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Emnid-Umfrage: Die Getränkedose ist nicht tot – Umwelthilfe auf dem Holzweg

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Ökologischer Lenkungseffekt durch Einwegpfand bleibt aus


Berlin - Seit Anfang Mai können Verbraucher ihre Dosen und Einwegflaschen in allen größeren Geschäften wieder abgeben, sofern dort Einwegflaschen geführt werden – unabhängig davon, wo sie gekauft worden sind. Das soll ihnen das Leben erleichtern, wurden doch bislang oft pfandpflichtige Getränkeverpackungen in den Müll gekippt, statt sie brav ins Geschäft zurückzutragen. Das neue Etikett auf Einwegflaschen soll die Müllberge kleiner und den Einkauf leichter machen. Abfüller und Händler müssen sich allerdings umstellen. In den ersten Tagen der neuen Verpackungsverordnung ist erneut ein Glaubenskrieg aufgeflammt: Einweg oder Mehrweg?

Während Jürgen Resch, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe http://www.duh.de nach überwiegend positiven Testaktionen seines Verbandes an den ersten beiden Maitagen nahezu euphorisch den Sieg der Mehrweglobby verkündete, zeichnet sich auch eine Wiederkehr der in Verruf geratenen Weißblechdose ab. Die steht alles andere als im Abseits. Auch Bierbrauer wie Holsten oder Radeberger setzen wieder auf die Dose. Weil die Nachfrage deutlich gestiegen ist, arbeiten die 170 Mitarbeiter des Berliner Dosenherstellers Rexam http://www.rexam.com in drei Schichten. "Seit 14 Tagen ist das wieder ein lebendes Geschäft", sagt Geschäftsführer Dieter Künstle. So haben auch Coca-Cola und PepsiCo Sondereditionen zur Fußball-Weltmeisterschaft aufgelegt. Zwar wird es in und unmittelbar um die WM-Stadien keinen Dosenverkauf geben, doch auch andernorts werden wohl Getränke verkauft. Immerhin 70 Prozent der Verbraucher, so eine Umfrage von TNS Emnid http://www.tns-emnid.de, halte Dosen und Einwegverpackungen nach wie vor für praktisch. Reschs These, die Dose sei mausetot, ist daher kaum zu halten. "Vor allem Softdrinks, aber auch Bier werden wieder in der Weißblechverpackung angeboten", berichtet die Lebensmittelzeitung http://www.lz-net.de. Real, Globus, Distributa, Kaufland und Edeka setzen demnach auch weiterhin auf die Dose.

Gleichzeitig gehen Branchenkenner von einem weiteren Anstieg der PET-Einwegflaschen insbesondere beim Mineralwasserverkauf aus. Bereits seit 2003 ist ein Rückgang von knapp 20 Prozent beim Verkauf von Mineralwasser in Mehrweggebinden zu verzeichnen gewesen, parallel dazu legte PET-Einweg zu. Bei kohlensäurefreien Getränken sei der Mehrweganteil um über zehn Prozent zurückgegangen. Der politisch gewünschte Lenkungseffekt hin zu mehr Mehrwegverbrauch ist damit nicht erzielt worden. Dieser Trend wird sich wohl verschärfen, bestätigte auch Jürgen Resch anlässlich der Vorstellung der Testergebnisse in Berlin. Schließlich hätten die Verbraucher jetzt weitaus mehr Rückgabemöglichkeiten als bisher. Und die Kampfpreispolitik bei Mineralwasser trage ihren Teil dazu bei, dass die Einweg-Plastikflaschen auf dem Vormarsch seien. Letztlich hat auch der Händler, der einen Rücknahmeautomat anschafft, Interesse daran, durch seine Sortimentsgestaltung den Automaten auszulasten.

Auch der Bundesverband des deutschen Getränkefachgroßhandels http://www.bv-getraenkefachgrosshandel.de hat sich in Teilen auf die Einweg-Logistik eingestellt. Konkrete Aussagen, wie sich die neue Verpackungsverordnung mittelfristig auswirken wird, wagt Verbandschef Günther Guder nicht. Das Ziel, Einweg und Mehrweg im Handling anzugleichen und wettbewerbsfähiger zu machen, sei zwar erreicht. Allerdings sieht auch er einen erneuten Trend zum Einweggebinde: "Der Einweganteil Bier wird durch ein reibungslos funktionierendes Entsorgungssystem sicher wieder leicht wachsen, jedoch nicht auf das Niveau vor der Bepfandung." Für Lekkerland-Chef Christian Berner drohen Mehrweg-Getränken "massive Verluste", Innovationen seien nämlich in erster Linie im Einwegbereich zu erwarten. Außerdem bevorzugen vor allem jüngere Konsumenten und Single-Haushalte leichte und kleinere Einweg-Gebinde, so Andreas Oels von Globus.

Lediglich zehn Prozent des Umsatzes mache noch der Vertrieb von Mehrwegflaschen aus, erklärt Frank Jehring, Geschäftsführer des Fruchtsaftbetriebs Fruchtquell http://www.fruchtquell.de im mecklenburgischen Dodow. Durch die Pfandpflicht auf "ökologisch nicht vorteilhafte Einweg-Getränkeverpackungen" sollten mit der Novelle der Verpackungsverordnung 2003 Mehrwegflaschen für den Verbraucher attraktiver werden. Das Gegenteil war der Fall, denn der Kunde griff weiter zu Plastik. "Der PET-Flasche gehört die Zukunft", prognostiziert Jehring. Das werde die neue Verordnung auch nicht ändern. "Der Trend geht eindeutig zum Einweg. Das wird der 1. Mai sogar noch verstärken", prognostiziert Jürgen Heinisch von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung in Wiesbaden http://www.gvm-wiesbaden.de. Trotz Pfandpflicht und einer angenommenen Preiserhöhung von bis zu zehn Cent, wie sie die DUH beschreibt, ist Einweg vor allem bei Mineralwasser konkurrenzlos günstig. "Wir werden erleben, dass sich der Trend der letzten Jahre zu mehr Mehrweg fortsetzt", hält Resch aber dagegen. Das hätten die Testkäufe am ersten Tag der geänderten Verpackungsverordnung gezeigt. Einige Supermarktfilialen wie Kaisers oder Super-Spar hätten Einweggetränke zum 1. Mai sogar vollständig aus ihren Regalen verbannt, so Resch. Damit müssen sie auch keine leeren Verpackungen zurücknehmen.

Onlinemagazin NeueNachricht http://www.ne-na.de.


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Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Andreas Schultheis, verantwortlich.

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