steuerung der Systeme übernehmen,...

Hannover, 15.08.2014 - Die Geheimdienste fünf westlicher Staaten suchen flächendeckend und systematisch nach verwundbaren Computersystemen und nutzen bisher unbekannte Sicherheitslücken aus. Hacienda heißt das Programm, durch das die Dienste die Steuerung der Systeme übernehmen, weitere Ziele anvisieren und diese zur Verschleierung ihres eigenen Datenverkehrs einsetzen können. Das belegen Dokumente, die einer Gruppe Journalistinnen und Journalisten von heise online (www.heise.de) exklusiv vorliegen.

Am heutigen Freitagmorgen berichtet heise online ausführlich über das staatliche Hackerprogramm Hacienda. Auf der GNU-Hacker-Konferenz stellen die beiden Wissenschaftler der TU München, der Emmy Noether Nachwuchsgruppenleiter Dr. Christian Grothoff und der Master-Student Julian Kirsch, am Vormittag die Ergebnisse der Auswertung der als streng geheim eingestuften Dokumente in Garching bei München vor. "Bisher gab es keine Belege dafür, dass Nachrichtendienste dermaßen massiv und flächendeckend Server auf der ganzen Welt angreifen", erläutert Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur von heise online. "Solche Angriffe sind normalerweise die Domäne von Cyberkriminellen und kommen einer Kolonisierung des Internet gleich."

Konkret bedeutet Hacienda, dass jede offene Tür auf einem Computersystem ausgenutzt werden kann, jede verschlossene ist eine Aufforderung zum Angriff und jedes Endgerät, das mit dem System kommuniziert, ein Zielsystem. Hinter dem Programm stehen Geheimdienste aus den USA (NSA), aus Großbritannien (GCHQ), Kanada, Australien und Neuseeland, der sogenannte Five-Eye-Club.

Über die genauen Zahlen der Einbrüche und kolonisierten Endsysteme sagen die Dokumente nichts aus. Doch sie lassen kaum Zweifel daran, dass es eine große Anzahl sein muss, schreibt heise online.


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